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Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Midan von Malterstorp am 17. Februar 2011, 08:22:05
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Salve kämpfendes Volk.
Oft und mit viel Spaß "prügeln" wir uns auf den Veranstaltungen zu unserem und der Zuschauer Vergnügen. Hier gibt es jedoch in der Art und Weise der Kämpfe starke Unterschiede. Das reicht von Schaumstoffschwertern bis hin zum "wer zuerst umfällt" Wegen dieser Unterschiede gibt es oft Unstimmigkeiten und auch Gefahren. Treffen zwei aufeinander und wird erst beim Klingelton am Helm diskutiert ob Kopftreffer erlaubt sind, kann das nicht gut gehen.
Vor mir haben schon einige gute Ansätze entworfen, die sich teilweise auch durchgesetzt haben. Habt ihr Lust an einem gemeinsamen Standard zu arbeiten, bzw diesen zu dokumentieren und zu verbreiten? Da man nie alle unter einen Hut bekommt, schweben mir da so 3 Teile vor:
1) Vollkontakt (Ziele/Regeln näher zu definieren)
2) Codex Belli (Trefferpunkte an erlaubten Trefferzonen)
3) Reine abgesprochene Schaukämpfe (ziemlich individuell)
Bei Bedarf könnte man hier noch weiter untergliedern, aber ein möglichst kompakter Ansatz wäre sicher besser.
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laudetur iesus christus, bruder midan,
ich finde die idee gut und würde mich gerne daran beteiligen.
teile deine meinung, gibt es doch sehr unterschiedliche auffassungen.
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Hallo Midan,
ich habe glaube ich die Zielsetzung noch nicht verstanden.
Alle drei Regelungen gibt es ja schon, und eigentlich immer wird die aktuell für die Schlacht gültige (zumindest bei uns) vorher bekanntgemacht.
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hm... also ich mab die Intention auch noch nicht so ganz begriffen. Die Regeln für Codex belli zum Beispiel findet man doch bis ins kleinste detail ausgearbeitet überall einheitlich im internet.
Möchtest du jetzt einen gemeinsamen Templerstandard aus der Traufe heben? das wird vermutlich schwierig, da nicht jede ausrüstung den gleichen Standard hinsichtlich Haltbarkeit und polsterung erfüllt.
Ich erlebe auch nur selten daß sich in einem Kampf auf einer Veranstaltung ausschließlich Templer gegenüber stehen wo so ein gemeinsamer standard sinn machen würde.
Link zum codex belli (http://heerbann.de/?path=content&contentid=67)
für die härtere gangart finde ich das hier schon mal o.k.:
Kodex kaprunensis (http://www.burg-kaprun.at/pages/de/burgfest/freikampfturnier-2011/teilnahme-bedingungen.php)
und für nen Schaukampf braucht man nichts, da das eben eine "Schau" und nicht wirklich ein kampf ist.
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Codex Belli ist aus meiner Sicht überarbeitesnswert, und dazu hätte ich gerne Meinungen. Der Inhalt vom Link ist m.E. nicht korrekt bzw. nicht aktuell. Ich besorge mal die aktuelle Variante (am WE komme ich zum Einstellen).Ich habe auf den vielen Schlachten immer wieder Unklarheiten erlebt (in Bezug auf Codex Belli), meine Intention ist hier zum einen Überarbeiten und Aktualisieren und zum anderen für Bekanntheit sorgen :).
Beim Thema Vollkontakt kann ich nicht wirklich mitreden, da ich es selbst ja nicht mache. Daher ist der Link erstmal ne Idee (danke). Schaun wir mal was noch kommt und sammeln.
Ich möchte anregen etwas in dieser Richtung zu unternehmen. Mich interessieren auch die Meinungen der Beteiligten hier, so eine kleine Gemeinschaft sind wir ja nun auch wieder nicht. Außerdem fördert eine Diskussion den Bekanntheitsgrad der Regeln und führt damit zu sichererem Kämpfen.
@Benedikt: Dann ist es bei euch schon gut eingespielt. Ich erlebe aber leider immer wieder Probleme.
@Veturius: Super wäre, wenn es geeichte Regeln geben würde. Da das nicht sein wird solange wir nicht olympisch sind, lass uns doch versuchen soweit wie möglich da ran zu kommen.
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Erstma alles richtig. Für alle drei Gangarten des Schaukampfes von Hart bis zart gibt es bereits Regeln.
Ich denke mal, daß es Midan darum geht, die Sinnhaftigkeit dieser Regeln zu überprüfen. Da ich relativ oft kämpfe, muß ich es immer wieder erleben, daß es Vermischungen der einzelnen Regelwerke gibt. Denke ich da an den Letzten Linefight nach Codex belli, klingen mir immer noch die Ohren ob der vielen Kopftreffer, die ich da einstecken mußte.
Es könnte also Sinn machen, da eine Alternative zu finden, die allen drei Richtungen gerecht wird.
Der Einwand mit der Schutzkleidung stimmt natürlich, aber da hat jeder auch ein kleines bissl Eigenverantwortung. Ich habe mir inzwischen eine Schutzausrüstung zugelegt, die mir Vollkontaktkämpfe gestattet. Nach einigen Kämpfen mit den Brüdern aus Littauen, war das einfach notwendig.
Wer also nicht die nötige Schutzkleidung besitzt, sollte sich einfach nicht verpflichtet fühlen an einem Fight teilzunehmen, bei dem es hart auf hart geht. Dafür müssen die meisten von uns einfach am Montag wieder auf Arbeit ihren Mann stehen und das in einem Stück.
Gruß
Berthold
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Wehrte Brueder,
solche Regeln finde ich sehr gut und sie sollten,so wie es der ehrenwerte Präzeptor meint,auch mal ueberprueft und aktuelisiert werden.
Was ich noch wichtiger finde und das hat auch Bruder Berthold angedeutet,sie sollten auch international und fuer alle Grupen bindet werden,denn was Berthold mit Litauern erlebte,hatte ich mit Polen und Briten,bei Kämpfen mit diesen gehe ich oder meine Ritter nur auf den Platz wenn ein Rettungswagen vor Ort ist,den die schalten auf dem Schlachtfeld das Gehirn aus(nicht alle)
Gott zum Grusse
Charles
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Viel wichtiger finde ich den Umstand, dass vor einer Schlacht bekannt ist, nach welchen Regeln man kämpft und auch, was diese konkret bedeuten.
Dann erübrigen sich viele andere Dinge von selbst.
Prinzipiell sehe ich es aber auch als gut an, wenn man das Regelwerk überarbeitet. Nichtsdestotrotz muss das aber vor jeder Schlacht kommuniziert werden, damit jedem klar ist, welche Regelungen es im einzelnen gibt.
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Also über arbeiten kann man die Regeln wirklich mal.
Aber leider hab ich letztes Jahr die Erfahrung gemacht das sich leider nicht alle an die ausgemachten regeln halten (In den Fall sogar per Unterschrift anerkannt haben).
In der Schlacht zu Julbach hieß es Codex B, Keine Stangenwaffen und Äxte, so wie eine Mindest Rüstung (Gambe Helm Handschuhe)
Wir Christen Haben uns dran gehalten, aber die Wickis leider nicht alle.
Sie gingen schön halbnackt wie immer ins Gefecht mit Äxten und Spiesen.
Nach 3 Axt Hieben ins Genick hatt i mich Beim Veranstalter beschwert dem war das aber so ziemlich egal.
Und am Schluss fand a Wicki es noch lustig nen am Boden liegenden Templer, mich, schön auf den Helm rum zu Prügeln, 6-7 heftige Schläge.
Ende vom Lied: Ich lag 2 wochen mit der schönsten Gehirnerschütterung daheim. Und ich konnte leider nicht sehen wer der Bastard war und von meinen Leuten hatts leider a keiner gesehen.
Also muss mann auch drauf achten das alle die Regeln einhalten.
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Hallo Linhard,
ähnliche Erfahrungen - nicht mit Wikis sondern mit HoMi Büchsen - mußte ich leider auch schon machen.
Am tollsten ist es dann, wenn Dir einer nachdem er dich in den Schwitzkasten genommen hat mit der Panzerbehandschuhten Faust ständig von oben auf den Helm drischt und hinterher lakonisch meint: ich dachte das mit den Kopftreffern gilt nur für Waffen. Ist nicht mir passiert aber einem unserer Leute im Kampf gegen das Rabenbanner.
Regeln sind gut und schön, aber nur wenn alle die gleichen Regeln kennen und sich alle dran halten.
Ich finde die Reglung der Littauer nicht schlecht - wer am Boden liegt oder eines seiner Rüstungsteile verliert, ist raus.
Gruß Berthold
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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass teilweise einfach unklar ist, wer nach welchen regeln kämpft. Was nutzt es dem Gewinner des Schaukampfes, der am Ende noch steht, wenn ein Vollkontaktkämpfer der Gegenseite sich sagt: da steht ja noch einer...
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Ich finde die Idee auch nicht schlecht und habe diese Frage bzw. dieses Vorhaben in anderen Foren auch schon vorgebracht und immer viel Schelte einstecken dürfen.
Wie ja bereits angesprochen wurde sind der Codex Belli und auch das Huscarl (Wobei letzteres dem doch schon näher kommt, wenn gut gemacht) vom echten, historischen Schwertkampf so weit entfernt wie Herr der Ringe von einem Dokumentarfilm
In vielen Foren hört man immer wieder: "Alles andere als C.B. währe ja zu gefährlich, die Verletzungsgefahr ist zu groß, Historischer Schwertkampf ist für die Zuschauer zu langweilig, etc."
Meine Meinung: Totaler Quatsch !
Dann dürfte niemand Tae-Kwon-Do, Karate, Skateboarding, Boxen oder sonstige Sportarten ausführen, denn er muss ja morgen arbeiten gehen.
Mit einer vernünftigen Schutzausrüstung, Verantwortungsbewusstsein und dem richtigen Training ist die ganze Sache nicht gefährlicher als Fahrradfahren.
Ein Problem beim Schaukampf ist meistens, dass untrainierte Anfänger sich eine, ihrer Meinung nach schaukampftaugliche Ausrüstung zusammengekauft haben und sich, ohne jede Übung, nur mit dem Bild vieler Schwertgefechte im Fernsehen (sowie Königreich der Himmel, Herr der Ringe odr Fluch der Karibik) im Kopf ins Getümmel stürzen und dann sich, oder noch schlimmer andere verletzen.
Klar sehen einige Techniken in den Schriften von Talhoffer oder Lecküchner eigenartig aus, aber:
- Diese Bücher sind reine Technikbücher, die den Schülern als Gedächtnisstütze dienen sollten ! -
Wer von euch schonmal einen asiatischen Kampfsport trainiert hat wie zum Beispiel Judo oder Karate wird festgestellt haben, dass die taditionellen Techniken in dieser form in einem Freikampf nicht vorkommen.
Es handelt sich um Grundtechniken, Schlag und Technikabläufe wie Schritttechniken die in diesen Büchern als "Idealfall" präsentiert werden.
In einem freien, unchoreografierten Kampf wird man zwar einige dieser Techniken im Ansatz sehen, aber halt nicht so fein säuberlich ausgeführt wie im Handbuch.
Eine geeignete Regelung mit aktuellen Rüstklassen und Waffen währe interessant genauso wie eine art "Führerschein" die beim Veranstalter vorgelegt werden können das man die Grundsätze und Grundtechniken beherrscht.
Intention: Bei meinem Letzten Freikampf lief folgendes Problem ab:
Wir einigten uns auf Codex Belli zum rantasten. Ausrüstung war beidseitig auf Huscarl / Vollkontakt Standard.
Nach zwei Schlägen kein ein Hieb auf dem Helm.
Zwei drei hiebe weiter wieder auf den Helm
Nachdem ich ihn darauf angesprochen habe kam:
"Hab sowas ja noch nie gemacht ....."
Ausrüstung zeigt nicht den Wissensstand. Kaufen kann sich jeder jederzeit alles wenn er das Geld dafür aufbringen will .....
Und auf meine Frage nach Codex Belli kam "OK" statt "Was ist denn das" oder "Wie geht das"
Deswegen eine Art "Grundlehrgang".
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Randolf, die Idee an sich ist nicht schlecht, nur sehe ich da leider das Problem, dass man diesen "Schwertkampfführerschein" nicht umgesetzt bekommt, es sei denn man will schlafende Cerberusse in der Verwaltung wecken, die das auf ihre Art regeln (siehe Waffengesetz).
Ich halte für wichtig, dass die Regeln, die in einem kampf gelten, vorher klar kommuniziert werden, wie ja hier schon öfter gesagt wurde.
Was bisher noch nicht angesprochen wurde ist die Problematik der Ausrüstungskontrolle. Die wird meiner ansicht nach oft viel zu oberflächlich durchgeführt. Es reicht nicht, die Waffen auf Scharten Scharfe Kanten und Spitzen zu prüfen, es müsste auch die Schutzausstattung sprich Rüstung begutachtet werden. und wenn die für die beabsichtigte Kampfart nicht ausreicht, dann muss derjenige entweder aufrüsten oder er ist eben raus.
Ausserdem sehe ich ein Problem in der Sanktionierung von Regelverstössen, oder gerade darin, dass sie nicht erfolgt. Da muss ein veranstalter dann schon den Arch in der Hose haben, jemandem, der sich nicht an die Regeln hält, Kampfverbot zu erteilen. Solange keine konsequenzen, ausser dass der andere nicht mehr mit einem spielen mag, zu befürchten sind, wird es immer Leute geben, die meinen, Regeln sind dazu da sie zu brechen.
Also, ich sehe das Pronlem weniger darin, die Regeln überarbeiten zu müssen, als darin, sie zu kommunizieren und sie auch mit entsprechenden Mitteln durchzusetzen.
Was den nötigen Kenntnisstand angeht, da sind eigentlich die Gruppen in der Pflicht. Die Zahl der echten Einzelkämpfer ist doch recht überschaubar, so dass die meisten Kämpfer zu gruppen gehören. Und eine gruppe kann eben intern sehr gut regeln, was man mindestens können und wissen muss, um mitkämpfen zu dürfen.
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Ich habe nichts dagegen wenn die Regeln überarbeitet werden.
Ich sehe allerdings den Sinn nicht.
Die im Internet überall zu findenden Regeln mögen aktuell sein oder nicht, aber sie sind doch nun wirklich Idiotensicher. Schnittkantenbreite, spitze, Mindestrüstug, welche waffen, Trefferzonen..... alles einfach zu finden.
Natürlich kenne ich das auch, daß Leute sich nicht an Regeln halten, aber das liegt doch nicht daran, daß die Regeln fehlerhaft sind, sondern daß entweder keiner gesagt hat welche Regel nun gilt, daß die regel bewußt ignoriert wird, oder aber das die Leute so schlecht kämpfen, daß die ihre waffen einfach nicht beherrschen (mit der lanze über dem schild hantieren, mit dem Schwert rückhand schlagen... u.s.w.)
Ich behaupte daß die Gruppen in unserer umgebung die Regeln alle kennen. Spätestens beim Heerbann (jährliche Kampfveranstaltung in Berlin ca 300 Kämpfer) wird das jedem eingebleut, erklärt, und jedem der das erste Mal dabei ist sogar noch vorgemacht.
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@Eusebius von Cammin: Der "Führerschein" war auch eher "Szeneintern" gedacht, nicht hochoffiziell.
-Kann jemand dieses Schreiben vorweisen, weißt Du zumindest wo du dran bist und das ein mindestmaß an wissen übermittelt worden sein müsste-
;)
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Die Einführung eines solchen "Fühererschein" wurde schon öfters versucht. Als letztes war das die sogenannte "A-Karte". Durchgesetzt hat es sich nicht.
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lol - A Karte ist ja auch ein toller Begriff...
Ich hab da auch so meine Zweifel, ob sowas Früchte tragen würde. Und wenn ja welche? Wer hat dann das Recht so eine Karte zu vergeben? Da nennt jeder sicher andere Namen.
Lasst uns lieber an einem Standard ein wenig basteln. Wenn es gut wird und akzeptiert ist, wird es sich schon durchsetzen. Außerdem, schon mehrfach erwähnt, gibt es ja gute Vorlagen. Leider auch zu viele Versionen. Allein die Diskussion darüber dürfte dem Ganzen wieder etwas Auftrieb verleihen.
Noch eine Anmerkung, gerade wegen des ausreichenden Rüstungsschutzes. Jeder sollte immer für sich selbst verantwortlich sein. Wer keine festen Handschuhe hat, und dann jammert was auf die Finger bekommen zu haben...
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Inwiefern willst du einen eigenen Standard einführen? Oder anders gefragt, inwiefern willst du die bisherigen Regeln ändern? Was genau willst du z.B. am Codex Belli und Co. ändern?
Abgesehen davon, denke ich, dass es auch nicht viel mehr bringen wird, als die bisherigen Standards. Wenn wir jetzt hier darüber endlos diskutieren und irgendwann ein "Standard" dabei rauskommt, dann steht er zwar hier, aber irgendwann wird das auch keiner mehr lesen und bei zukünftigen Schaukämpfen wird sich der eine oder andere an diesen "Standard" dann vielleicht vom Namen her erinnern, aber ob er dann noch weiß, was das bedeutet, sei mal dahingestellt. Codex Belli und Co., kennen die meisten vom Namen her ja auch. Aber was es dann genau bedeutet, sieht man dann ja oft auf den "Schlachtfeldern"! *smoky*
Ich denke mal, wie schon gesagt wurde, die einzelnen Komthureyen oder eben auch die einzelnen Darsteller, sollten es für sich bzw. für die Gruppe selbst entscheiden, wie sehr sie sich die Standards für die Kampfdarstellung einbläuen. Wenn innerhalb der Komthurey alle die Standards beherrschen, kann sich der Komthur jederzeit sagen, ok, meine Jungs haben es drauf. In den Schlachten wissen sie wie es geht. Das Risiko, ob das Gegenüber allerdings auch weiß, wie man kämpft, nun ja, das Risiko wird wohl immer bleiben. Gehört wohl irgendwie zu dem Hobby.
Und ich persönlich hab damit keine Probleme. Ist vielleicht berufsbedingt! *smoky*
Gruß
Hermann
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Schweres Thema. Ich selber habe die letzten beiden Jahre nicht mehr gekämpft, weil genau das mich so genervt hat. Einesteils die Leute, denen es völlig egal ist, ob sie jemandem weh tun. Anderenteils die routinierten und beherrschten Kämpfer, die ihre Treffer so vorsichtig setzen, dass man sie nicht mitbekommt. Bzw. den Treffer erst daran merkt, dass der Kampfpartner genervt die Augen verdreht.
Den Codex Belli habe ich auf dem Heerbann mal einem (langjährig routinierten) Kämpfer so erklärt: "Erlaubte Trefferzone ist alles, was in der Grundstellung hinter einem großen Rundschild verschwindet." Er war ... wie soll ich sagen ... erheitert.
Für mich gibt es eigentlich nur eine Regel: Man darf dem Anderen nicht weh tun, schon garnicht ihn verletzen. Das sollte eigentlich reichen. Wenn jemand einen Helm trägt, warum Kopftreffer verbieten? Nachdenklich macht mich dabei allerdings immer wieder die Kerbe, die mein Helm mal von einer Schaukampfaxt bekommen hat. Musste der denn SO doll zuschlagen?
Dass Hals, Gesicht, Hände und Füße tabu sind, sollte keiner weiteren Erwähnung bedürfen.
Die hier geschilderten Vorfälle, wo man am Boden liegend oder im Schwitzkasten malträtiert wurde, kommentiere ich lieber nicht; ich könnte einen Verweis von den Mods erhalten. *ballern1*
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Inzwischen habe ich die m.E. letzte Version erhalten. Ich stelle das gleich mal ein.
Es taucht auch mehrmals der Bgeriff der "Card" auf, dieser Combat Card. Da es für sowas ein Gremium geben müßte, was diese verleiht, halte ich es nicht für praktikabel. Ich selbst kenne jedenfalls nur sehr wenige Leute, denen ich das zutrauen würde.
Wie dem auch sei, mit dem Text für den "mittelschweren" Freikampf kann sich ja mal jeder beschäftigen. Sollten wir zu der Erkenntnis kommen, dass so alles ok ist - um so besser. Dann hat dieser Thread ein wenig Werbung gemacht.
Ich werde jeden falls innerhalb unserer Präzeptur dafür werben und empfehle es auch den anderen, die diese Kampfesart in Erwägung ziehen.
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Codex Belli 2006
Die aktuellen Schlachtregeln der CombatCard
In freien Gefechten treffen Kämpfer aller Stile und Kenntnisstände zusammen. Obwohl Unfälle beim Umgang mit Stahlwaffen nicht vollständig auszuschließen sind, haben sich nachfolgende Regeln bewährt, um das Verletzungsrisiko so klein und den Spaßfaktor so groß wie möglich zu halten.
Die Regeln werden laufend überarbeitet und den Bedürfnissen der Kämpfer angepasst. In der vorliegenden Form haben sie automatisch Gültigkeit für alle Veranstaltungen die sich diesem Regelwerk unterwerfen. Alle Veranstalter können sie gerne als Grundlage ganz und/oder auszugsweise übernehmen.
1. Waffen
a. Waffen fallen in eine von acht Kategorien:
1. Hiebwaffen (1): Waffen mit Stahlklingen zu einer oder zwei Händen (Schwert, Langschwert, Axt,
Sax, kleine leichte Streitkolben [ohne Spitzen, mind. 2 mm Kanten] ) - aber nur eine Waffe
gleichzeitig
2. Hiebwaffen (2): eine Waffe, aus "Hiebwaffen (1)" zusammen mit einem Schild
3. Hiebwaffen (3): zwei Waffen, aus "Hiebwaffen (1)" gleichzeitig
4. Stangenwaffen (1): Langwaffen mit Stahlköpfen zu zwei Händen (Speer, Helebarde, Langaxt, ...)
5. Stangenwaffen (2): Langwaffen mit Stahlköpfen zu einer Hand (Einhand-Spieß)
6. Fernkampfwaffen (1): Bögen und Armbrüste sowie Schleudern
7. Fernkampfwaffen (2): Geschütze (z.B. Blide, Katapult, Baliste, etc.)
8. Verbotene Waffen: Feuerwaffen, Leichtmetal-, Latex-, oder Carbonwaffen, sowie Wucht- und
Kettenwaffen (Flegel, schwere Streitkolben, Morgenstern,...), Peitschen, Bluntpfeile und Wurfwaffen
b. Erlaubt im Nahkampf sind Hieb- und Stangenwaffen mit Stahlklinge, die eine Schlagkante von mindestens 2 mm aufweisen und so abgestumpft sind, das ein Eindringen in Kettengeflecht mit Ringen von 8 mm Innendurchmesser ausgeschlossen ist. Spieße müssen mind. über eine Auflagefläche eines 1-Cent-Stückes an der Spitze verfügen.
c. Erlaubt im Fernkampf sind Fernkampfwaffen, die die Zugkraft eines 50 lbs – Langbogens nicht überschreiten. Es dürfen nur Pfeile oder Bolzen genutzt werden, die mit einem Schaumpolsterkopf ausgestattet sind. Der Kopf muß einen Durchmesser von mindestens 50 mm haben und auf einem fest mit dem Schaft verbundenen Kunststoffinnenkern aufbauen. Ein Eindringen der Spitze in die Augenhöhle und ein Splittern des Schaftes beim Abschuß oder Einschlag muß ausgeschlossen sein. Schleudergeschosse dürfen nicht schwerer als 80 g sein, dürfen nicht in die Augenhöhle eindringen können und müssen eine Schaumpolster- oder Filzoberfläche haben (Bsp.: Tennisball).
d. Zugelassene Waffen dürfen keine strukturellen Beschädigungen oder übermäßige Scharten aufweisen.
e. Verbotene Waffen dürfen nicht eingesetzt werden.
2. Rüstungen und Ausstattung
a. Der Mindestrüstschutz im Nahkampf besteht aus gepolsterten Handschuhen und Kopfschutz. Der Mindestkopfschutz ist eine wirksam unterpolsterte Kettenhaube oder ein eisenverstärkter Lederhelm. Kämpfer die nicht den Mindestrüstungsschutz tragen, dürfen am Nahkampf nicht teilnehmen.
b. Körperschutz, besonders Schutz der Unterarme und Gelenke, wird dringend empfohlen !
c. Verboten sind Schilde und Rüstungen mit Dornen oder gefährlichen (z.B. abstehend, scharf, schartige, etc.) Kanten.
d. Gefährliche Gegenstände (Messer, ...) dürfen grundsätzlich nicht mitgeführt werden.
3. Verhalten
a. Erlaubt sind Schläge mit Hiebwaffen zum Schild und/oder Körper in den jeweiligen Trefferzonen:
Hiebwaffen (Schwert, Sax, Axt, etc..): Stangenwaffen (Spiess/Geer/Langaxt):
b. Nicht erlaubt sind Stiche mit Hiebwaffe auf die obere Hälfte des Rundschildes / oberes Drittel des Kite- bzw. gr. Dreieckschildes und zum Körper sowie Schläge und Stiche zum Kopf oder Hals.
c. Erlaubt sind Schläge und Stiche mit Stangenwaffen auf die untere Hälfte des Rundschildes / unteren zwei Drittel des Kite- bzw. gr. Dreieckschildes oder den Körper unterhalb der Achselhöhle, wenn die Waffe abwärts geführt wird.
d. Nicht erlaubt sind Schläge und Stiche mit Stangenwaffen auf die obere Hälfte des Rundschildes / oberes Drittel des Kite- bzw. gr. Dreieckschildes, zum Kopf, Hals oder auf den Körper oberhalb der Achselhöhle, sowie das Führen der Waffe aus einer unteren Position (Aufwärtsstich, Aufwärtsschlag).
e. Erlaubt sind gezielte Schüsse mit Fernkampfwaffen auf den Schild und den Körper unterhalb der Achselhöhle.
f. Körpereinsatz zum direkten Angriff auf den Körper (Tritte, Faustschläge, ...) ist nicht erlaubt. Rempeln ist davon ausgenommen.
g. Einsatz von gefährlichen Gegenständen(Fußangeln, ...) ist nicht erlaubt.
h. Die Teilnahme an einem Gefecht unter jeglichen wahrnehmungstrübenden Mitteln (Medikamente, Alkohol, Drogen, ...) ist nicht erlaubt.
i. Faires Verhalten ist Voraussetzung für ein gelungenes Gefecht. Wir kämpfen als Partner, nicht als Feinde !
j. Angriffe auf Fernkämpfer, die den Mindestrüstungsschutz nicht tragen, sind nur anzudeuten.
k. Nichtkämpfer werden nicht bekämpft.
4. medizinische Versorgung / Ersthelfer-Kenntnisse
Der Veranstalter hat für die Anwesenheit von Sanitätern, während und nach den Kampfhandlungen zu sorgen !
Jeder Kämpfer muß Ersthelferkenntnisse für den Notfall haben. Um dies sicherzustellen muß er einen Ersthelferschein (DRK, Johaniter, ASB, etc.) vorweisen können, welcher nicht älter als 4 Jahre ist.
5. Sonstiges
a. Die Sicherheit der Waffen und Ausrüstung wird durch Kontrollen versucht sicherzustellen, wobei
diese aber Grundsätzlich in der Verantwortung des Kämpfers liegt.
Es können Waffen bei der Kontrolle bis zum Ende der Kampfhandlungen ausgeschlossen und/oder
einbehalten werden.
b. Eine Erste-Hilfe-Ausstattung muß vor Ort sein. Jeder Kämpfer muß Ersthelfer sein (s. Punkt 4).
c. Minderjährige Kämpfer bedürfen der Zustimmung des Erziehungsberechtigten und müssen mind. 16
Jahre alt sein.
d. Anordnungen der Kampfrichter ist unbedingt Folge zu leisten.
e. Der Veranstalter hat das Hausrecht und hat die Sicherung des Kampfplatzes zu gewährleisten.
f. Der Kämpfer muß seine Eignung an der Waffe durch die CombatCard oder, wenn durch den
Veranstalter zugelassen, eine geeignete Prüfung vor Ort nachweisen.
g. Jeder Kämpfer hat selbst dafür Sorge zu tragen, dass Unbeteiligte (z.B. Nichtkämpfer, Zuschauer,
etc.) nicht gefährdet werden.
h. Eine Trefferregelung ist nicht Bestandteil der Schlachtregeln und ist gesondert abzustimmen.
i. Die Anwendung des Codex Belli auf einer Veranstaltung enthebt den Veranstalter nicht von seiner
Sorge- und Haftpflicht.
Diese Regeln gelten dem Schutz und dem partnerschaftlichen Miteinander der Kämpfer und Nichtkämpfer im freien Gefecht.
Der Codex Belli muß, wenn er als Regelwerk für eine Veranstaltung angewand wird, öffentlich einsehbar sein und sollte möglichst jedem Kämpfer schriftlich ausgehändigt werden. Der Veranstalter ist dafür verantwortlich, dass die Gültigkeit dieser Regeln bekannt gemacht wird.
Train hard, fight easy !
© CombatCard 2006 / © Kämpferliste 2002 / Tim Schneider 1999 Vervielfältigung zu nicht kommerziellen Zwecken erwünscht ! Änderungen dieses Textes ab 2006 bitte nur nach Absprache mit den Verantwortlichen der CombatCard.
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Werte Brüder
Der Codex ist doch so wie er ist gut.
Sollten wir uns nicht einmal Gedanken
darüber machen wie man mit Halbhirnen verfährt, die sich trotz Absprach nicht an den Codex halten.
Warum soll man Gauner nicht Gauner nennen.
Auch ich bin der Meinung, dass bei Schlachten oder Scharmützeln so etwas wie Beobachter (Ringrichter) aufgestellt werden sollten.
Hinterher entschuldigen bringt Niemanden etwas.
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Gut gesagt!
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Ich denke auch, dass die vorhandenen Regeln ansich nicht schlecht sind und wenigstens schon gundlegende Bekanntheit haben und immerhin schon teilweise "Anwendung" erfahren ;-)
Wichtig ist eben immer die Absprache und die beidseitige Klarheit darüber, was gerade gilt. Und natürlich die Einhaltung und evtl. Überwachung. Das ist sicher das schwierigste Thema...
Die Einhaltung muss natürlich auch trainiert werden, denn im Kampf ist ja keine grosse Zeit zum Nachdenken.
Die "Litauer", die ich in Adventon kennen gelernt habe sind tolle Vorbilder für Leute, die mehr als einen Kampfstil, mehr als einen "Regelsatz" beherrschen: Eben noch Linefight nach Codex Belli und dann Einzelkämpfe in der Version "etwas härterer CB mit Kopftreffer" - macht einen Riesenspass und die Jungs sind absolut sicher! Nach 3 Kopftreffern hatte ich dann beim 1. Mal auch endlich "kapiert", dass ich ja gemäss Absprache auch meinen Kopf schützen muss *smoky*
Man fängt mit diesen Jungs langsam an und sie stellen sich auch auf einen ein. Das ist sicher selten! So kann man sich an die Regelerweiterung gewöhnen und wenn man will geht es bis Huscarl.
Aber in einer Feld-Schlacht mit vielen (unbekannten) Teilnehmern würde ich trotzdem lieber auf Codex Belli setzen - weil wir montags wieder hier im Forum "tippen" wollen ;-)
Zusammengefasst ist meine Meinung also: Die bestehenden Regeln bieten genügend Flexibilität je nach Geschmack - eher die Umsetzung und Anerkennung muss gefördert werden! Das könnte mit Schiedsrichtern und schriftlicher Anerkennung verbessert werden. Zumindest totale "Regel-Verweigerer" müsste man so raus bekommen?! Und damit meine ich "aktive Schläger", als auch Teilnehmer, die durch schlechten eigenen Schutz Verletzungen provozieren!