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Templerfakten => Historische Templer => Thema gestartet von: Charles v. säbelberg am 22. August 2008, 14:18:52
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Weehrte Brueder,
das die Templer Mönche waren,aber nicht alle auch Priester wissen wir.In meinen Nachforschungen ueber die Kommende Breisig bin ich jetzt auf einen Priester Namens "Einolph"gestossen der auch Ordensritter der Templer war.Beschrieben wird er in dem "Dialogus miraculorum"von 1220 des Caesarius von Heisterbach.Quelle Heimatmuseeum Bad Breisig.
Also er fuehrte das Schwert und war auch Priester.
Gott zum Grusse
Charles
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Salve Bruder Charles,
da war der gute Herr sicher nicht der einzige, der die priesterwürde und das kriegerdasein miteinander verband.
Zwar kein Templer aber immerhin seinerzeit Bischof von Straßburg zog um 1260 auch Walter von Geroldseck hin und wieder das klerikale Gewand aus und statt dessen den Waffenrock samt Streitkolben und Schwert an.
Gruß Berthold
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Weitere Beispiele:
Engelbert II. von Berg (später Erzbischof Engelbert I. von Köln), ebenfalls kein Templer, aber eng verwandtschaftlich den Zisterziensern verbunden, nahm an einem Kreuzzug gegen die Albingenser teil...
(auch über ihn berichtet Caesarius von Heisterbach)
Otto von Freising, Zisterzienser in MORIMOND (dort zum Abt gewählt, bekannt mit Bernhard von Clairvaux, zum Bischof von Freising ernannt) nahm als Bischof aktiv am 2. Kreuzug teil...
(sagt Wikipedia , ich war nicht dabei...) *smoky*
Martí
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Erinnert sei auch an Bischof Odo, den Bruder von Wilhelm dem Eroberer, den man mit Kriegskeule in der Hand auf dem Teppich von Bayeux bewundern kann.
Schließlich war Kirchenmännern nur das "Schwert" verboten. Andere Waffen durften sie durchaus nutzen.... welch schöne Gesetzeslücke ;) Trotzdem gabs natürlich auch Schwertkämpfer. Aber das war eben nicht mehr so ganz erlaubt ;)
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Hallo,
(hiermit meld ich mich mal nach 2monatiger Abstinenz zurück ;-) )
Soweit ich weiß, war es Kirchenmännern verboten, das Blut ihrer Mitchristen zu vergießen. Deswegen nahmen sie (siehe Bischof Odo) eine Keule bzw einen Mace, mit dem sie dann innere Wunden schlugen. Die angeblich nicht von außen sichtbar sind; man stelle sich vor, man bekommt so einen Streitkolben gegen den Kopf... unblutig, genau ;-)
Kann jemand eigentlich die Quelle für das Verbot des Blutvergießens für Prietser nennen (also, steht das in einer Bulle oder so, oder wurde das aus der christlichen Lehre als Selbstverständnis abgeleitet?)?
Vielen Dank...
Gruß,
Fabianus
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Hallo Fabianus,
eigentlich hast Du Dir die Antwort schon selbst gegeben. Mit dem Blutvergießen bei Kirchenmännern war es vergleichbar mit dem Einsatz der vom Papst geächteten Armbrust - der Einsatz gegen Christen war geächtet.
Blut von Heiden zu vergießen galt damals sicher nicht als so verwerflich und somit könnte auch der eine oder andere Priester zum Schwert greifen. Ob err damit auch umgehen konnte, staht auf einem anderen Blatt. Aber da auch die "Betenden" der Oberschicht entstammten und sich irgendwann im Laufe ihres Lebens für den Weg als Gottesmann entschieden hatten, hatten sie zuvor sicherlich eine ganz normale "Ausbildung" erhalten, wie sie in diesen Kreisen üblich war. Und dazu gehörte auch der Umgang mit dem Schwert - denke ich.
Gruß Berthold
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Erzbischof Engelbert I. von Köln war zeitweilig Reichsstatthalter für Friedrich II. von Hohenstaufen und Erzieher dessen Sohnes Heinrich.
Die Erzbischöfe Köln waren zeitweilig auch gleichzeitig Kurfürsten und besaßen ein „Kurschwert“.
(http://img261.imageshack.us/img261/3282/schwerteq0.jpg)
Na ja, dieses sieht ziemlich unzweckmäßig und unbenutzt aus –
Die hochwohlgeborenen Herren haben eher hauen und stechen lassen...
Ist ja heute auch noch so ähnlich...
Ja, ich weiß, das ist nicht „A“ *smoky*
Martí
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(http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/ea/Adh%C3%A9mar_de_Monteil_%C3%A0_Antioche.jpeg/499px-Adh%C3%A9mar_de_Monteil_%C3%A0_Antioche.jpeg)
Das Bild zeigt Bischof Adhemar de Monteil, der als religiöser UND militärischer Führer am 1. Kreuzzug teilnahm.
Beachtlich ist der Wappenrock.
Gruß Berthold
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Also lieber Berthold!
So beachtlich finde ich den Wappenrock gar nicht, da die Handschrift sicher einige Zeit nach dem 1. Kreuzzug entstanden ist.
Es sei denn du meinst, der Illustrator müsse Templer gekannt haben. Das halte ich nun wieder für sehr wahrscheinlich. Vermutlich hat er eben die Verbindung Geistlicher + Krieger in die ihm bekannte Form gegossen und ihm dann noch eine Bischofsmütze aufgesetzt.
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Nicht zu vergessen Julius II., der Papst der ja selbst auch mal zum Schwert gegriffen hat...
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@Berthold: weisst du, von wann die Miniatur ist bzw. von wem ?
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@Heinrich
aus dem Hut nicht aber das läßt sich sicherlich rauskriegen.
Berthold