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Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Dominic am 29. September 2009, 18:52:08
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Da ich ja einen Turkopolen um 1230 darstelle und bislang meist meine Ausrüstung nach knappem Informationsmaterial aus dem Internet und durch Gespräche auf Märkten zu Rüstung, Stoffen, Waffen etc. zusammengestellt habe, aber keine tatsächlich brauchbaren Quellenangaben, außer Ospreys "Saladin and the Saracens", gefunden habe, nun hier ein paar Fragen. Genannte literarische Grundlage half mir leider auch nicht sehr weiter, da ich nicht gut genug der englischen Sprache mächtig bin. Vielleicht können mir meine Fragen ja hier beantwortet werden, mit der entsprechenden Quellenangabe und historischen Belegung:
Welche Rüstungen kommen für den Turkopolen in Frage? Nach meinen Recherchen kommen Lederrüstungen, Plattenrüstunge (es war in einem Buch, dessen Titel ich leider nicht mehr kenne, eine Brustplatte Saladins abgebildet, welche historisch belegt und somit das Wissen verfügbar war) Kettenrüstungen und Leder-, Metallschuppenpanzer in Betracht. Ich bin mir auch bewusst, dass ich natürlich nicht in einer sehr prunkvollen Rüstung herumlaufen kann.
Welche Helme waren zu oben angegebener Zeit denn in den arabischen Länder aktuell? Man kennt ja verschiedene Helmformen durch den ein oder anderen Internetshop oder Händler auf Märkte, doch konnte ich bislang kaum eine entsprechende historische Belegung finden. (Außer mal wieder bei Osprey) Nur, sind diese korrekt?
Wie sieht es mit den Stoffen aus? Welche Arten der Wolle, Seide etc. waren verfügbar? Woraus wurden, falls überhaupt, aber ich gehe davon aus, Bordüren für die Kleidung hergestellt? Wie wurden arabische Ornamente auf die Kleidung aufgetragen, die man häufig auf Abbildungen findet, falls diese Ornamente überhaupt authentisch sind?
Da ich einen Turkopolen mit dem entsprechenden Bogen darstelle, meine ich mich dort einigermaßen auszukennen. Jedoch kann ich immer nur Osmanenbögen und Türkenbögen finden, in der typischen C Form, wenn der Bogen entspannt ist. Sind diese Formen für die angegebene Zeit korrekt? Ich gehe davon aus, da ich mir nicht vorstellen kann, dass diese Bogenform sehr wesentlich verändert wurde. Wie schaut es mit der entsprechenden Befiederung aus? Hat jemand zufällig Schnittmuster für eine typische, arabische Pfeilfeder? Hier finde ich immer nur die europäischen Formen. Ich glaube zwar, dass die arabischen Federn ähnlich bis gleich geschnitten waren, aber ich kann mich ja täuschen. Gibt es eine typische, arabische Pfeilspitze? (Jetzte aber nicht mit der Halbmondspitze um die Ecke kommen ;) )
Bei den Köchern, für Bogen und Pfeile, habe ich leider nur eine gute Darstellung bei der http://www.tuerkenbeute.de gefunden, welche sich an einer Zeit nach dem 13. Jahrhundert orientiert. ich habe meine Köcher momentan an die der Türkenbeute angelehnt. Kennt jemand hier entsprechende Formen mit Quellenangaben?
Wie waren die Schnitte bei den arabischen Kleidern, insbesonder die der berittenen Bogenschützen? Auch hier habe ich bislang meine Kleidung den wenigen, aus meiner Sicht, nicht historisch belegten Quellen, angelehnt.
Ok, dass sind erstmal sehr viele Fragen, aber vielleicht kann mir ja ein wenig geholfen werden. Vielleicht ist ja auch ein erfahrenener Turkopole hier im Forum unterwegs, oder vielleicht ist einer irgendjemandem hier bekannt. Schön wären auch Angaben über Bezugsquellen der entsprechenden Vorschläge.
Ich danke schon jetzt für die Mühen.
PS: Fotos meiner aktuellen Darstellung sind hier zu finden: http://www.templer-mark.de/content/index2.php?page=mitgliedgeschichte&id=84
Ich besitze mittlerweile andere Stiefel und die Beinschienen habe ich verkauft.
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Hallo
da hab ich was für dich:
klick mich (http://www.reenactors-shop.de/product_info.php?info=p1365_Saladin---Sarazenen-und-Kreuzritter.html)
Direkt was über den Turkopolen im Templerorden ist nichts drin, aber halt in Massen sarazenische Bewaffnung und Rüstungen. Da kannst du ne Menge rausziehehen denk ich.
Gruß
Daniel
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Das ist die Übersetzung von den beiden Osprey Heften Saladin and the Saracens und Knights of Christ.
Falls du das Heft was du schon hast auf Deutsch lesen möchtest ist das ganz gut, ansonsten lohnt es sich kaum.
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Hallo Dominic
Als Hilfe könnte ich dir anbieten sich mit der Templer Komthurey Berlin, hier unseren Turkopolen (Daaraa) in Verbindung zu setzen. Zeitraum deiner und seiner Darstellung müssten passen.
Viel Glück für diese schwere Darstellung
jerome
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Original von Dominic
Welche Rüstungen kommen für den Turkopolen in Frage? Nach meinen Recherchen kommen Lederrüstungen, Plattenrüstunge (es war in einem Buch, dessen Titel ich leider nicht mehr kenne, eine Brustplatte Saladins abgebildet, welche historisch belegt und somit das Wissen verfügbar war) Kettenrüstungen und Leder-, Metallschuppenpanzer in Betracht. Ich bin mir auch bewusst, dass ich natürlich nicht in einer sehr prunkvollen Rüstung herumlaufen kann.
Die typisch sarazenische Kleidung/Rüstung war, entsprechend der eigenen Stellung oder der des Dienstherren schon wesentlich prunkvoller als die christliche - nur sollte die Rüstung nicht zu schwer ausfallen, denn der Sinn der Turkopolen war ja ein "Gegengewicht" zur leichten schnellen Reiterei der Sarazenen aufzustellen.
Da die kämpfenden dienenden Brüder ja schon leichter ausgerüstet waren, als die Ritter, sollte ein Turkopole eben noch leichter gerüstet sein - es ging um Geschwindigkeit!
Weniger ist daher mehr - dafür kann es dann aber auch etwas prunkvoller sein - die Turkopolen legten schließlich kein Armutsgelübte ab und wurden daher sicherlich aus Beutewaffen ausgerüstet, die den normalen Brüdern nicht gestattet waren - natürlich kein Gold oder Silber, denn das wäre verkauft worden!
Wie sieht es mit den Stoffen aus? Welche Arten der Wolle, Seide etc. waren verfügbar? Woraus wurden, falls überhaupt, aber ich gehe davon aus, Bordüren für die Kleidung hergestellt? Wie wurden arabische Ornamente auf die Kleidung aufgetragen, die man häufig auf Abbildungen findet, falls diese Ornamente überhaupt authentisch sind?
An Stoffen kannst du eigendlich von Seide, bis zu feiner Wolle oder Leinen alles nehmen - die Schriftzeichen waren bei den Sarazenen gestickte Suren aus dem Koran - aber da die Turkopolen christliche Hilfstruppen waren, käme das nicht in Betracht - also dann entweder Blumen- Rankenmuster oder orthodox christliche/byzantinische Symbole etc.
Da ich einen Turkopolen mit dem entsprechenden Bogen darstelle, meine ich mich dort einigermaßen auszukennen. Jedoch kann ich immer nur Osmanenbögen und Türkenbögen finden, in der typischen C Form, wenn der Bogen entspannt ist. Sind diese Formen für die angegebene Zeit korrekt?
Da die Turkopolen nach dem Vorbild der leichten sarazenischen Reiterei aufgestellt wurden, paßt alles was ein Sarazene an Bewaffnung oder Ausrüstung trug - nur eben keine muslimischen Symbole!
Also kannst du dich im großen und ganzen an die sarazenischen Vorlagen halten (dafür wurden ja schon Quellenangaben genannt) - aber Vorsicht bei Schriftzügen! (also z.B. koptische oder aramäische Symbole oder Psalmen etc statt den Suren)
Gruß
William
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Hm, aber aus welchem Grund sollen keine Texte in der arabischen Schrift auf der Kleidung vorhanden sein, wenn diese dem christlichen Glauben entsprechen?
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Ich denke, dass William damit nur Korantexte meinte, nicht arabische Schrift im Allgemeinen.
Für die Stoffarten die du verwenden kannst, finde ich die Tributlisten sehr hilfreich. Dadurch weiß man was alles in eine bestimmte Stadt/Region gebracht wurde und weiß auch was aus welchen Regionen kam. Natürlich sind damit kaum Rückschlüsse zu ziehen wie wertvoll etwas war, nur weiß man was es gab.
(Bücher: Die Kreuzzüge in Augenzeugenberichten oder auch Der heilige Krieg der Barbaren)
Als Turkopole solltest du dich auch darüber informieren, wie ein Christengürtel ausgesehen hat und aus welchem Material der war. da du ja "gewohnt" bist diesen zu tragen und den auch in den Nichtchristlichen Gebieten targen musst.
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Wo findet man diese Tributlisten im Internet und was ist der Christengürtel? Habe ich bislang noch nichts von gehört.
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Original von Bruder R
Ich denke, dass William damit nur Korantexte meinte, nicht arabische Schrift im Allgemeinen.
Jup! *jokely*
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Tributlisten habe ich bisher auch noch keine im Internet gefunden. Die, die ich kenne, habe ich aus Büchern.
Zum Thema Christengürtel gibt es leider auch nur sehr wenig. Aber ein paar Sachen kann ich dir aus dem Stehgreif sagen. Muss dann später mal nachschauen, ob ich etwas vergessen habe.
Der Christengürtel ist seit ca. 800 in Persien verpflichtend und um 849 gibt es dazu auch ein Gesetz. Um 1025 wird das Gesetz auf alle Bewohner des „Haus des Islam“ ausgeweitet. Inwieweit vorher schon Christen in den anderen Gebieten den blauen Gürtel tragen mussten weiß ich nicht. Schriftbesitzer die nicht dem Islam angehörten mussten sich in diesen Gebieten kennzeichnen, damit sie klar als Dhimmi zu erkennen waren, um nicht mit Polytheisten verwechselt zu werden.
Das hat etwas mit der rechtlichen Stellung zu tun. Da ein Schriftbesitzer, der für gewöhnlich den Status eines Dhimmi besaß anders gestellt war wie ein Polytheist. Deswegen sollten alle Christen einen blauen Gürtel tragen und Juden einen gelben. Juden trugen zeitweise auch einen gelben Turban oder ein gelbes Stirnband oder andere gelbe Dinge.
Ich vermute, dass der Gürtel aus dem indischen Raum kommt. An verschiedenen Stellen wird erwähnt, dass der Gürtel (Sonnar) dem Weihesymbol der Parsen und der Brahmanen nachgebildet sein soll.
Aber eigentlich musst du keinen Gürtel tragen. Deine Darstellung lebt doch in einem Gebiet. Welches nicht zum „Haus des Islam“ gehört, sondern zum „Haus des Krieges“. Damit gehört dein Gebiet nicht zur Unna und somit bist du auch nicht diesem Gesetz unterworfen. Du könntest den Gürtel höchstens aus Gewohnheit tragen, aber nicht aus rechtlichen Gründen.
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Wurden Borten an der Kleidung getragen? Wenn ja, wie wurden diese hergestellt?
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Hast du schon mal in dem Ausstellungskatalog "Saladin und die Kreuzfahrer" geschaut?
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Nein, bislang noch nicht.
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Ich würde arabische Schrift nicht per se ausschliessen. Zum einen wurde die kufische schrift, eine form der arabischen, z.B. in Sizilien durchaus auch im christlichen Kontext verwendet (Ich erinnere an die inschriften der Krönungsgewänder der deutschen, lombardischen und sizilianischen Könige, die sich im original in der weltlichen Schatzkammer der Hofburg zu Wien befinden und durchweg in arabischer Schrift gehalten sind), zum anderen wurde die regel, dass Turkopolen christen sein sollten, nicht all zu konsequent verfolgt.
Allerdings dürften turkopolen, die zwar kein armutsgelübde ablegten, aber in Formationen des ordens eingereiht waren auch überwiegend dunkle bis schwarze gewänder getragen haben, eventuell sogar mit darauf angebrachtem Kreuz.
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Wie kommst du auf die Einheitlichkeit der Kleidung der Turkopolen?
Diesbezüglich habe ich bisher noch nichts gelesen. Eher den Punkt, dass sie sich selbst auszurüsten hätten und demnach nicht an den Farben des Ordens gebunden wären.
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ich such dir das raus...
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Original von Eusebius von Cammin
Ich würde arabische Schrift nicht per se ausschliessen.
Wie gesagt, arabische Schrift ja - Koranverse nein!
zum anderen wurde die regel, dass Turkopolen christen sein sollten, nicht all zu konsequent verfolgt.
Sry, aber das halte ich für extrem unwahrscheinlich - denn
1. war es ein Kreuzzug!
2. War Verrat eine der häufigsten Ursachen für den Verlust einer Stadt oder Burg - neben Aushungern!
3. gab es wie erwähnt dort damals noch sehr viel mehr Christen - nach knapp 1000 Jahren römisch/byzantinischer Herrschafft - zwar kaum römisch katholisch, aber sehr wohl orthodox und Koptisch etc - also warum dann den "Feind" rekrutieren? Ich kenne nur Hinweise auf muslimische Sklaven.
Allerdings dürften turkopolen, die zwar kein armutsgelübde ablegten, aber in Formationen des ordens eingereiht waren auch überwiegend dunkle bis schwarze gewänder getragen haben, eventuell sogar mit darauf angebrachtem Kreuz.
Aus heutiger Sicht klingt das plausibel, aber es gibt keine Belege soweit ich weiß. Auch war eine "Uniform" im heutigen Sinn noch nicht wirklich bekannt.
Aus taktischer Sicht (erkennen von Freund/Feind - besonders für die Bogen- und Armbrustschützen wichtig! - wäre ein "Erkennungszeichen" aber schon sehr sinnvoll!*ballern1*
Wir dürfen nicht davon ausgehen, das sich im Kampfgetümmel immer alle um ihr Banner gequetscht hatten.
Ich denke das mehr "Eigentumsstücke" getragen wurden - auch "Beutestücke" - aber da besonders im arabischen Raum auch die Farbe oft eine spezielle Bedeutung hatte, wird es "nogo" Farben und besonders bevorzugte gegeben haben - aber da habe ich keine Info.
Aber eine erkennbare Einheitlichkeit - in irgendeiner Form gab es sicherlich - da sonst nicht überschaubar.
Gruß
William
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Von einer einheitlichen Uniformierung war auch nicht die rede, eher von einer farblichen Anpassung zu Erkennungszwecken, wie gesagt ich muss die sache mal raussuchen...
und ja, koranverse dürften bei auf christlicher seite Streitenden Leuten definitiv ausfallen. das ist klar.
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Original von Eusebius von Cammin
Von einer einheitlichen Uniformierung war auch nicht die rede, eher von einer farblichen Anpassung zu Erkennungszwecken, wie gesagt ich muss die sache mal raussuchen....
Das wäre wirklich sehr interessant, wenn du da am Ball bleiben könntest und eine brauchbare Quelle findest - denn über die Turkopolen ist wohl bisher am wenigsten gesichert bekannt. *alleswirdguut*
Ich denke über die arabischen Quellen kann man zumindest schon mal rausfinden welche Farben auf deren Seite dominierten.
Habe da mal was gelesen, aber kann es nicht mehr wiedergeben.
Auf alle Fälle gab es wohl spezielle Farben, die den Glauben symbolisierten (Schiiten/Sunniten), dann Stammesfarben und wohl auch "Standesfarben".
Evtl kann ja da noch jemand genauere Angaben machen.
Gruß
William
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Hm, ich bin mir da nicht so sicher, ob Turkopolen in einer Reihe mit dem Orden gekämpft haben. Sie waren doch vielmehr als Kundschafter und leichte Reiterei, meist mit Pfeil und Bogen, unterwegs. Klar gab es auch berittene Schertkämpfer und auch Infantristen, aber irgendwie fällt es mir schwer zu glauben, dass die Reihen der Templer durchgemischt wurden. Habe aber keine Belege dafür, nur Vermutungen.
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Zumindest die Ritter bildeten eine eigene Schwadron. Ob die Dienenden und Turkopolen gemschicht waren, weiß ich nicht, aber da die Dienenden fast so schwer ausgerüstet waren, wie die Ritter, nehme ich eher an, dass die Turkopolen die wirkliche "leichte Reiterei", also Beritten Bogenschützen etc. stellten, während die Dienenden die Nachhut der Ritter stellten (also die "zweite Welle", Bei Upton-Ward ist das ganz eindrücklich beschrieben).
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Original von Benedikt von Söllbach
....da die Dienenden fast so schwer ausgerüstet waren, wie die Ritter, nehme ich eher an, dass die Turkopolen die wirkliche "leichte Reiterei", also Beritten Bogenschützen ....
Ja, so sehe ich das auch - also im Marsch eine schnelle Vorhut/Kundschafter und im Gefecht als Plänkler immer da wo es brennt.
Eine Vermischung mit den Dienenden wäre kontraproduktiv und würde den Sinn der Turkopolen zunichte machen.
Ein Hinweis wäre evtl das die kämpfenden Knappen dem Turkopolier unterstanden - also evtl die leicht gerüsteten Knappen und die Turkopolen zusammen?
(EDIT: falsch - die dienenden Brüder unterstehen ihm, reiten aber in eigenen Schwadronen und die Knappen marschieren in eigener Schwadron, aber sind im Kampf bei ihren Rittern -siehe unten!)
Wäre sinnvoll, denn nicht alle Knappen sind schon alt und erfahren genug für ein direktes "Treffen" (Kampf mit eingelegter Lanze) mit dem Feind und da die Turkopolen eher auf Distanz kämpfen, wäre das eine gute und doch relativ sichere Methode die Knappen in die Schlacht einzubeziehen.
...Klar gab es auch berittene Schwertkämpfer und auch Infantristen...
Ach ja und als Anmerkung zu Dominic - es gab keine Templerinfantrie und auch wenn ein Ritter ein Schwert hatte, war die Hauptwaffe die Lanze!
Eben darum war die Aufstellung der Turkopolen nötig, da die Sarazenen dem in Europa üblichen Kampf meist auswichen.
Es gab natürlich auch den abgesessenen Kampf - z.B. bei Belagerungen, Verteidigung einer Burg und Schutz einer Karawane etc. aber generell waren alle Kämpfer im Orden in erster Linie berittene Kämpfer - und das nicht nur im Orden, denn dies war die Hauptstrategie im MA.
Das riesen Heer der Fußkämpfer, Linieninfantrie usw kam erst mit den Landsknechten wieder in "Mode". Da wurden dann Reiter nur noch als "Ü-Ei" eingesetzt um z.b. die Flanken zu umgehen oder einen schnellen Vorstoß zur Artillerie zu machen etc. .
Gruß
William
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Ein Hinweis wäre evtl das die kämpfenden Knappen dem Turkopolier unterstanden
Das wäre mir neu, auf was beziehst du diese Aussage?
Die Knappen, die nicht bei ihren Herren waren, formten meines Wissens unter dem Bannerherren eine eigene Schwadron, die nach den Dienenden und Turkopolen gekommen sein muss.
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hmm habe ich da was verwechselt?
Kann grad nicht nachlesen, bin in der Praxis - oder unterstanden die Dienenden im Kampf dem Turkopolen?
War mir eigendlich sicher - aber nun nicht mehr - sry wenns falsch war!
Also irgendwer, der nicht Turkopole war unterstand diesem im Kampf.. *jokely*
Also wieder besser erst Abends schreiben, wenn ich am priv PC sitze und nachlesen kann..... *sadangel*
Aber an der wesentlichen Aussage ändert sich dadurch nichts - werde nachher bei Bedarf editieren.
EDIT:
170.
.....Wenn die Schwadronen des Konvent formiert sind, soll auch der Turkoplier seine Leute in Schwadronen ordnen und sich so verhalten wie die andern..............Er darf nur in Gemäßheit der Befehle des Meisters und des Marschalls einen Ausfall oder Angriff machen.
171.
Alle dienenden Brüder sind, sowie sie unter Waffen stehen, dem Befehle des Turkopliers untergeben, unbewaffnet jedoch unterstehen sie ihm nicht.................
Die Turkopolen aber unterstehen ihm sowohl bewaffnet als unbewaffnet.................
Oki das hatte ich verwechselt - sry - also unterstehen ihm wohl die Dienenden Brüder im Kampf, aber es gibt keine Vermischung sondern alle bilden eigene Schwadronen.
179.
...........Und wenn Krieg ist und die Brüder in Schwadronen reiten, soll ein Turkopole das Banner tragen und der Bannerherr soll die Knappen ebenfalls in Schwadronen reiten lassen. Wenn sodann der Marschall und die Brüder zum Angriff übergehen, sollen die Knappen , welche die Pferde zur rechten führen, hinter ihren Herren zur Attacke vorrücken;
Also soll nur das Banner vom Turkopolen getragen werden und die Knappen greifen mit ihren Herren an.
Oki das Alter macht sich wohl doch langsam bemerkbar - war also nicht DER Turkopole, sondern nur ein Turkopole im Zusammenhang mit den Knappen - sry! *jokely*
Gruß
William
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In meinen letzten beiden Posts "EDIT" eingefügt und damit Aussage korrigiert! *pfeifl*
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Das wirft aber grad eine neue Frage bei mir auf, die wir schon in unserer Komnthurey mehrfach intern diskutiert haben.
War der Turkopolier ein Turkopole oder eine andere Person?
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Der Turkopolier war ein Ritterbruder.
Das wird zwar so nicht gesagt, ergibt sich aber recht klar daraus, dass er in Artikel 169 4 Pferde zugeteilt bekommt - das sind ebensoviele, wie der Meister, der Marschall und die Provinzialmeister bekommen und eines mehr als die Ritter hatten.
Zusätzlich wird in der Ordensregel eindeutig bestimmt, dass kein Dienender mehr als ein Pferd haben soll, wobei ganz spezielle Ämter, die alle erwähnt sind, aufgezählt werden. Diese speziellen Würdenträger hatten je zwei Pferde. Doch nichteinmal Dienende als Komture hatten mehr als ein Pferd.
Ich hoffe, ich konnte das aufklären :)
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Original von Benedikt von Söllbach
Der Turkopolier war ein Ritterbruder.
Jup!
Das geht aus dem gesamten Kontext immer wieder klar hervor - auch auf Grund der Befugnisse und dienstlichen Rangordnung kann es nur ein Ritterbruder gewesen sein.
Gruß
William
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Um noch mal zum Thema zurückzukommen:
Hat denn einer Quellen zu den ausrüstungsstücken der Turkopolen und was wird hier unter "leichter Reiterei" verstanden?
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Quellen direkt habe ich keine, nur Sekundärliteratur, die den Turkopolen immer wieder Aufklärungsritte und Kampfunterstützung (Also Fernbekämpfung mit leichten Waffen wie Bögen, sowie Nahkampf mit Reiterwaffen wie Schwertern und Keulen; keine Lanzen wie die "Franken" sie bei ihrer Kampftaktik nutzten) zuschreibt.
Genaue angaben kann ich dir leider nicht mehr nennen, aber bei Wilcke wirst du sicher fündig, ebenso sehr wahrscheinlich bei Nicholson, Demurger und Read.
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Worum es mir bei der Frage „leichte Reiterei“ mehr ging, war die Sache, was an denen Grundsätzlich „leicht“ sei soll.
Fast alle Abbildungen, die mir bekannt sind, zeigen berittene Kämpfer mit Bogen und unter der Obergewandung Kettenhemd oder Schuppe. Einige sind auch nur mit Gambeson und bei einigen kann man es nicht genau erkennen. Des Weiteren lassen Beschreibungen durchblicken, dass eine gute Rüstung nicht ungewöhnlich war. Da scheinbar die meisten berittenen arabischen Kämpfer über eine schwerere Rüstung verfügen, denke ich, dass der Begriff „leichte Reiterei“ irreführend ist.
Natürlich schwankt die allgemeine Rüstung sehr stark von „gepanzert“ bis hin zu, auch aus Glaubensgründen, vollständig ungerüstet.
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Neben der Ausrüstung wird besonders das Pferd eines Turkopolen anders gewesen sein - also entweder mehr arabische Blut oder sogar rein Araber.
Diese Pferde sind schnell, leichter gebaut als die schweren Kriegspferde der Franken, aber nervös und deshalb nicht für den Formationskampf geeignet.
Leichte Reiterei bedeutet, das sie blitzschnell auftauchen und ebenso schnell wieder verschwinden - eben Plänkler!
Ein frankischer Ritter ist nicht nur von seiner Statur her schwerer, auch seine Panzerung und sein als Gewichtträger trainiertes "großes Pferd" - Kriegsroß - ist langsamer und weniger wendig, zumal es selber auch häufig mit einem Roßpanzer (hier gibts unterschiedliche Varianten)geschützt war.
Die schweren Pferde und Rüstungen der Franken waren eben für den frontalen Angriff mit der Lanze und dem direkten Treffen mit dem Feind ausgelegt - taktische Finesse gab es kaum und eben dafür brauchte man dann in Outremer eine bewegliche und ausdauernde Reiterei - das geht nur über schnelle wendige Pferde, wenig Gewicht des Reiters und noch weniger Rüstung!
Somit gilt beim Turkopolen - weniger ist mehr und Kampf überwiegend auf Entfernung - evtl noch kurze Atacken und schnelles Lösen vom Feind, aber keine Frontalangiffe mit dem Ziel eine Bresche in die feindliche Formation zu schlagen - das war der Job der schweren Reiterei, also der Ritter.
Der Begriff der leichten Reiterei ist kein mittelalterlicher Begriff, sondern stammt aus der Napoleonik und wird heute für die Turkopolen verwendet, da die spätere Unterscheidung in leichte und schwere Reiterei den Sinn der Turkopolen verdeutlicht.
Also zusammengefaßt heißt das, das in erster Linie der Kampfstil unterscheidet ob es sich um eine schwere oder leichte Reiterei handelt.
Natürlich muß Pferd und Ausrüstung diesem Kampfstil angepaßt sein, denn ein tiefergelegter Renntrecker ist nun mal immer noch kein Formel Eins wagen! *jokely*
Gruß
William
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Moin
guckst du tollen link
klickst du (http://www.fiefetchevalerie.com/fief/?2009/05/11/82-l-armee-ayyubide-a-la-fin-du-xiieme-siecle)
Is zwar französisch, aber irgendwas is ja immer!
Gruß
Daniel
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Und gleich noch einen:
klickst du (http://www.fiefetchevalerie.com/fief/?2006/07/25/44-ghulam-irano-turk-de-la-fin-du-xiieme-siecle)
Gru´ß
Daniel
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Und dann schreibst Du Dir das http://meinarabischername.de/de/Dominik auf dem Arm und bist autentisch, denn das ist garantiert unverfänglich - Dominik auf arabisch ;)
P.S. Neben der arbischen Schriftweise ist ein i im blauen Punkt, wenn Du da drauf gehst, kommt links im Feld oben eine Lupe zum Vergrößern und dadrunter ein Ikon mit der Beschreibung Tattoo. Wenn Du da drauf klickst, werden Dir drei ünstlerische Schreibweisen Deines Namens anezeigt.
Gruß Berthold
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Danke für die Informationen. Die Bilder waren schonmal in einem anderen Forum zu sehen, aber danke trotzdem für Deine Mühe!
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Moin
hab da noch was:
klick mich (http://www.milites.org/sarakleidung.html)
Gruß
Daniel