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Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Holger von Spira am 25. September 2008, 17:15:23
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Suche Shop für Ritterwappen Umhänge-Schabracken fürs Pferd! ?(
oder eine Seite mit Tipps wie man das selber schneidern kann!
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So ein Ding würde ich auch mal gerne bauen...
Mir ist eine Idee gekommen:
Ob es wohl funktionieren könnte, die nötige Stoffmenge fürs Hinterteil des Pferdes mit Hilfe von Gehren zu erzeugen??
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Ein guter Tipp den ich bekommen habe ist eine Abschwitzdecke als Vorlage zu nehmen. Man kann hat schon mal ein gut passendes Teil und braucht dann nur noch dieses länger zu machen. Ein Kopfteil habe ich selbst noch nicht gemacht. Da werde ich wahrscheinlich aber auf Hilfe von Leuten zurückgreifen, die so etwas bereits haben. Wenigstens zum anprobieren.
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Ich hätte mal eine grundsätzliche Frage zum Thema:
Moderne Abschwitzdecken sind ja am Hinterteil offen.
Wie war das mit dem Schabracken früher?
Ich denke, geschlossen (also Schweif drinnen) macht mehr Sinn.
Dann macht aber das Nachbauen erheblich mehr Probleme...
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Ich denke, geschlossen (also Schweif drinnen) macht mehr Sinn.
............. denke ich nicht denn das Pferd hebt beim Koten den Schweif (Schweif innen behindert das Pferd dabei ) und ausserdem hast du dann die ganze Sch.... immer an der Couvertüre innen kleben .
Voll gschmackig .... *ak47*
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@Lancelot
Gutes Argument...
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Habe in meiner früheren Darstellung eine Decke nähen lassen nach Vorlage einer normalen Abschwitzdecke - nur mit längeren Seitenteilen.
Meine jetzige Couvertüre ist ebenfalls nach diesen Schnitten nachgefertigt.
Die nächste jedoch werde ich über die Brust geschlossen und im Ganzen weiter machen lassen um damit mehr Bewegungsfreiheit zu geben.
Siehe Bilder:
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Schöne aufschlussreiche Fotos!
Achja.. was kostet denn so eine Fahne Wimpel,und wo hast du das anfertigen lassen?
lg ;)
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Fahne in der DO Darstellung als auch die in der zivilen Darstellung sind selbst genäht ( mit der Maschine - nicht mit der Hand :-( ) .
Du hast nur die Kosten des Materials und es ist ganz einfach zu nähen sodaß du nichtmal eine Schneiderin brauchst ......
Bei der Couvertüre sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.
Da musst du den Ausschnitt für den Sattelgurt beachten wenn du einen MA geeigneten Sattel auf die Decke aufsetzt.
Solltest du mit einem MA-ungeeigneten Sattel (Western) reiten, mußt du die Decke so schneiden, daß der Sattel unter der Decke aufliegt und so nicht gesehen werden kann. Dafür brauchst du keine Ausschnitte für die Fender und den Sattelgurt *smoky*
@Midan
Den Kopfteil betreffend kannst du dir ebenfalls bei den modernen Produkten was abschauen.
Es gibt Kopfteile mit Halsteil für Pferde die an Somer-exzemen ( von Pferdebremsen und Mückenstichen her ) leiden und die im Sommer mit einem solchen Ganzkörper-Verhüterli auf die Weide müssen.
Von einer solchen könntest du dir den Schnitt übertragen......
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"Ganzkörper-Verhüterli" ist gut! *jokely*
Ansonsten: sehr aufschlussreiche Fotos, vielen Dank!
Auch für den Tip mit dem Westernsattel, käme dann für mich in Frage.
Noch eine Frage zum Material:
Was nimmt man da am Günstigsten, bzw. wo ist bezahlbar an solche Stoffe heran zu kommen?
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Bei uns gibt es in der Nähe von Wien eine sogenannte "Schleierbaracke" - *smoky* - gemeint ist eine Halle wo Konkursware verkauft wird.
Dort gibt es immer Stoffe zu Schleuderpreisen - vielleicht gibt es ja in deiner Stadt auch so was ähnliches.......
Der Stoff sollte Baumwolle (aber in starker Qualität) sein, denn sonst reißt dir der Stoff, an den Stellen wo durch den Sattel oder Reiter ein Zug entsteht, ein.
Kunstfaser ist nicht so zu empfehlen weil das Pferd sehr leicht schwitzt ( die blaue Decke war aus Kunstfaser) und an Reibungspunkten Hitze ( ergo Blasen ) entstehen können.
Wenn du mit Westernsattel reitest wechsel in der Darstellung die Stirups samt Fender auf Riemen und kleine Steigbügel aus - kommt viel besser an.....
Wenn du das tust kannst u.U. sogar mit einem Schaffellüberzug ( die die es für den Winter gibt und die über Cantle und Horn rübergehen ) deine Darstellung reiten und ersparst dir die Couvertüre . Wer es nicht weis , dem fällt es dann fast nicht auf *smoky*
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Diskussion!
Welcher Sattel ist den geeigneter?
Ich hab nur einen Sommer Dressursattel...eventuell auf Leihbasis verfügbar einen Vielseitigkeits bzw.Springsattel.
Welcher Form kamen die Sättel eigentlich im Mittelalter nahe?
In welchem Museum werden solche Sättel gezeigt?
Ich war zwar schon mal in Nürnberger Museeum kann mich aber nur an Rüstungen erinnern...
lg *tdance*
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@Holger
Ich glaube, da kann ich dir ein wenig unter die Arme greifen, da ich sehr viel in Sachen MA-Sattelzeug recherchiert habe.
An modernen Sätteln wären höchstens noch der Camargue-Sattel sowie (noch besser) der Portuguesa, also der portugisische Stierkampfsattel, vergleichbar.
Alles andere, Western, Englisch etc. hat nicht mehr viel damit zu tun.
Die MA-Sättel hatten sehr hohe Vorder- und Hinterzwiesel, um den Reiter möglichst fest im Sattel zu halten. Meist hatten diese Zwiesel "Ohren" (ähnlich wie bei einem Ohrensessel), die die Hüften nach vorne umschlossen.
Der Unterbau eines solchen Sattels bestand vermutlich aus Holz, ebenso die Zwiesel. Darüber kam ein Überzug aus Leder oder auch aus sehr edlen Stoffen.
Bei den Kriegssätteln kam häufig ein zweiter Sattelgurt zum Einsatz, um ein Kippen des Sattels zu verhindern. Vorderzeug und Hintergeschirre waren weit verbreitet.
Das Museum des Deutschen Ritterordens hat einen Nachbau, der recht gut ist.
Ansonsten hätte ich noch eine Buchempfehlung:
Christian Tavard, Sattel, Zaumzeug und Geschirr (oder so ählich, muss genau nachschauen)
E. Wagner, Tracht, Waffen und Wehr
Beide Bücher sind leider nur noch antiquiert zu haben und sehr teuer. Hier hilft evtl. die Fernleihe weiter.
Wenn mir jemand erklärt, wie ich hier Bilder einstellen kann, mache ich das gerne.
@Lancelot
Die Idee mit den Bügeln ist gut, die muss ich mir merken!
Englische Bügel sind ja den MA Originalen recht nahe, da müssten noch welche hier herum liegen.
An den Überzug aus Fell hatte ich auch schon gedacht, allerdings zusätzlich zur Schabracke. Ich habe noch einen alten Flokati, der würde wunderbar ambientig aussehen.
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Hier ein Link wo ihr sicher fündig werdet.
Habe von dort auch meinen spanischen Sattel der den originalen MA Sättel noch am Nähersten kommt.
http://www.bentaiga.com/ (http://www.bentaiga.com/)
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Genau diese Sättel habe ich gemeint!
Schöne Seite!
Was für einen hast du denn, Lancelot?
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Ich habe den Campo Flex in Komplettfell - Ausführung. D.h. die Galerie vorne und die Sitzfläche sind mit Schaffell bezogen die hintere Wand ist - wie der Rest des Sattels und Zubehörs - schwarzes Leder .
Sättel von dieser Firma sind erschwinglich ( NP um die 2.500.-€ / gebraucht um die 1000.- € ) werden jedoch vom Boss persönlich vor Ort angepasst und wenn sich das Exterieur des Pferdes mal verändern sollte kommt der Boss ins Haus, mißt den Sattel neu aus, polstert ihn um und schickt dir das Ding wieder zu - und das Ganze um 180.- € !
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Wie sah eine typische Covertüre denn im Mittelalter aus? Ich habe da noch nie drauf geachtet, könnte mir aber vorstellen, dass diese etwas anders waren, wie die heutigen.
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Im Prinzip nicht viel anders als die Decken heute. Nur länger. Und ob sie hinten am Schweif offen oder geschlossen waren, darüber bin ich mir noch nicht schlussendlich einig.
Hier gibt es Abbildungen:
Eduard Wagner: Tracht, Waffen und Wehr.
Leider ist das schöne Buch nur noch antiquiert zu bekommen und daher nicht gerade günstig... Fernleihe hilft hier.
Das Ding ist sowieso sehr interessant: Kleidung, Waffen, etc. alles sehr schön und detaiiert abgebildet mit Quellenangaben.
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Thema Schweif innerhalb:
Meine hatte ich so gebaut. Es war trotzdem noch so viel Luft, das das Äppeln möglich war. Für den Pilgermarsch habe ich dann allerdings ein anderes Pferd gehabt, größer. Das war dann zu eng. Hab erstmal ein Loch reingemacht und den Schweif durchgeführt. Das hatte natürlich die beschriebenen braunen Nebenmeffekte. Allerdings ist Pferdekot ja auch nicht eklig wie zum Beispiel bei Hunden.
Wahrscheinlich werde ich aber doch das Loch in dem Behang bis unten auftrennen und einen Riemen für den Zusammenhalt befestigen. Das würde den etwas zu engen Behang entspannen.
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Naja, ich meinte jetzt eher Primärquellen, in denen man solche Pferdeabdeckungen sieht.
Bei den Abbildungen in den diversen Büchern wird fast immer interpretiert (siehe osprey)
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@Bennedikt
Da kann ich leider auch nicht mit dienen...
@Midran
Die Idee mit den Verbindungsstegen ist gut, das könnte klappen!
Wie hast du denn die Decke am Hinterteil geschnitten? Wie moderne Abschwitzdecken, so "rund"?
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Ja, rund. Je nach Stoffart beult sich da dann auch aus und passt sich mit der Zeit an. Ich war jedenfalls sehr zufrieden. Und waschen kann man das ja auch wenn der Stoff nicht zu dick gewählt wurde (Hab Leinen genommen). Nebenbei ist das auch ein etwas angenehmerer Stoff für das Tier, nicht so heiß.
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wie mögen denn wohl die Steigbügel ausgesehen haben?
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Die Steigbügel waren modernen englischen Bügeln gar nicht unähnlich.
Sehr interessante Einblicke bietet hier ein Buch über die Themsefunde. Da gibt es zahlreiche Abbildungen von Originalen (auch Sporen, Hufeisen, Pflegeutensilien etc.).
Wenn es interessiert, poste ich gerne den genauen Buchtitel etc.
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*headbangl*
ja schreib mal wie das Büchlein heißt.
Woher bekommt man denn schöne Tunierlanzen?
Hatt das jemand das schon gekauft/gebastelt? *jokely*
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Da hätten wir's:
"The Medieval Horse and its Equipment"
Museum of London
Edited by John Clark
ISBN 1843830973
Englischer Text; wissenschaftliches Werk, basierend auf den Themsefunden.
Ebenfalls empfehlenswert:
"Tracht, Waffen und Wehr des späten MA (1350-1450)"
Eduard Wagner
Evtl. als Neuauflage erhältlich, ansonsten nur noch über Antiquariate
Sehr interessantes Buch mit sehr vielen Zeichnungen (auch Kleidung, Waffen, sonst. Ausrüstung und eben ganz viele Pferdesachen).
Gibt es in Deutsch und Englisch.
"Sattel und Zaumzeug"
Christian Tavard
Ein großformatiger Bildband, leider ebenfalls nur antiquarisch zu erhalten und nicht gerade günstig. Streifzug durch die Geschichte von Sattel und Zaumzeug mit sehr vielen schönen Bildern (Originale, Zeichnungen, Gemälde...). Text in Deutsch.
Und noch ein echtes Schmankerl:
"La Cavalerie Francaise et son Harnachement"
Colonel Marcel Dugue Mac Carthy
Zwar ist der Text französisch gehalten (was mir persönlich "hüstel" leichte Probleme bereitet, aber allein die Zeichnungen und Fotos machen das Buch lesens- bzw. sehenswert!
Mac Carthy stellt die komplette Entwicklung der franz. Reiterei von der Frühzeit bis in die Moderne dar.
Fundstücke, Zeichnungen, Originale, Gemälde... Was das Reiterherz begehrt!
Ich weiß nicht, ob das Buch im Handel erhältlich ist, ich habe es mir über Fernleihe besorgt.
Ein echter Geheimtip!!!
Viel Spaß allerseits beim Schmöckern!
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Ich weiss dieser Thread ist schon etwas älter, aber ich bin mir sicher dass dieser Link sehr interessant sein dürfte für Leute mit Pferd. Auch dieser Herr hat MA Sattel, Zaumzeug und Schabracke für sein Pferd zusammen gesucht, mit ebenfalls sehr überzeugendem Resultat...
Kuckst du (http://www.welfenburg.de/)