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Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Berthold von Krukow am 15. Januar 2009, 09:45:45

Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Berthold von Krukow am 15. Januar 2009, 09:45:45
Um den Thread mit dem weißen Gürtel ja und nein nicht all zu sehr zu entfremden, mach eich hier mal einen neuen Thread zu dem Thema auf.
Ich habe meine ersten Erfahrungen im Schwertkampf im Kenjutzu gemacht, weil auch ich der Meinung war, daß edle Schwertkampfkunst aus Japan kommt und der Samurei das edelste ist, was die Kriegerkaste zu bieten hat.

Was wir als erstes lernen mußten war, daß das Katana die Seele des Samurei ist und somit auch so behandelt wird.
Das hieß:
- man läßt es nicht einfach rumliegen
- man zieht es nicht aus der Saya (Scheide) ohne Notwendigkeit
- man steckt es nicht in die Erde
- man benutzt es nicht wider die Art als Buschmesser oder zum Holzhacken etc.

Das nächste war, das auch die Art und Weise wie man ein Schwert trägt dem (kundigen) Gegenüber etwas sagt. Und das ist die Sprache des Schwertes.
Normalerweise wird das Schwert links im Gürtel getragen..
Man kann es aber auch in der Armbeuge tragen, vor allem, wenn man sich in dichtem Gedränge bewegt. Dadurch vermeidet man, daß die Saya, die oft edel lakiert ist, mit anderen Sayas zusammenstößt oder irgendwo aneckt, wo der Lack abplatzen könnte.
Tritt man jemandem gegenüber, so kann die Schwerthaltung schon vor dem ersten Wort den Verlauf des Gespräches entscheiden.
- die rechte Hand am Griff, die linke an der Saya istein Ausdruck höchster Aggressivität - der Kampf ist nahezu unvermeidlich.
- legt man hingegen beide Hände gekreuzt über die Tsuba (das Stichblatt) bedeutet das, daß man sich dem anderen ebenbürtig fühlt und in freundschaftlicher Absicht kommt.
Wird das Schwert nicht im Gürtel getragen, sondern in der Hand, bedeutet, wenn man es in der linken Hand trägt, mit der Wölbung nach unten (die Klinge eines Katana ist ja meist einschneidig und zur Schneide hin gewölbt) wiederum einen Ausdruck verdeckter Aggression. Man zeigt dem andern, daß man ihn nicht leiden kann ohne einen sofortigen Kampf zu provozieren. Allerdings kann man in dieser Haltung des Schwert blitzschnell ziehen und so auf einen Angriff reagieren. Diese Haltung drückt daher auch Mißtrauen aus.
Trägt man hingegen das Schwert in der rechten Hand mit der Wölbung (Schneide) nach oben, zeugt das von Vertrauen und Friedfertigkeit.
Kommt man an den Hof eines Höhergestellten, gibt man als niederer Samurei sein Schwert am Eingang ab. Ist man selbst so hoch angesehen, daß man sein Schwert behalten darf, dann trägt man es als Zeichen der Unterwerfung in der rechten Hand, so das die Saya nach vorn unten weist und der Griff nach hinten oben zeigt.
Soweit zu mir und meinem Schwert.
Wenn ich nun das Schwert eines anderen betrachten möchte, dann nicht so, wie ich das oft auf Märkten beobachte.
1. man zieht das Schwert eines anderen nicht in seiner Gegenwart aus der Scheide. Man zieht es nur ein kleines Stück heraus, gerade genug um die Klinge betrachten zu können und dies nicht ohne sich vielfach dafür zu entschuldigen, daß man dies tut und die Schönheit der Klinge und die Kunst des Schmiedes zu loben. Dabei dreht man sich leicht vom Gegenüber weg, dreht ihm aber auch nicht den Rücken zu. Bevor man es dem Besitzer zurück gibt, schiebt man das Schwert wieder vorsichtig in die Scheide zurück und überreicht es ihm dann natürlich mit der obligatorischen Verbeugung.
Ein Ausdruck allerhöchsten Vertrauens ist es, wenn der Besitzer uns auffordert das Schwert komplett aus der Scheide zu ziehen, damit wir auch die Spitze betrachten können. Das geht nur unter sehr aufwändigen Floskeln und selbst, wenn man nichts lieber täte als das und vor Neugier fast am Platzen ist, muß man dieses Ansinnen zunächst vehement ablehnen und erst nach mehrmaliger erneuter Aufforderung durch den Besitzer, darf ich das Schwert dann tatsächlich komplett entblößen.
Das war so das Ritual, bevor wir überhaupt mit dem Schwertkampf angefangen haben.
Vieles basiert natürlich auch auf der allgemeinen japanischen Höflichkeit und erscheint uns fremd und übertrieben.
Ich habe zu Hause jedoch aiuch ein "Fechtercredo" eines tchechischen Schwertmeisters, das in etwa in diese Richtung geht. Ich muß mal sehen, ob ich das hier reingestellt bekomme.
Diese Art von Etikette versuche ich auch meinen Schwertkämpfern zu vermitteln - ist aber schwer, sehr schwer. Zumal ich mich selber immer wieder daran erinnern muß und nicht aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit darauf verzichte.

Gruß Berthold
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: William am 15. Januar 2009, 10:20:05
Dank dir Bruder Berthold,

für diese anschaulichen Beispiele.

Auch wenn vieles davon eben "typisch asiatisch" ist, sollten wir auch im europäischen Mittelalter immer die besondere Symbolik eines Schwertes berücksichtigen!

Es hatte eben nicht jeder ein Schwert oder durfte es gar tragen und nicht umsonst hatten viele Schwerter einen Namen oder gar eine ganze Geschichte.

Auch bei uns sollte ein Schwert eben nicht wie ein "Ding" behandelt werden, sondern schon mit Respekt und als Standessymbol.

Ich freue mich schon auf weitere Ausführungen von dir!

Gruß

William
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 15. Januar 2009, 10:34:47
Also mir stellts immer die Nackenhaare auf, wenn jemand sein Schwert in den Boden rammt oder die Klinge rostig oder noch schlimmer (wegen Sicherheitsrisiko auf dem Markt!) sehr schartig ist.

Aber andererseits ist das jedem seine eigene Sache. Auch ein ordinäres Schaukampfschwert ist ja aber meistens nicht gerade günstig und sollte deswegen entsprechend behandelt werden.

 *alleswirdguut*
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Eusebius von Cammin am 15. Januar 2009, 12:30:04
Es ist abhängig, wozu man ein Schwert in den Boden steckt und wie das geschieht. Wenn das Schwert mit entsprechendem Respekt "aufgestellt", um als Behelfskreuz zum Gebet zu dienen, dann ist das absolut legitim. In diesem falle erbringt das Schwert einen Teil seines Glanzes als Messopfer dar und dient dem Herren. Nach dem Gebet muss das Schwert demzufolge auch Anteil an der Kommunio haben, sprich es muss gepflegt werden. Das Schwert hingegen einfach nur im Boden zu versorgen, damit es eben mal steht, stellt hingegen mangelnden Respekt dem Schwert (und auch der Erde) gegenüber dar.
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 15. Januar 2009, 12:55:27
Danke Berthold - sehr informativ und sicher für unsere Gefielde adaptierbar !
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lazarus v. Akkon am 15. Januar 2009, 14:42:55
Zitat
Original von Eusebius von Cammin
, stellt hingegen mangelnden Respekt dem Schwert (und auch der Erde) gegenüber dar.

Öhm...?...
dir ist aber schon klar das wir hier von nem gewöhnlichen gebrauchtsgegenstand reden oder ?
Und  mangelnden Respekt Mutter Erde gegenüber da gibts wahrlich grössere Sünden.

mfg
Lazarus
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Berthold von Krukow am 15. Januar 2009, 17:19:46
Nunja, Lazarus,
heute mag ein Schwert ein "gewöhnlicher" Gebrauchsgegenstand sein. Zu der Zeit, die wir darstellen war es das keineswegs.
Es war schon ein mythischer Gegenstand und es gibt viele Legenden über berühmte Schwerter, die eine Art "Eigenleben" entwickelten. Balmung, Gram, Excalibur sind nur die bekanntesten.
Es gibt aber sogar Berichtevon "bösen" Schwertern, die ihrem Besitzer unglück brachten, die kein Mensch mehr anfassen wollte, weil sie schon durch ihre bloße Gegenwart gefährlich waren.
Dazu gibt es viele Sagen und Legenden vor allem über Richtschwerter, die ja ausschließlich von Scharfrichtern geführt wurden.
Aber auch Reichsschwertern und in Abwandlung "Rolandsschwertern" für Städte, wenn sie das Stadtrecht bekamen, wurde eine mystische Bedeutung zugesprochen.
Ein Schwert war schon mehr als nur ein Gebrauchsgegenstand.
In Japan beginnt das schon mit der Herstellung. Das Schmieden eines Schwertes gleicht einem Ritual und der Schmied wird einem Priester gleichgestellt. Einen ähnlichen Stellenwert hatte er übrigens auch im europäischen Mittelalter, denn die Geheimnisse der Metallurgie waren keineswegs allen Leuten geläufig oder zugänglich. Gute Schmiede wurden hoch geachtet, der Schwertschmied mehr als der Hufschmied.
Und was den Respekt Mutter Erde gegenüber angeht - das Schwert in die Erde zu stecken, mag uns wie eine Bagatelle erscheinen angesichtts von Baggern, Pflügen, Tiefbohrern, doch zeigt sich  - im meinen Augen zumindest - schon in dieser vergleichsweise winzigen Verletzung der fehlende Respekt.
Bruder Eusebius ich geb Dir recht, den Aspekt, das Schwertkreuz als Ersatz für DAS Kreuz zu nehmen, hab ich hier weg gelassen.

Gruß Berthold
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Wedumir am 15. Januar 2009, 18:17:25
Zitat
Original von Berthold von Krukow
Ich habe meine ersten Erfahrungen im Schwertkampf im Kenjutzu gemacht, weil auch ich der Meinung war, daß edle Schwertkampfkunst aus Japan kommt und der Samurei das edelste ist, was die Kriegerkaste zu bieten hat.

Werter Berthold, verzeih, aber ich muss einen Einwand erheben.
Das Bild vom edlen Samurai ist sicherlich genauso schöngefärbt, wie unser Bild vom edlen europäischen Ritter, der sich immer "ritterlich" verhielt. Und die europäische Schwertkampfkunst war sicherlich ähnlich hoch entwickelt, wie die japanische, wenn auch mit anderer Technik - sowohl bei den "Werkzeugen" als auch bei der Ausführung.

Japanischen Schwertkampf zu lernen ist halt wesentlich näher am Original, weil die Tradition der Schwertschmiedekunst und -kampfkunst in Japan nie unterbrochen wurde. Wie man in Europa schmiedete und kämpfte, wissen wir nur ansatzweise und versuchen mühsam, es wieder zu rekonstruieren.

Zitat
Diese Art von Etikette versuche ich auch meinen Schwertkämpfern zu vermitteln - ist aber schwer, sehr schwer. Zumal ich mich selber immer wieder daran erinnern muß und nicht aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit darauf verzichte.

Ja, solche Dinge sind im Allgemeinen etwas vernachlässigt. Wohl deswegen, weil ein neues "Schwert" heutzutage tatsächlich ein billiger Gebrauchsgegenstand bzw. ein Sportgerät geworden ist. Allenfalls wird man ermahnt, nicht auf der Klinge herumzutatschen.
Um ein Schwert ähnlich wert zu schätzen wie damals, müsste es wohl mindstens einen Monatslohn / ein Monatsgehalt kosten. Das würde auch die Zahl der Schwertträger auf ein realistischeres Maß reduzieren.

Und was für die meisten anscheinend völlig aus dem Blick geraten ist: Das Schwert war eine Waffe und zum Töten gedacht. Wenn damals jemand ein Schwert aus der Scheide zog, dann wirkte das so, als würde heute jemand mit einer Maschinenpistole herumfuchteln. Das macht man ja auch nicht "einfach mal so".

Was mich an "Etikette" noch interessieren würde: Im Raum Berlin habe ich es kennengelernt, dass man - z.B. bei einem Bankett - sein Schwert / Dolch mit einem "Friedensbändchen" in der Scheide sichert. Eigentlich nicht mehr, als ein weißes Stoffbändchen, das um Parier und Scheide/Gehänge geschlungen wird, so dass man nicht mehr überraschend oder unüberlegt blank ziehen kann.
Kennt das jemand bzw. weiß eine historische Quelle dazu?
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 15. Januar 2009, 19:40:11
@Lazarus

Ein Schwertträger der damalige Zeit ist wohl mit einem Waffenträger der heutigen Zeit vergleichbar -
ohne den nötigen Respekt dem "Gebrauchsgegenstand" gegenüber verliert sich leicht die objektive Sichtweise auf die "Schwarz - Weiß Mythologie", die hinter einer Waffe steht.

Respekt und Demut - beides bereits in kleinster Dosis gelebt, beschehrt dem Umfeld gegenüber ein besseres Lebensgefühl.
Alles Leben ist Materie - nichts ist wirklich totes Material - und daher sollte auch alles mit dem nötigen Respekt und einer gewissen Demut behandelt werden.

Einen  Gebrauchsgegenstand durch das Wort "gewöhnlich" abzuwerten
ist unklug - denn nahezu JEDER "gewöhnliche Gebrauchsgegenstand" hilft uns dabei, ein angenehmes, zivilisiertes und bequemes Leben zu führen......
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Berthold von Krukow am 15. Januar 2009, 20:07:35
Hallo Wedumir,
das mit dem Friedensbändchen hab ich mal von unserem Kaplan gehört. Ich kenne das nur so, daß man das Schwertgehänge über Kreuz über die Parierstange schlingt und dann an der Scheide befestigt, daß es tatsächlich nicht mehr gezogen werden kann. Das machte man aber wohl nur, wenn man zu einem sehr viel höher gestelltem ging, etwa zum Lehnsherrn oder an den Hof eines Königs.
Schon möglich, daß diese aufwändige Prozedur dann irgendwann durch ein einfaches weißes Stoffbändchen symbolisiert wurde (ähnlich wie dem roten Plastikfähnchen, das wir jetzt immer ins Patroenenlager schieben sollen, damit der Schießwart sofort sehen kann, daß unsere Waffe entladen und nicht feuerbereit ist.)

Gruß Berthold
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: William am 15. Januar 2009, 20:27:42
Hallo Brüder,

um den Wert und den Umgang mit einem Schwert auch nur annähernd nachvollziehen zu können und damit eine gemeinsame Diskussionsgrundlage zu haben, müssen wir - wie so oft - natürlich die jeweilige Zeit berücksichtigen!

Im Früh - und Hochmittelalter lag der Wert eines guten Schwertes wesentlich höher, als im SpäMi, wo schon fast jeder Söldner so ein rostiges, schartiges "Stück Eisen" mit sich rumschleppte!

Dementsprechend war auch der Status eines Schwertträgers und damit die Symbolik hinter dem Schwert, je nach Zeit, sehr unterschiedlich!

Zur Zeit des Templerordens war ein gutes Schwert ein Standessymbol und entsprechend teuer, dementsprechend wird auch der Umgang damit gewesen sein.
Sowohl als Waffe, wie auch als Kreuz beim Gebet oder als Zeichen der weltlichen Gerichtsbarkeit!

Das auch heute "Justitia" eine Waage und ein Schwert - mit verbundenen Augen - trägt, zeigt uns wie tief sich diese Symbolik in den Köpfen der Menschen gehalten hat und führt uns vor Augen, das das Schwert eben nicht nur ein "banaler "Gebrauchsgegenstand ist!


Grüße

William
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lazarus v. Akkon am 16. Januar 2009, 02:45:34
Also Freunde ich bitte euch.
An den Flacheisen ist nun wahrlich nix mystisches
war es nie wirds auch nie sein.
Bliebt mal auf dem teppich Leute
nachher gebt ihr den teilen auch noch Namen  oder sprecht mit dem toaster.
mfg
Laz
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Berthold von Krukow am 16. Januar 2009, 08:21:46
Also mit meinem Toaster rede ich in der Tat, meist geht es darum, daß er zum Frühstück nicht schnell genug toastet.  *jokely*

Meine Schwerter haben alle Namen und gehören zur Familie. Ich kann mich auch nur ganz schwer von so einem "Flacheisen" trennen, es sei denn es hat eine unangenehme Vorgeschichte und ich bin froh es wieder los zu werden.

Aber Lazarus, ich bin hier nicht zum Missionieren angetreten. Letztendlich darf jeder mit seinem privaten Besitz umgehen, wie er will. Wie er mit meinem umgeht, bestimme aber ich und jemandem, für den mein Schwert nur ein "Flacheisen" und gleichwertig mit einem Toaster ist, würde ich es niemals in die Hand geben.

Gruß Berthold
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: William am 16. Januar 2009, 08:37:15
@Lazarus

Nunja also wenn ich heute ein handgeschmiedetes Katana, aus der Hand eines japanischen Meisterschmiedes, hätte, das dem Wert eines Mittelklassewagens entspricht, dann könnt ich mir schon vorstellen, das es mir "heilig" wäre und evtl auch einen Namen hätte! *smoky*

Ansonsten ist mein einfaches MA-Schwert für mich (heutzutage!) halt ein MA-Schwert - Aber sobald ich in meine "Rolle" als weltlicher Graf oder - so Gott will - bald als Ordensritter "schlüpfe". ist es eben aufgrund der historischen Bedeutung sehr viel mehr!

Zitat
Original von Lazarus v. Akkon
An den Flacheisen ist nun wahrlich nix mystisches
war es nie wirds auch nie sein.

Und da muß ich dir klar wiedersprechen - Im Früh- bis Hochmittelalter war es eben definitiv sehr viel mehr als nur ein Flacheisen!
Denke nur an die Legenden und Sagen, die wir heute als "literarische Klassiker" des Mittelalters kennen! Also z.B. die Arthuslegende u.ä.!

Die Bedeutung des Schwertes im weltlichen Bereich und die Weihe des Schwertes im sakralen Bereich, ebenso wie die Symbolik hinter besonderen Schwertern - Richtschwert, etc sprechen da eine klare Sprache.

Wenn jemand zum Schwert des Kaisers "Flacheisen" gesagt hätte, wäre es seiner Gesundheit sicherlich sehr abträglich gewesen! *jokely*

Gruß

William
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lazarus v. Akkon am 16. Januar 2009, 09:26:05
Also Leute ich kling mich jetzt hier aus und denk mir meinen Teil.
War nett mit euch, aber das wird mir zu abgedreht.
mfg
Lazarus
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Ortwin vom Hohen Tann am 16. Januar 2009, 09:37:06
Salvete Schwestern und Brüder!

@Berthold: Sehr schöne Ausführung! Hat mir sehr gefallen!

@Lazarus: Halt mich für blöd, aber meine Waffen und vor allem mein Schwert HABEN Namen! Mir gehts da auch wie Berthold, mein Schwert weicht nur selten sehr weit von meiner Seite und es wird gehegt und gepflegt wie ein Haustier. Und solange sich die Verlobte nicht vernachlässigt fühlt...  *jokely*
Allerdings kann man die Mystik der Schwerter in vergangenen Zeiten durchaus nachvollziehen. Schliesslich stand das Schwert zwischen Leben und Tod des Trägers...
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Nicolas von Holzhuuse am 16. Januar 2009, 10:21:53
Also wenn ich unterwegs war, ist die Reihenfolge bei der anschließenden Pflege immer Schwert, Kettenhemd, Helm, Rest...
Jede Wette, dass Templer ihr Schwert mit größter Sorgfalt behandelt haben so wie jeder Soldat im Fronteinsatz(!) heute sein Sturmgewehr mit größter Sorgfalt behandelt. Schließlich kann das zwischen Leben und Tod entscheiden (früher Klingenbruch, heute Ladehemmung).
Ich käme nie auf die Idee das Schwert in den Boden zu rammen (was, wenn die Klingenspitze auf einen Stein trifft?), genausowenig wie ich ein Sturmgewehr einfach so in den Schlamm werfen würde.
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 16. Januar 2009, 11:20:34
Ich halte das so wie Nicholas.
Normalerweise inspiziere ich mein Schwert einmal pro Woche und erneuere das Öl, wenn es nötig ist. Falls ich Ansätze von Flugrost finde, wird dem gleich der Gar aus gemacht, denn Rost, der sich erstmal festgesetzt hat, ist meist hartnäckig und nicht mehr ohne Schaden am Metall zu entfernen.

Einen Namen hat mein Schwert nicht, ich sehe es auch eher als Gebrauchsgegenstand, aber nicht im abwertenden Sinne (den Lazarus sicher auch nicht meinte).
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Eusebius von Cammin am 16. Januar 2009, 12:20:06
Anders als jeder andere Gegenstand (von modernen Militärwaffen mal abgesehen) diente das Schwert niemals einem anderen Zweck, als dem, Menschen zu töten oder zu verletzen. Damit ist ein Schwert "Stahl gewordene Macht und Gewaltausübung". Alleine diese Betrachtung hebt das Schwert schon aus der Masse der Gebrauchsgegenstände heraus. Da braucht man gar nicht mit dem Anschaffungswert zu argumentieren...
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 16. Januar 2009, 13:10:59
@Lazarus

Ist deine Meinung und dann soll es für dich wohl so sein.
Kein weiterer Kommentar  *clsd*
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: ravensberg1280 am 16. Januar 2009, 16:19:50
Tach,

es ist wohl schon so das im Mittelalter den Schwertern Namen gegeben wurden. Unabhängig von Früh- Hoch- oder Spätmittelalter.

Desweiteren, als Beweis für den "Kult" um das Schwert als "Werkzeug" mögen die vielfältigen Inschriften in den Klingen gelten. Gerade bei den christlichen, weltlichen Rittern sehr beliebt.....dazu sind einige Beispiele bei E. Oakeshot´s "Records of the medieval Sword".

Was ich allerdings bezweifle, ist das Ordensritter ihren Schwertern Namen gegeben haben........denn das ging meiner Meinung nach gegen den strengen Glaubenskodex der Ritterorden.
Hatte dann ja etwas mit einer "Personifizierung" des Schwertes, also quasi mit einer Art Götzenanbetung zu tun. Und das war ja nun mal verboten.
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Berthold von Krukow am 16. Januar 2009, 16:59:25
So liebe Brüder,
bevor die Diskussion einschläft hier nun das versprochene Fechter Credo.
Ist allerdings nur das Vorwort zu einem Fechtbuch. Aber ich denke, es sagt schon genug aus.
=>

Fechter Credo
Fechtmeister Peter Koza
Vorwort
Dieses Buch ist den heutigen Fechtern gewidmet, deshalb möchte ich zeigen, das jede Kampfkunst, sei es in der Vergangenheit oder heutzutage, große seelische Ruhe und inneres Gleichgewicht mit sich bringt - und dadurch auch eine Lösung vieler moralischer/ethischer Probleme. Da heutige Fechter vor etwas anderen Problemen stehen als frühere Fechter ist auch der Schwerpunkt der ethischen Grundsätze des heutigen Fechters ein anderer als beispielsweise im Mittelalter. Das "ethische Credo" eines heutigen Fechters nach den Regeln unserer Fechtschule Magisterium können wir mit den folgenden Beziehungen beschreiben:
1.Die Beziehung ich und ich
2.Die Beziehung ich und die Anderen
3.Die Beziehung ich und mein Schwert
4.Die Beziehung ich und die Waffen der anderen
5.Die Beziehung ich und die Welt, oder ich und der allgemeine Ethos.

1. Die Beziehung ich und ich beinhaltet,
inwieweit ich mich selbst als Fechter erkenne und schätze. Wie wichtig es mir ist, das ich mit der Waffe umgehen kann, oder lerne mit ihr umzugehen. Mit mir selbst als Person muss ich nicht unbedingt zufrieden sein, aber mit mir als Fechter schon - damit meine Umgebung mich respektiert zumindest bis zu der Stufe die ich erreichen will. Aber in meinem Inneren muss ich das klar erkennen und darf mich nicht selbst betrügen. Die ehrliche Selbsteinschätzung und nicht Überschätzung hilft mir zu verstehen wer ich wirklich bin.

2. Die Beziehung ich und die Anderen
Dies ist vor allem die Beziehung zwischen mir und den anderen Fechtern und zwischen mir und Nichtfechtern. Die Fechter sind für mich Kollegen. Die Zugehörigkeit zum Stand der Fechter ist für mich verpflichtend und so wie ich mich ehrenverpflichtet fühle so erwarte ich das auch von anderen Fechtern. Genauso wie ich andere Fechter schätze erwarte ich, dass die anderen mich schätzen. Ein Fechter zu sein ist Adel im Geiste und in der Tat - nicht aufgrund eines Wappens oder einer Tradition. Alles, was dieser Adel bedeutet, habe ich persönlich verdient und ist nicht die Frucht der Taten meiner Vorfahren. Der Grund warum ich mich der Welt der Fechter zugehörig fühle ist das dem Handeln eine bestimmte Kultur, Respekt und Gestik zugrunde liegt. Ich muss nicht unbedingt alle Fechter lieben, ich kann manche sogar hassen, aber ich finde immer einen Weg alles was ich fühle mit Respekt und Anstand zu sagen, damit keiner von uns sich in seiner Ehre verletzt fühlt. Ich bin fähig zuzuhören und ich bin auch fähig zu schweigen. Meine Beziehung zu anderen Menschen die keine Fechter sind ist folgende: Ich verhalte mich tolerant und ich erwarte das man sich mir gegenüber ebenso verhält. Verbrechen, Lüge, Unehrlichkeit und Bösartigkeit bringe ich aber keine Toleranz entgegen!

3. Ich und mein Schwert.
Die Beziehung zwischen mir und meinem Schwert ist die Intimste von allen diesen Beziehungen. Wenn ich mich zurückversetzte in frühere Zeiten dann müsste mein Schwert mir als Schutz dienen, es würde meine ganze Ehre, Freiheit und Sicherheit repräsentieren, auch für alle die von mir abhängig wären.. Heutzutage, wo es nicht mehr ums blanke Überleben geht, ist es trotzdem der Gegenstand mit dem ich mich als Fechter verwirkliche. Mein Schwert ermöglicht es mir auf die Bühne zu treten, oder mit den entsprechenden Schutzmassnahmen, mit jemandem meine fechterischen Fähigkeiten zu messen. Alle möglichen geistigen und bei den professionellen Fechtern auch materiellen Erfolge erreiche ich durch das Schwert. Deshalb behandele ich es mit dem entsprechendem Respekt. Es darf nicht in die Erde gestochen werden - es sei denn eine Rolle verlangt dies von mir. Es darf nicht auf einen Haufen geworfen werden und es darf nicht von jeder Person einfach so berührt und beschmutzt werden. Ich betrachte es teilweise als Gegenstand meiner Waffenverehrung und es kann von mir einen Namen erhalten

4. Ich und die Waffen der anderen.
Genauso wie ich mein Schwert schätze und ihm Respekt entgegenbringe schätze und respektiere ich die Waffen der anderen. Darum gehe ich mit den Waffen der anderen respektvoll und höflich um. Ich berühre sie nicht ohne darum gebeten zu haben und ich bedanke mich, wenn ich die Erlaubnis zum berühren bekomme. Wenn ich sehe das jemand sein Schwert nicht so behandelt finde ich vorsichtige Worte um ihn darauf aufmerksam zu machen und ihn in die richtige Richtung zu lenken. Die Welt um uns herum wertet uns alle nach den Taten und Worten eines jeden Einzelnen und die Schande oder der Ruhm des Einzelnen fällt auf uns alle zurück. Es geht mir aber nicht nur um den Eindruck der Öffentlichkeit, sondern viel stärker noch ist in mir der Wunsch meinen Kollegen zu bessern. Es ist nicht nur der Wunsch edel zu scheinen, sondern wir wollen auch tief in unserem Inneren einen Adel des Geistes erreichen!

5. Die Beziehung ich und die Welt um mich herum.
Die Welt ist ein Meisterwerk. Die Natur - Erde, Pflanzen, Tiere, Menschen - das alles sind Meisterwerke Gottes. Bauwerke, Kulturgegenstände, Lieder, Gedanken und Traditionen sind Meisterwerke des Menschen. Von all diesen Dingen bin ich ein Verteidiger und kein Zerstörer. Ich lebe in dieser Welt und ich bin stolz und glücklich darüber das ich hier lebe. Nichts ist so klein, dass ich es nicht bemerke, denn ich kann nie wissen wofür es noch einmal gut sein wird. Ich weiß nicht wann ich einmal Hilfe brauche und darum biete ich meine Hilfe allem an, das guten Willens ist.

So, und nun oute ich mich und sage, daß mir das voll aus dem Herzen gesprochen ist. und Ihr dürft weiter diskutieren.

Gruß Berthold
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 16. Januar 2009, 18:20:20
Whao - der Mann hat die richtigen Worte gefunden - auch wenn es wieder manche gibt die sie nicht verstehen werden / wollen.
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Alesandro von Hainichen am 16. Januar 2009, 20:36:26
Mal so am Rande, diese Mentalität gibt es auch heute noch im Bezug zu Waffen :

Zitat
Dies ist mein Gewehr. Es gibt viele ähnliche, aber dieses ist meins. Mein Gewehr ist mein bester Freund. Es ist mein Leben. Ich muss es meistern, so wie ich mein Leben meistern muss. Mein Gewehr ist ohne mich nutzlos. Ohne mein Gewehr bin ich nutzlos. Ich muss mein Gewehr richtig abfeuern. Ich muss besser schießen als mein Feind, der versucht, mich zu töten. Ich muss ihn erschießen, bevor er mich erschießt. Das werde ich … Mein Gewehr und ich wissen, was in diesem Krieg zählt. Es sind nicht die Patronen, die wir abschießen, das Geräusch unseres Feuerstoßes, noch der Rauch den wir machen. Wir wissen, dass es die Treffer sind, die zählen. Wir werden treffen… Mein Gewehr ist menschlich, so wie ich, weil es mein Leben ist. Daher werde ich es kennenlernen wie einen Bruder. Ich werde seine Schwächen, seine Stärken, seine Bauteile, sein Zubehör, sein Visier und seinen Lauf kennen lernen. Ich werde es immer schützen gegen das Wüten des Wetters und Schaden. Ich werde mein Gewehr sauber und bereit halten, so wie auch ich sauber und bereit bin. Wir werden Teile voneinander werden. Das werden wir… Diesen Schwur leiste ich vor Gott. Mein Gewehr und ich sind Verteidiger meines Landes. Wir sind die Meister meines Feindes. Wir sind die Retter meines Lebens. So sei es, bis es keinen Feind mehr gibt, sondern Frieden!


hat bis heute Gültigkeit, obwohl schon 70 Jahre alt

Gruß
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Wedumir am 16. Januar 2009, 21:28:29
Berthold, würdest Du verraten, wie das Fechtbuch heißt?

Ich habe den Verdacht, dass zumindest das Vorwort von dem alten Fechtlehrer ist, der früher in Joachimstal bei Berlin Fechtkurse gegeben hat - von denen ich vor Jahren auch einen mitgemacht habe.
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Berthold von Krukow am 16. Januar 2009, 22:19:16
Hallo Wedumier,
ich hab das Buch leider auch nicht und ich weiß noch nicht einmal mehr, wo ich dieses Fechter Credo her habe.
Peter Koza ist Fechtmeister für die Gladiatores (http://www.gladiatores.de).
Aber vielleicht erkennst Du ihn ja:
(http://www.gladiatores.de/mistr.jpg)

Wir sehen uns in Tornow.

Gruß Berthold
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Heinrich von der Losheide am 17. Januar 2009, 08:15:44
naja...nen namen hat mein schwert nicht..aber ich behandel es pfleglich und ich weiß auch schon,wenn es irgendwann mal ausgedient hat (ob zerbrochen,oder einfach zu abgenutzt) wird es einen guten platz in der wohnung finden...

ob nen schwert damals "mystisch" war...schwere frage..ich denke bei den meisten rittern und kämpfern eher nicht..da war es eher ein gebrauchsgegenstand..wenn auch ein teurer...

aber was man definitiv sagen kann ist, dass ein schwert ein statussymbol war...wer eins hatte, der war in den augen der niederen etwas...

meine 2 cent
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 17. Januar 2009, 08:50:53
Hier mal die bekanntesten Namen von berühmten Schwertern :

Notung.
Das ist Wagner's Schwert für Siegmund und seinen Sohn Siegfried; er hat das vom Nibelungenlied übernommen. Wotan persönlich hat es in eine Esche gestoßen; nur der "Richtige" kann's herausziehen. Wer's gemacht hat bleibt (bei Wagner) unklar, es kommt wohl aber nur Donar, der germanische Hephaistos, in Frage. Notung heißt "Aus der Not geboren"

Balmung.
In der Nibelungen Saga ist Balmung das Schwert, das Siegfried aus dem zerbrochenen Notung schmiedet. Es gibt dazu aber viele Versionen (wie auch vom Nibelungenlied und den verwandten Sagen).

Excalibur.
 König Arthur's magisches Schwert; das er von einer Art Meerjungfrau (Lady of the lake) erhalten hat (für die es ein Elfenschmied von Avalon gemacht hatte). Excalibur ist nicht zu verwechseln mit dem Schwert, das Jung-Arthur aus dem Stein zog. Das hatte König Uther Pendragon hineingestoßen und irgendwie war auch Magie (d.h. Merlin der Zauberer) im Spiel; es hatte aber keinen uns überlieferten Namen und ist dann auch im Kampf gebrochen
Der Name "Excalibur" hat auch eine Geschichte: In den frühesten König Arthur Sagen hieß sein Schwert Caladfwlch, ein "welscher" Name, der sich wiederum von Calad-Bolg ableitet, was "Harter Blitz" bedeutet. Später wurde daraus bei Geoffrey of Monmouth, dem Hauptautor der König Arthur Legende, "Caliburn". Das war dann die Wurzel des französischen Excalibur wie wir es heute kennen.

Tourendal. Roland's Schwert aus der Roland Saga.

Mimung, das Schwert, das Wieland der Schmied für seinen Sohn Wittich schmiedete (mit Hilfe der Hühner).

Eckesachs and Nagelring waren die Schwerter Dietrichs von Bern.

Colada und Tizona gehörten El Cid;

Curtana, das Schwert Tristans (oder "Ogier des Dänenkönigs", so um 800); jetzt eines der drei Zeremonienschwerter des britischen Königshauses
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: William am 17. Januar 2009, 10:52:29
Hallo Bruder Berthold,

der Text als ganzes gefällt mir sehr gut, aber hier sind meine Lieblingsstellen - leider bissel viel als SIG! *smoky*


Zitat
Original von Berthold von Krukow

Ich verhalte mich tolerant und ich erwarte das man sich mir gegenüber ebenso verhält. Verbrechen, Lüge, Unehrlichkeit und Bösartigkeit bringe ich aber keine Toleranz entgegen!

Die Welt um uns herum wertet uns alle nach den Taten und Worten eines jeden Einzelnen und die Schande oder der Ruhm des Einzelnen fällt auf uns alle zurück.

Es ist nicht nur der Wunsch edel zu scheinen, sondern wir wollen auch tief in unserem Inneren einen Adel des Geistes erreichen!

Ich weiß nicht wann ich einmal Hilfe brauche und darum biete ich meine Hilfe allem an, das guten Willens ist.


Wer sich allein daran hält, ist vom Geiste wahrlich ritterlich zu nennen!


Gruß

William
Titel: Sprache des Schwertes
Beitrag von: Giraut am 27. Januar 2009, 11:37:00
Zitat
Original von Wedumir. Wie man in Europa .. kämpfte, wissen wir nur ansatzweise und versuchen mühsam, es wieder zu rekonstruieren.
Bitte entschuldige, dass ich dir widerspreche.
Dies ist ein von John Clements Ende der 1970er Jjahre in die Welt gesetztes Gerücht. Wohl in der Absicht, dass er, der niemals irgendeine Fechtweise erlernt hatte, seinen selbst erdachten Kram verkaufen kann. Durch diese Lüge konnte er kritischen Fragen von Sachkundigen ausweichen. (obwohl: es mag sein, dass in den USA in der Tat keine alten Fechttraditionen übermittelt wurden. Das ist denkbar).
Die alten Schwertkampftechniken haben bei uns in Europa selbstverständlich überlebt.
Da muss man nix rekonstruieren. Man muss "nur" dorthin gehen, wo die Traditionen gepflegt und weitervermittelt wurden. Und das ist weder der Fechtclub um die Ecke (normalerweise) noch ist das der Mittelaltermarkt im Nachbardorf, und erst recht nicht die Schaukampfgruppe "Haulustichdrauff".
Dazu muss man lernen, lernen, und nochmals lernen. Und oftmals lange suchen, im Schwertlehrer zu finden, die ihrerseits noch von Traditionsbewahrern gelernt hatten.

Schwertkult: ich will ehrlich sein. Wer sonst nichts kann, der macht Kult. Ich halte von derartigem Heckmeck nichts. Das ist IMHO nur bloße Augenwischerei und Angeberei. Wer wirklich was kann, braucht derartigen Zirkus nicht.
Finde ich.