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Mittelalter => Mittelalter allgemein => Thema gestartet von: Gy de Aldobagne am 28. April 2009, 20:39:13

Titel: Schwertpflege im Mittelalter
Beitrag von: Gy de Aldobagne am 28. April 2009, 20:39:13
Gott zum Gruße,

ich hätte mal eine Frage zur Schwertpflege im Mittelalter! Ich denke mal nicht das sie Schwertgummis und Nelkenöl verwendet haben. Im Internet habe ich auch keine so befriedigende Antwort gefunden, da sich dort ein Großteil mit Schwertern beschäftigt die fast 1000 Jahre später geschmiedet wurden. Es wäre nett wenn mir einer auf die Sprünge helfen könnte!
Titel: Schwertpflege im Mittelalter
Beitrag von: Roland am 28. April 2009, 22:30:53
Ich habe mal gelesen dass Gänseschamlz verwendet wurde. Außerdem soll der Ruß der beim schmieden am Schwert hängen bleibt, einigermaßen zum Rostschutz beitragen. Soviel sagt zumindestens das Internet

Roland
Titel: Schwertpflege im Mittelalter
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 29. April 2009, 08:38:32
Gänse- oder Schweineschmalz war sicher eine Möglichkeit, aber soweit ich weiß, gibt es keine Rückstände, die solche Schlüsse zuließen.
Der Ruß, der beim Schmieden entsteht, dürfte keinen Teil beitragen, denn der wurde abschließend wegpoliert, das wissen wir von den zahlreichen Funden.
Titel: Schwertpflege im Mittelalter
Beitrag von: Eusebius von Cammin am 29. April 2009, 10:45:31
Sinnvoll ist es, die Oberfläche so glatt wie möglich zu halten, damit sie schädliche Substanzen und Feuchtigkeit abweisen. Aus dem grunde wurden die Klingen auch poliert. Regelmässiges nachpolieren war sicher unerlässlich, Schmalz als pflegemittel ist sinnvoll (aber wie Benedikt schon sagte) nicht nachgewiesen. Wachs wird heute zuweilen verwendet, war damals aber sicher nicht gebräuchlich, da Schwerter damals nicht "ausserhalb der Saison" eingelagert wurden und Wachs schwehr wieder ab geht. Bienenwachs (und was anderes war damals nicht verfügbar) war zu dem teuer und ist kein sicherer rostschutz.

Zum polieren wurde "Polierpulver" verwendet, das man heute zumeist als feine Kieselgur identifiziert. Damit bekommt man, bei entsprechendem Arbeitseinsatz, nahezu spiegelblanke Oberflächen hin.