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Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Linhart de Pildenaw am 10. Februar 2010, 12:01:00

Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Linhart de Pildenaw am 10. Februar 2010, 12:01:00
Gott zum Gruß liebe Brüder

 ich wollte mal anfragen was ich für Latainische texte ich können muss und welche gebete.  *pope*
das Pater Noster und Ave Maria hab ich schon.

Welche Texte sollte ich noch können?
Wie Spreche einen Ordensbruder, Vorgesetzten oder die Mitglieder anderer Orden an?

Ich hoffe ihr könnt mir da weiter helfen

Gezeichnet Linhart de Pildenaw
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 10. Februar 2010, 21:38:29
Zitat
Welche Texte sollte ich noch können?
Mit Pater Noster und Ave Maria bist du schon recht gut dabei.

Zitat
Wie Spreche einen Ordensbruder, Vorgesetzten oder die Mitglieder anderer Orden an?
Das ist nicht genau klar.
Recht wahrwscheinlich war aber einfach "Bruder sowiso", die Anrede gegenüber Vorgesetzten ist mir nicht bekannt - weiß da jemand etwas?
Im Zweifel ebenfalls einfach "Bruder xyz" oder eben nach Rang: "Bruder Komtur".
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Eusebius von Cammin am 13. Februar 2010, 22:29:32
Wahrscheinlich entsprechend anderen orden tatsächlich einfach Bruder xyz bzw. vater xyz, wenn der betreffende geweihter priester ist.

Bei unbekannten brüdern anderer orden eventuell mit ordensbezeichnung (Bruder vom Hospital, Bruder vom Deutschen Haus, Bruder vom Tempel, Bruder vom Lazarett, Bruder vom Heiligen Grab etc. )

in der Praxis damals wohl überwiegend in latein.


Auf den Gruss "pax vobiscum" dürfte allgemein mit "et vobiscum (quoque) pax" geantwortet worden sein, das "et cum spiritu tuo" entgegnete man eher einem Priester gegenüber, und wahrscheinlich auch in erster linie auf "dominus vobiscum!". diese Antwort hat in erster Linie Liturgische Bedeutung.

Auch nicht unüblich dürfte der wesentlich formellere gruss "Laudetur Jesus Christus!" (Gelobt sei jesus christus!), worau mit "in Aeternum! amen." (in Ewigkeit! amen.) geantwortet wird. Dieser gruss ist heute noch unter Geistlichen recht verbreitet.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Bruder Gunter am 04. Oktober 2010, 15:30:57
Für die Ansrache unsrer Brüder od. auch anderer Ordensbrüder kann man auch den Bruder xyz in Frater xyz setzen.Des weiteren setzen wir den Titel teilweise noch an wie z,B Frater Komtur xyz
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Johannes vom Gollenstein am 05. Oktober 2010, 08:10:34
Wie ist es mit der Anrede "Meister Sowieso" für den Komtur (oder andere Würdenträger?)?
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: William am 05. Oktober 2010, 09:31:13
Meister/Komtur/Präzeptor werden oft synonym für den Leiter eines Hauses/Komturei/Präzeptorei genutzt.

Wobei gilt:

Meister = deutsch
Komtur = französisch
Präzeptor = latein (Lehrer /Hofmeister/Klostervorsteher - bei den Johannitern so belegt)

Um dann den tatsächlichen Stellenwert innerhalb der Ordenshirarchie erkennen zu können, wird entweder eine Ortsangabe oder eine Tätigkeitsbezeichnung angehängt.

So ist der Komtur/Meister/Präzeptor von Jerusalem Mitglied des Konvents und damit in der obersten "Führungsschicht", während der Meister/Komtur/Präzeptor von "Kleinhausen" nur ein Hausvostand ist.
Der Meister/Komtur/Präzeptor von England/London steht dementsprechend über dem Meister/Komtur/Präzeptor von Lincoln etc.

Der Bailly ist grundsätzlich ein "Stellvertreter" - auch hier gilt das o.g. - d.h. der Bailly einer kleinen Komturei ist ist nur der stellvertretende Hausvorstand - der Bailly von England kann sowohl im Sinne des Stellvertreters des Großmeisters auftauchen und damit den Provinzialmeister meinen, aber er kann genauso der Stellvertreter des englischen Provinzialmeisters sein.

Diese, auf dem ersten Blick verwirrende, Regelung hat meiner Meinung nach den Sinn, das jeweils der beste Mann an die entsprechende Stelle gesetzt werden konnte, ohne Rücksicht auf die Ständeordnung nehmen zu müssen.
Ansonsten hätten alle Führungspositionen von Adeligen besetzt werden müssen - eine geniale Lösung das so zu umgehen! *smoky*



Als Bestätigung für einen erhaltenen Befehl kenne ich nur:

"de pardieu bon Sire!" - hoffe es ist richtig geschrieben - Schulfranzösich ist seeeeehr lange her!


Gruß
 William
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 05. Oktober 2010, 09:40:40
Zitat
Der Bailly ist grundsätzlich ein "Stellvertreter" - auch hier gilt das o.g. - d.h. der Bailly einer kleinen Komturei ist ist nur der stellvertretende Hausvorstand - der Bailly von England kann sowohl im Sinne des Stellvertreters des Großmeisters auftauchen und damit den Provinzialmeister meinen, aber er kann genauso der Stellvertreter des englischen Provinzialmeisters sein.
Sorry, dass ich nochmal einhake, mir stellt sich das anders dar.
Mit "Stellvertreteramt" meinte ich letztens nicht, dass der Bailli stellvertreter eines anderen Amtsträgers ist (also z.b. Unterkomtur), sondern dass das Amt an sich ein Stellvertretungsamt des Vorgesetzten ist. Gewissermaßen ist der Provinzialkomtur Stellvertreter des Ordensmeisters innerhalb seiner Provinz, er vertritt also den Meister direkt. Genauso vertritt der Hauskomtur den Provinzialkomtur innerhalb seiner Kommende. Damit einher geht natürlich auch ein "herunterbrechen" von Verantwortlichkeiten, d.h. z.b. dass ein Hauskomtur keine Steinhäuser errichten durfte, die Erlaubnis hierzu durfte nur der Provinzialmeister oder der Ordensmeister selbst geben.
"Bailli" ist also eine allgemeine Bezeichnung für irgendeinen beliebigen Amtsträger, nicht für konkrete Ämter.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: William am 05. Oktober 2010, 09:54:38
Jo - du hast es nur etwas ánders ausgedrückt! (komplizierter!)*smoky*

Ursprünglich kommt es aus dem weltlichen Bereich und
der Bailli (oder Bayle) war ein feudaler Beamter, der vom Grundherrn mit Verwaltungs-, Steuer-, Polizei- und Justizaufgaben betraut worden war. (Also ursprünglich entsprechend dem Stand eines Ministerialen - später ab dem 14 jhrdt. auch höherwertig verwendet! So konnte ursprünglich ein Bailli auch nichtadelig sein - später war es dann häufig ein Titel und Privileg des Hochadels - man muß also bei der Begriffsbestimmung ganz klar den Zeitrahmen berücksichtigen!)

Das Amt und später auch der Bezirk des Bailli wurden Bailliage genannt - und synonym auch als Sénéchal bezeichnet, ihr Amt bzw. ihr Bezirk als Sénéchaussée. (In England auch sheriff genannt)

Der Bailli des Königreiches Jerusalem, war der Stellvertreter des Königs - natürlich immer von oben nach unten fortlaufend und somit nicht immer, aber teilweise schon ein spezielles Amt innerhalb des Ordens - aber sehr wohl ein Verwaltungsamt im weltlichen Bereich!

Wenn der Bailli also ein "Stellvertretungsamt" des Vorgesetzten ist, dann ergibt sich aus dem jeweiligen "Bezirk" oder Aufgabenbereich ja auch für wen er stellvertretend ist.

Das kann sowohl für den Großmeister, als auch für jeden anderen in Führungsposition sein - somit kein festes Amt = beliebiger Amtsträger, aber im "Kleinen" dann doch wieder fester (aber ungenau) umrissen, als "Verwaltungsamt" zwischen Provinz und Komturei!

Ich wollte es oben nur nicht so kompliziert machen... *smoky*

EDIT:
Im Orden taucht auch die Bezeichnung als Amtträger auf - zwischen Provinz und Komturei - jedoch lassen sich nach :
Christian Vogel, Das Recht der Templer,
.."keine besonderen Befugnisse der Baillis gegenüber einem "einfachen" Präzeptor erkennen" - daher ist es schwer nun zu sagen, ob der Bailli nun dem Präzeptor unterstand und somit dessen "Stellvertreter" war oder umgekehrt, oder ob gemeint ist, das der Bailli hier, in dem ihm unterstellten Rahmen, DEN Meister vertritt - beides wäre möglich!  *jokely*

(Sénéchal also synonym mit Bailli - somit Senechal des Konvents = Stellvertrender Meister des Ordens, Bailli von 2-3 kleinen Häusern = ?? keine genauen Angaben wessen Stellvertreter - oder doch wie im weltlichen eher ein Verwaltungsamt? Die Beleglage gibt da keine 100%ige Klarheit, daher vereinfacht "Stellvertreter" - für wen auch immer! *smoky*)



Gruß
William
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 05. Oktober 2010, 11:41:55
Wir reden aneinander vorbei. Wichtig ist auch nochmal zu betonen, dass der weltliche Bailli-Begriff nicht 1:1 in den Orden übertragbar ist.

Nehmen wir mal als Beispiel:
Der Hauskomtur ist Bailli und damit Stellvertreter des Provinzialkomturs innerhalb seines Hauses.
Er ist aber nicht vergleichbar mit einem Stellvertreter ala Unterkomtur.

Fassen wir es so zusammen: "Bailli (Templerorden): Begriff für einen Amtsträger"


Aber wir schweifen extrem vom Thema ab.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Daniel am 06. Oktober 2010, 08:40:23
Hallo

ich habe mir mal erlaubt die Überschrift zu korrigieren. Es heisst Latein (http://de.wikipedia.org/wiki/Latein).
Latain gibt es nicht :)

Gruß
Daniel
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Linhart de Pildenaw am 06. Oktober 2010, 17:20:44
Arx!!

Mist sorry mein Fehler!

is mir garned aufgefallen das i da ein a statt e hab. (Scheiss Legasthenie)
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Johannes vom Gollenstein am 21. März 2011, 07:53:39
Ich muss mal dieses Thema wieder aufgreifen, es hat sich eine grundlegende Frage aufgetan, vielleicht könnten die Lateiner unter euch helfen:

Es geht um die Aussprache des "C" im Lateinischen, speziell bei "Caelis" (hier auch um das "ae").

Wie wird es korrekt gesprochen? Ich habe in verschiedenen Quellen (Bücher, liturgischer Gesang etc...) sehr unterschiedliche Versionen gefunden.

Welche Aussprache ist korrekt?
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 21. März 2011, 08:45:52
Darüber streiten sich sogar die Gelehrten.
Ich vermute momentan, dass es ein "K" ist, außer in speziellen Fällen ("ci"->"tschi"). Belege hjabe ich dafür keine, nur gefährliches Halbwissen.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Johannes vom Gollenstein am 21. März 2011, 08:49:42
Den Eindruck hatte ich auch schon.. Ist halt eine tote Sprache...

In einem Video vom Vatikan benutzen sie ein "tsch", "Tschäälis" sowie "sanktifitschädur" dann.

Mir persönlich gefällt "Kaelis" am besten...

In einem Buch fand ich einmal eine interessante Erklärung:

Der Autor plädierte für K, aufgrund der Herleitung von "Kaiser":
Kaiser von vom Cäsar; spricht man das C als K, also "Kaisar" statt "Zäsar", passt die Herleitung wesentlich besser.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 21. März 2011, 09:04:33
Das gleiche trifft auf den Carker, den Kerker zu, und auch auf Cadaver.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Gabriel von Kettenhofen am 21. März 2011, 10:02:43
"Komtur" ist Französisch?

Ich dachte, das ist Deustch. Und zwar das eingedeutschte Wort für"commandeur", das man in den altfrz. Texten für Komtur findet.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Johannes vom Gollenstein am 21. März 2011, 10:12:05
Lt. Wikipedia kommt Komtur vom lateinischen "commendator" für Befehlshaber.
Ansonsten klingt es für mich auch eher Deutsch als Französisch...
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Charles v. säbelberg am 22. März 2011, 09:41:21
Wehrte Brueder,

da hat unser Gastritter Gabriel voll recht,Komtur ist die deutsche bezeichnung von französichem Comandeur.
Und wie wir alle wissen ist Französich,genau wie Spanich und Italienich,Sprachen die aus dem Latein sich entwickelt haben.

Gott zum Grusse

Charles [kaffeetasse]
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Glenna am 29. März 2011, 20:59:16
Zitat
Original von Johannes vom Gollenstein
Ich muss mal dieses Thema wieder aufgreifen, es hat sich eine grundlegende Frage aufgetan, vielleicht könnten die Lateiner unter euch helfen:

Es geht um die Aussprache des "C" im Lateinischen, speziell bei "Caelis" (hier auch um das "ae").

Wie wird es korrekt gesprochen? Ich habe in verschiedenen Quellen (Bücher, liturgischer Gesang etc...) sehr unterschiedliche Versionen gefunden.

Welche Aussprache ist korrekt?

Im Lateinunterricht haben wir das Anno Posemuckel als "K" ausgesprochen. Das "Tsch" aus dem Vatikanvideo kann ich mir nur als Adaption aus dem Italienischen erklären. In meinen 4 Jahren Latein habe ich ein "C" jedenfalls ziemlich sicher NIE so aussprechen müssen :D

Es grüßt
Glenna - der grad vor lauter Informationen der Kopf schwirrt.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Johannes vom Gollenstein am 30. März 2011, 21:42:12
Das mit dem "tsch" hatte ich mir auch so so gedacht.
Ansonsten wird man sich wohl doch auf Spekulationen einlassen müssen, es gibt ja nicht meht so viele Zenturionen, die man fragen könnte...

Dir schwirrt der Kopf? Kann ich verstehen.  *smoky*
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: William am 31. März 2011, 10:00:23
Zitat
Original von Gabriel von Kettenhofen
"Komtur" ist Französisch?

Ich dachte, das ist Deustch. Und zwar das eingedeutschte Wort für"commandeur", das man in den altfrz. Texten für Komtur findet.

"Komtur" stammt ursprünglich von dem lateinischen Wort "Commenthur" ab und daraus ergab sich später (!) das französische Wort "Commandeur" - somit war also Komtur eher ein universelles Wort im MA und wurde in jeder Sprache verwendet.

Natürlich wurde der Begriff auch eingedeutscht als  Komtur oder Komthur - was  synonym, in rein deutschen Texten - insbesondere beim DO - mit "Meister" verwendet wurde.

Daher sprechen deutsche Quellen auch von "Meister" oder "Großmeister" und klerikale, bzw lateinische Texte eben vom "Komtur" - ebenso wie französische oder englische, wenn sie international gehalten sind auch eher "Komtur" benutzen.

Wenn der Text jedoch mehr lokal gehalten wird, nutzt man in England z.B. "Master" (Master of the Temple = heute noch Hausvorstand der Templechurch in London!) oder eben "Meister" in deutsch und "Commandeur" in französisch.

Da jedoch selten in einer zeitgemäßen französischen Quelle, im Zusammenhang mit den Orden, das Wort "Commandeur" autaucht, sondern vielmehr fast immer "Komtur", habe ich oben die vereinfachte Unterscheidung aufgeführt, da es so (s.o.) am gebräuchlichsten war.

Natürlich waren die Begriffe im MA eher fließend und da es weder einen "Duden", noch eine allgemeine "Weltsprache" gab, werden lateinische Begriffe in fast jeder Sprache mehr oder weniger abgewandelt genutzt - aber ich wollte eben eine leicht verständliche, vereinfachte Übersicht machen. *smoky*

Generell macht man also in keiner Sprache etwas falsch wenn man Komtur sagt!


Quelle/Zitat:

Pierer's Universal-Lexikon

Komthur
[679] Komthur (Komtur, v. lat. Commenda, Pfründe, also eigentlich Commenthur), 1) welcher die Einkünfte einer Ordenspfründe verwaltet u. genießt; daher Hauskomthur, der Vorgesetzt- eines Ordenshauses; Landkomthur, der Vorgesetzte eines ganzen Ordensgebietes; vgl. Deutscher Orden;
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 31. März 2011, 12:09:59
Zitat
"Komtur" stammt ursprünglich von dem lateinischen Wort "Commenthur" ab
Ich meine gelesen zu haben, dass es vom lat. "Commendator" abstammt.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Bruder Kevin am 31. März 2011, 12:37:07
Zitat
Original von Benedikt von Söllbach
Zitat
"Komtur" stammt ursprünglich von dem lateinischen Wort "Commenthur" ab
Ich meine gelesen zu haben, dass es vom lat. "Commendator" abstammt.

Benny hat lt. Wikipedia recht. (Lat. commendator = Befehlshaber).
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: William am 01. April 2011, 12:50:19
Ist Beides richtig! *jokely*

Der bisher früheste nachgewiesene Ursprung ist Commenthur - was ein verwaltetes Gebiet beschreibt - der Verwalter wurde daraufhin dann über Zwischenschritte schließlich Commendator genannt, was aber dann auch einen militärischen Rang beschreiben konnte.

Also Wie Komturei - Komtur, so Commenthur - Commendator.
Aber zuerst war es eben der Verwaltungsbereich.

Auch nicht zu vergessen, das das römische Reich etwas länger Bestand hatte und damit Wörter immer wieder mal eine abgewandelte Bedeutung bekamen - ganz besonders dann nochmal im Mittelalter!

Gruß
William
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Cornelius am 01. April 2011, 21:25:24
Zitat
Original von Benedikt von Söllbach
Das gleiche trifft auf den Carker, den Kerker zu, und auch auf Cadaver.
Ich dachte, die Aussprache als Z beträfe nur die Cs vor hellen Buchstaben (i, e und von mir aus ae), wie das heute noch z.B. im Spanischen unterschieden wird. Im Deutschen haben wir glaube ich auch so etwas; und ohne Wikipedia gefragt zu haben, würde ich mal vermuten, dass ch nach hellen Lauten weich (Engellaut oder wie das heißt: Licht, echt, leuchten, möchten) gesprochen wird und bei dunklen Lauten rau (Dach, Zucht, mochten). Dabei unterschlage ich mal alle Süddeutschen, die eh nur von Kemie und Kinesen reden. :p

Am Ende mal doch noch Wikipedia zum Latein-Artikel:
Zitat
So wurde seit dem späten 6. Jahrhundert das c vor e- und i-Vokalen als Zischlaut gesprochen (den es vorher im Lateinischen gar nicht gab), ebenso bürgerte sich die Aussprache von ti als zj ein, wie sie heute noch in deutschen Fremdwörtern üblich ist. Die Diphthonge ae und oe sprach und schrieb man zunehmend als e.
Da sich in der Liturgie ja viel bewahrt hat und seit dem Mittelalter die Bedeutung des Lateins allmählich zurückging, wäre es ja sonderbar, wenn sich in der Sprache auf ihre "alten Tage" noch nennenswerte Ausspracheregeln geändert hätten (gloria in exkelsis deo? deo gratias?). Aber da bin ich ganz vorsichtig, da abendländische Philologie gar nicht mein Gebiet ist.

In diesem Sinne, pax et bonum...ach nein, falscher Orden...
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Eusebius von Cammin am 03. April 2011, 01:08:32
Beim kirchenlatein kann man eigentlich nix falsch machen, wenn man der heute in den stadtrömischen gemeinden üblichen  Aussprache folgt.
Grundsätzlich dürfte aber so ziemlich jeder Lateiner beides, also die klassische wie die mittelalterliche aussprache verstehen.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Gottlieb am 10. April 2011, 09:49:05
Das hat Cornelius schön gesagt.

Hatten die Diskussion tatsächlich vor 3 Jahren auch in einem Römer - Forum bzgl.

Original: Centurio = Zenturio = Kenturio
Original: Caesar = Zäsar = Käsar

Nachdem das mit dem Käse komisch geklungen hat, haben wir uns intern in unserer Gruppe für Z entschieden :)

Kurz gesagt: Latein ist keine gelebte Sprache mehr (und wenn das so wäre, hätte sie sich über die Jahre bereits auch verändert. - in Bezug auf den z.B. Vatikan) Ich hatte Latein von unterschiedlichen Lehrern und die haben sich fest auf die Seite gestellt, dass ihres das richtige ist und letztlich würde ich unterschiedlich unterrichtet :)

 Wahrscheinlich gibt es hierfür nicht wirklich DIE Aussage, wie es gewesen ist...
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Eusebius von Cammin am 11. April 2011, 04:05:29
Es gibt eigentlich ziemlich konkrete Untersuchungen darüber, ab wann C vor hellen Vokalen als tsch oder Z gesprochen wurde, die ergeben sich aus datierten griechischen namensumschriften. Ich stehe da nicht so in der materie, aber K gilt als klassische Aussprache in der Antike, während das tsch bzw Z wohl im Mittelalter allgemein üblich war.

Da latein aber im Mittelalter die allgemeine Verständigungssprache war, die nahezu jeder sprach, der sich mit leuten, die nicht nur aus der selben gegend kamen zu verständigen hatte, zumindest leidlich beherrschte, dürfte es im hohen mittelalter eine kaum überschaubare vielzahl an dialekten und varianten gegeben haben.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Johannes vom Gollenstein am 28. Dezember 2011, 15:44:23
Ich hänge mal meine Frage hier an, ich denke, es passt hierher:

Ich wüsste gerne, wie die korrekte Antwort auf "Laudetur Jesus Christus" lautet.
"In aeternUm amen" oder "In eternAm Amen".

Ich habe beide Versionen gefunden, vielleicht können mir die Lateiner weiterhelfen?
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Berthold von Krukow am 28. Dezember 2011, 16:26:22
ich kenne nur :
In eternUm. Amen.

Gruß Berthold
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Jorge von Brunswik am 28. Dezember 2011, 16:45:44
Ich würde jetzt mal sagen, daß "C" im lateinischen mit großer Wahrscheinlichkeit als "K" gesprochen wurde. Calligula würde sich bei der Aussprache wie "Z" auch merkwürdig anhören.
Wenn man das Wort "Caersar" mit unserem mittelalterlichen Wort "Kaiser" vergleicht, fällt da die Verwandschaft oder besser gesagt der Ursprung des Wortes "Kaiser" auf. Da zur Entstehungszeit des Wortes Kaiser Latein noch gängige Kirchensprache in deutschen Landen und anderswo im Abendland war, wird man sich bei der Benennung des Titels "Kaiser" nach der korrekten lateinischen Aussprache gerichtet haben.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Heinrich von Hohenfels am 28. Dezember 2011, 20:43:15
@Johannes: Mir ist es als "in eternAm ..." bekannt.

Heisst es aber nicht "Laudate Jesu Christi"?

Bin aber auch kein Lateiner.
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Remigius von Uerdingen am 28. Dezember 2011, 21:31:11
Bruder Berthold hat Recht. Es muß heißen:

in aeternUm. Amen

als Antwort auf

LaudEtur Jesus Christus (Konjunktiv, er soll gelobt werden).

LaudAtur Jesus Christus wäre Indikativ, er wird gelobt werden.

Gruß
Frater Remigius
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Berthold von Krukow am 28. Dezember 2011, 22:48:31
Zitat
Original von Frater Remigius
Bruder Berthold hat Recht. Es muß heißen:

in aeternUm. Amen

als Antwort auf

LaudEtur Jesus Christus (Konjunktiv, er soll gelobt werden).

LaudAtur Jesus Christus wäre Indikativ, er wird gelobt werden.

Gruß
Frater Remigius

Da der Herr zeitlos ist :D , wären beide Formen korrekt.  *jokely*
Titel: Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Johannes vom Gollenstein am 29. Dezember 2011, 11:36:27
Vielen lieben Dank euch allen!!!
Titel: Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 18. Januar 2013, 10:13:57
Auch wenn ich jetzt nekrophil sein muss, habe ich im Zuge meiner Recherchen zur Gregorianik folgende interessante Seite gfeunden, die etwas zur Aussprache beisteuert: http://www.liturgische-gregorianik.de/seite_2.html

Ein Auszug (bessere Formatierungen dort):
Zitat
Die Aussprache des Latein

Die Singmethode der Editio Vaticana basiert auf der römischen Aussprache des Latein. Die Römer haben ihr Alphabet ungefähr sechs Jahrhunderte vor Christus von den Etruskern übernommen. Ursprünglich waren es 22 Buchstaben, die sie verwendeten: a, b, c, d, e, f, g, h, i, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, x, z. Darunter waren Selbstlaute (Vokale): a, e, i, o, u. Die übrigen anderen waren Mitlaute (Konsonanten). Später kamen j und y hinzu als Varianten des Selbstlautes i.
Die Schreibweise j für i wurde benutzt, um die Bildung einer einzigen Silbe bei der Verbindung des Selbstlautes i mit einem anderen Selbstlaut anzuzeigen. Die beiden Selbstlaute wurden in diesem Fall zusammen und nicht getrennt ausgesprochen: ja, je, jo, ju.
Beispiel für ja: Alea jacta est! (Der Würfel ist gefallen! Angeblicher Ausspruch Caesars beim Beginn des Bürgerkrieges im Jahre 49 vor Christus.) Die Silbentrennung lautet: A-le-a ja-cta est. Dagegen beim Wort Glória (auch eine Verbindung zwischen i und a) lautet die Silbentrennung: Gló-ri-a und nicht Gló-ria.

Eine Ausnahme bildet das Wort Allelúia in dem die Silbentrennung Al-le-lú-ia und nicht Al-le-lú-i-a lautet. Die deutsche Schreibweise des Wortes Alleluja (mit j statt i) hat bis vor kurzem diesem Sachverhalt Rechnung getragen.
Beispiel für je: Jé-sus, Ma-je-stá-tis. Dagegen: Sa-pi-én-ti-a.
Beispiel für jo: Jó-seph, má-jor. Dagegen: Fí-li-o, glo-ri-ó-sus.
Beispiel für ju: Ju-rá-vit, é-jus. Dagegen: Fí-li-us, á-li-us.

Der Buchstabe y wurde später für die griechischen Worte eingeführt, in denen y anstelle des i vorkommt, um der griechischen Schreibweise Rechnung zu tragen. Beispiel: Dionysius (griechisch Dionysos = Gott des Weines). Ein Relikt aus der urchristlichen Zeit ist uns hierfür unverändert überliefert: Kyrie eléison, das wortwörtlich Eingang in die römische Liturgie fand und nicht übersetzt wurde.

Sowohl j als auch y werden ausnahmslos wie i ausgesprochen. Es wird besonders darauf hingewiesen, daß die Aussprache des y zwar ein etwas dunkleres i, keineswegs aber ü sein soll. Kyrie eléison zum Beispiel soll besser Kiriä eläison und keineswegs Küriä eläison ausgesprochen werden.

Der Buchstabe k existiert nur im Wort kalendae (der erste Tag eines Monats).

Der Buchstabe h wird aspiriert. Im Wort mihi zum Beispiel wird h wie im deutschen Wort hier ausgesprochen. Die Verbindung ch wird aber wie k ausgesprochen (Christus=Kristus).

Die Doppellaute ae und oe werden wie e ausgesprochen. Sollen sie getrennt ausgesprochen werden, so wird der Buchstabe e wie ë ausgeschrieben: aëris, poëta.

Die Kombinationen ei, eu und ie werden immer als zwei selbständige Silben ausgesprochen: e-i, e-u, i-e. Die Kombinationen c+e (i) und g+e (i) werden tsche, tschi und dsche, dschi ausgesprochen. Paradebeispiele dazu sind die zwei allbekannten Namen Caesar und Cicero, welche im römischen Latein der katholischen Kirche immer Tschesar und Tschitschero ausgesprochen werden müssen. Agere soll adschärä und Virginis wirdschinis ausgesprochen werden. Ein oft gemachter Fehler wird bei der Aussprache des Wortes "Regina" beobachtet, da dieses Wort bei uns als Name verwendet wird. Die Kombination gi soll auch hier wie im italienischen Namen Luigi ausgesprochen werden.

Die Kombinationen xc+e und xc+i werden kstsche und kstschi ausgesprochen. Beispiele: excelsis soll äkstschälsis und excito äkstschito ausgesprochen werden.

Die Kombinationen cc+e und cc+i werden ktsche und ktschi ausgesprochen. Beispiele: ecce wird äktsche und accipite aktschipite ausgesprochen.

Die Konsonantenverbindung gn ist buchstäblich so auszusprechen. Als Beispiel gilt die Aussprache des im deutschsprachigen Raum bekannten Namens Magnus (vgl. Albertus Magnus). Die Aussprache nach dem französischen Wort agneau oder dem spanischen niño ist zu vermeiden, weil diese Sprechweise einer historisch späteren sprachlichen Entwicklung dieser jeweiligen Völker zuzurechnen ist.

Die Konsonantenverbindung ti vor einem Selbstlaut wird "zi" ausgesprochen. Das Wort Justitia wird wie unser Begriff dafür (die Justiz) ausgesprochen. Dieselbe Verbindung wird aber nach den Mitlauten s, t und x buchstabengetreu wiedergegeben. Beispiele: ostium, mixtio, Bruttius. Das Wort totius wird ausnahmsweise buchstabengetreu und nicht tozius ausgesprochen.

Verdoppelte Mitlaute werden länger ausgesprochen: terra, missio.

Für Beispiele zur Aussprache des Latein können Sie einige Videoclips hören. Falls Sie in einer Schola mitsingen möchten, so bekommen Sie dadurch eine kleine Hilfe. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.
Titel: Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Heribert von Werden am 18. Januar 2013, 14:37:10
Bruder Berthold hat Recht. Es muß heißen:

in aeternUm. Amen

als Antwort auf

LaudEtur Jesus Christus (Konjunktiv, er soll gelobt werden).

LaudAtur Jesus Christus wäre Indikativ, er wird gelobt werden.

Gruß
Frater Remigius

Leider ist das so auch noch nicht ganz richtig, aber es geht schon in die richtige Richtung, von meinem Novizenmeister hab ich das so gelernt: Begrüßung jeglichem Ordensbruder oder Schwester ist Laudetur Jesus Christus  (Gelobt sei Jesus Christus) Antwort darauf ist dann: in aeternam, amen - in Ewigkeit, Amen.
Bitte verzichtet grundsätzlich auf das Zitat: Dominus vobiscum, das gehört zum Sündenbekenntnis.
Bei Pax vobiskum bei Ordensbrüdern und Schwestern bekomme ich auch mächtig Bauchschmerzen und hat nichts mit der ordenlichen Begrüßung von Ordensleuten zu tun und echte Ordensleute kommen sich dann arg veralbert vor, wer aber kein Latein kann, darf auch gerne die deutsche Begrüßung Gelobt sei Jesus Christus und Antwort in Ewigkeit, Amen verwenden.
Titel: Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Charles v. säbelberg am 18. Januar 2013, 14:47:55
genau so ist es,bruder,ist immer schwer die richtigen worte in latein zu finden,bruder berthold hat es drauf

gott zum grusse

charles
Titel: Re:Gebete und andere Sachen auf Latein
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 17. September 2015, 18:22:10
Darüber streiten sich sogar die Gelehrten.
Ich vermute momentan, dass es ein "K" ist, außer in speziellen Fällen ("ci"->"tschi"). Belege hjabe ich dafür keine, nur gefährliches Halbwissen.
Weil ich durch Zufall gerade drauf gestoßen bin, ich habe hier evtl. einen "Standard" den wir nutzen könnten.

Der Liber Usualis (https://de.wikipedia.org/wiki/Liber_Usualis) ist eine Art "Anleitung für Gebete" inkl. Messen und Stundengebete und reguliert neben dem Aufbau und Inhalt der Stundengebete/Messen die "Kirchenamtliche" Aussprache des Latein. Diese hört sich recht "italienisch" an, lässt sich dadurch aber leichter aussprechen und klingt melodisch schöner. ich für mich nutze diesen "Standard" für die Horen, die Alexander und ich aufbereiten.

Der Liber Usualis ist auf englisch frei herunterladbar: http://archive.org/details/TheLiberUsualis1961 (der Link stammt aus dem oben verlinkten Wikipediaeintrag).
Eine Deutsche (gekürzte) Variante des Teils der die Aussprache normiert ist aktuell bereits in Arbeit und fast abgeschlossen. Ich werde ihn, sobald er fertig ist, als "Anhang" hier im Forum zum runterladen einstellen (Titel "Liturgie, hier: Anhang/Anleitung"; da wo aktuell auch die anderen Horen liegen (http://forum.templernetzwerk.de/index.php?board=2.0)).