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Alles andere => Bücher & Filme => Thema gestartet von: Benedikt von Söllbach am 01. August 2008, 13:48:54

Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 01. August 2008, 13:48:54
So, nach über zwei Jahren harter Arbeit freue ich mich riesig, endlich mein angekündigtes Büchlein veröffentlichen zu dürfen :)

Es hat den Fokus, wie unschwer aufgrund des Titels zu erraten ist, auf dem Dienenden Bruder des Templerordens um das Jahr 1190. Trotzdem ist es auch für Ritterdarsteller sehr interessant, da es nicht unterlassen werden konnte, auch auf die Ritterbrüder einzugehen (viele Artikel betreffen sie ja gleichermaßen). Auch auf weltliche Sachverhalte wird eingegangen. Hauptfokus liegt bei der Ausrüstung, was das Buch auch zu einem stark erweiterten Kitguide macht. Aber auch die Lebensumstände und Aufgaben der Dienenden Brüder kommen nicht zu kurz.

Das Buch hat 106 Seiten, 7 Zeichnungen und 30 Abbildungen aus den verschiedensten historischen Quellen. Meine Aussagen sollen nachvollziebar sein und sind deswegen mit Fußnoten versehen. Das Buch hat eine sehr hohe Fußnotendichte von ca. 5/Seite. insgesamt gibt es 499 Fußnoten.

Es steht auf meiner Page zum kostenlosen Download bereit:
http://beni.skyforcesystems.de/mittelaltertagebuch/Milites%20Templi%20-%20Der%20Dienende%20Bruder%201190.pdf

Meine konkrete Bitten an euch:
- Rechtschreibfehler dürfen nicht behalten werden und wollen an mich gemeldet werden
- Ich freue mich über Anregungen und Kritik. Ich würde mir auch die ein- oder andere Diskussion wünschen - am besten öffentlich hier im Forum, gerne aber auch per Mail. Auch auf der Tannenburg bin ich ansprechbar
- Wenn Ihr Interesse an einer gedruckten Ausgabe habt; ich bin in Kontakt mit einer Druckerei. Das lohnt sich aufgrund einer Mindestbestellmenge aber nur, wenn genug Interesse zusammenkommt. Ich würde, falls eine Drucklegung zustande kommt, das Buch zum Selbstkostenpreis abgeben (ist schließlich ein nichtkommerzielles Projekt), der natürlich sinkt, je mehr Leute ein Buch wollen. Das ganze würde ich in einem separaten Thread organisieren.

So, und jetzt viel Spaß beim Lesen :D
Liebe Grüße,
Beni
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Sareth am 01. August 2008, 16:51:09
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !!!!

Habe eben mal reingelinst - das sieht sehr professionell aus, und man merkt, was du dir für eine Mordsarbeit gemacht hast!

Darf ich das auf meine Lexikonseite tun? Unter 'Publikationen' ? Daß man es dort auch downloaden kann oder wenigstens als Link?
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Thomas, der Verwalter am 02. August 2008, 08:34:18
Hallo Benni

Super Arbeit, direkt was für meine freien Tage nächste Woche werde ausführlich Schmökern.
Gleich eine Frage. Ist es der selbe Guido de Lugisan der König von Jerusalem wird und dann später Zypern kaufte?
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 03. August 2008, 13:24:08
@sareth: Danke, ich bin froh, dass es "endlich passiert" ist, irgendwie schon ein ganz schöner Brocken sowas. Wegen dem LExikon, du darfst das Ding natürlich gerne bei dir hochladen oder verlinken, aber ich denke eine Verlinkung ist sinnvoller. Denn dann musst du dich nicht mehr darum kümmern, eventuell folgende neue Versionen hochzuladen und ich kann besser Rückschlüsse ziehen, wie oft es bei mir runtergeladen wurde.

@Thomas: Das ist derselbe, genau. Er wurde 1186 König von Jerusalem.

[edit] Juhuu, schon drei Vorbestellungen :D
Vll können wir ja, bei genug Interesse, schon zur Tannenburg den Druck organisieren; dann könnten wir Portokosten sparen.
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 04. August 2008, 17:56:54
Ich wollt nur nochmal anmerken, dass das Bekunden von Interesse an einer Gedruckten ausgabe hier nicht bindend ist - ich will nur mal absehen, wie viele gedruckte Exemplare es werden würden und dann erst mit der eigentlichen Organisation anfangen - wenn es nur bei den drei bisherigen bleibt, dann wird das zu teuer.
Also lasst euch nicht abschrecken und langt zu! Fände ich sehr schade, wenn das nichts werden würde.
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Daniel am 05. August 2008, 08:27:55
Bin dabei!
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Heinrich von der Losheide am 05. August 2008, 08:56:49
wenn der preis stimmt ,bin ich dabei
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Alesandro von Hainichen am 05. August 2008, 10:07:02
auch
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 05. August 2008, 12:28:17
Dann wären wir jetzt aktuell schon neun :)
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Charles v. säbelberg am 05. August 2008, 13:13:19
Weehrter Bruder,

viel Arbeit hast du dir gemacht und das auf einen hohen Wissensgrad.Das muss belohnt werden,das heisst wir Templer schwedischer Zunge sind natürlich dabei.

Gott zum Grusse

Charles
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 05. August 2008, 13:28:05
Hallo Charles, wie viele Exemplare wären das dann? Jedes Exemplar wird den Preis weiter drücken, weil wie gesagt, das ganze zum Selbstkostenpreis gemacht werden wird (Druckkosten geteilt durch Exemplare).

[Edit] Ich würde jetzt einfach mal Anfragen sammeln, und zwar bis zum 17 August. Dann rechne ich das mal aus und sag bescheid, wie viel es genau nach dem Stand kosten wird. Danach will ich innerhalb einer Woche eine feste Zusagenliste erstellen und dann den druck in auftrag geben, dann sollte das bis zur Tannenburg fertig werden, was Versandkosten spart.
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Charles v. säbelberg am 05. August 2008, 13:53:06
Weehrter Bruder,

für unser Archive brauchen wir 1 Exenplar.Die Versandkosten werden wir überweisen,wenn der gesamt Betrag klar ist.Werde noch was reklame machen bei den Brüder die Deutsch können.Melde mich danach sofort.

Gruss ins Land der Flint Kaserne

Charles
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 05. August 2008, 14:44:42
@Beni

.... habe mir die Sache mit den Sätteln (die die Dienenden nicht bekommen haben sollen ) nochmal durch den Kopf gehen lassen und bin zu dem Schluss gekommen, daß da was nicht stimmen kann.

Sollten die Sergenten wirklich keinen Sattel gehabt haben ( oder nur einen Provisorischen - zb die Wolldecke die mittels der beiden Gurte auf das Pferd geschnallt wurde ) dann waren sie gezwungen ( da auch keine Steigbügel vorhanden waren ) ihren Halt auf dem Pferd mittels Beinschluss zu suchen.
Ein Beinschluss ist jedoch mit den damals üblichen Sporen keinesfalls möglich!

Also haben die Sergenten entweder keine Sporen oder sie hatten einen Sattel !

Ich persönlich neige eher zu der Annahme, dass ein Sattel ausgegeben wurde, da die Templer ( wie auch die Angehörigen  des  DO ) den Großteil ihrer Reisen auf dem Pferd zurückgelegt haben und auch im Kampf die dazu nötige Stabilität (zum kämpfen) ohne Sattel nicht gewährleistet werden konnte !!!
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 05. August 2008, 16:46:51
Danke für den Hinweis!

Ich glaube, da geht es speziell um den Kriegssattel, der ein anderer war als der Reitsattel.
Hab ich das nicht geschrieben?
Ich denke, die Dienenden kämpften mit dem normalen Reitsattel, der auch Steigbügel hatte (vgl. der zivile Reitsattel auf Abbildung 10).

Auf welcher Seite steht denn das so ungenau?

(ps.: Alles Gute!)
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Pascal de Rennard am 05. August 2008, 16:54:33
Da melde ich ich doch auch gleich mal Interesse an einem Exemplar an! :-)
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 05. August 2008, 17:38:04
Zubehör
Beim sonstigen Zubehör der Dienenden Brüder gibt es einige Gegenstände,
die die Ritterbrüder bekommen haben, den Sergeanten aber vorenthalten
wurden: Sie hatten keinen Anspruch auf ein Zelt, einen Kessel zum Kochen,
einen Panzer für das Pferd und ein Pferdegeschirr.322 Das Pferdegeschirr
umfasst folgende in Artikel 140 genannte Gegenstände:
„[...] einen Langriemen und einen Gurt mit einer Schnalle und
einen zweiten ohne Schnalle, [...]“
Der Langriemen ist eine Leine zum Festbinden des Pferdes (im frz. Original
„Lougue“). Die beiden anderen Riemen sind vermutlich Sattelgurte.323
Die Dienenden Brüder hatten demnach nur Zaumzeug und Zügel. Das
Fehlen der Sattelgurte erscheint zuerst verwirrend, lässt sich aber mit dem bei den Dienenden fehlenden Kriegssattel erklären.


Ich verstehe das so, daß die Sergenten kein - wie du schreibst -  Pferdegeschirr also (Sattel)gurte erhielten - obgleich ohne solche auch ein normaler Reitsattel nicht fix auf das Pferd aufgebracht werden kann ........
Wenn sie aber einen kompletten Reitsattel erhielten, warum wird dieses Pferdegeschirr dann extra aufgeführt wenn es sich nur um Sattelgurte handelt ?

Ich nehme eher an, daß es dabei um ein heute sogenanntes Vorderzeug handeln könnte. Dieses besteht aus einem Gurt der  am seitlichen Vordersattel befestigt ist und um die Brust des Pferdes zur anderen Seite des Sattels führt. Ein weiterer Gurt wird mittig an der Brust in den ersten Gurt gefädelt und unter der Brust zum Sattelgurt geführt wo er auch eingehängt ist.
Das Ganze hatte den Sinn, daß der Sattel bei raschen Wendungen nicht so leicht verrutscht.

Ergänzt wird das Ganze mit einem "Schweifriemen" der die Stabilität am hinteren Teil gewährleistet.

In abb. 10 gut erkennbar - ich glaube aber nicht, daß es sich bei Abb. 10 um einen zivilen Sattel handelt da die Voerdergalerie und der hohe Rückenteil ziemlich genau zu erkennen ist.

hier ein modernes Beispiel damit man sich was vorstellen kann :
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Midan von Malterstorp am 05. August 2008, 17:56:08
Vielen Dank für die veile Arbeit. Und dann auch noch zum Selbstkostenpreis!

Bitte reserviere für mich auch ein Exemplar zur Tannenburg.
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 05. August 2008, 18:16:06
Lancelot, sehr interessant. Bei den Sätteln musste ich mich recht stark auf das verlassen, was ich gelesen habe, denn ich bin ja kein Reiter.
Das ist aber wirklich etwas undurchsichtig. Weiß jemand, wie damalige Sättel ausgesehen haben?
Auf Abbildung 10 hätte ich jetzt schon einen zivilen Sattel vermutet, denn soweit ich weiß, sahen die den militärischen recht ähnlich. Aber wie gesagt, ich habe da nur ganz wenig Literatur gesehen. Wenn jemand was hat, immer her damit :D
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Niclais van Poele am 05. August 2008, 18:23:59
Hi Benedikt, erst mal Respekt für so viel Arbeit. aber so kennt man dich :-)  Ich bin leider noch nicht zu mehr als zu einem kurzen Blick gekommen.  werde es mir am We aber mal, wenn ich abends Zeit hab mal zu Gemüte führen. Hmmm sieht bestimmt lustig aus wenn ich in preussischer Uniform in einem Stapel ausdrucke lese.  Was soll den so ein Exemplar nach heutigem Stand kosten? bin echt am überlegen damit meine Bib zu erweitern:-)
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Siegfrud von Burgund am 05. August 2008, 21:39:49
Herzlichen Glückwunsch Benedikt zu dieser "Doktorarbeit". Man sieht, da steckt viel Herzblut drin. Ich kann hier gleich zwei Exemplare bestellen.
Den losen Ausdruck aber drucke ich mir morgen im Copyshop aus und hab eine schöne Urlaubslektüre für die Flitterwochen, 3 Wochen Nordfrankreich :-)))
Danke dafür.
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Svend Joergenson am 06. August 2008, 00:12:13
Glückwunsch habe kurz reingelesen
Wäre an einem Exempla ebenfalls interesiert.
Wäre Versand möglich?

grus Svend
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 06. August 2008, 09:27:43
Klar wäre Versand möglich, ich habe nur keine Ahnung was das kosten wird. Aber allzu tragisch sollte das nicht werden, ich schätze mal so 2 Euro. Das kläre ich dann aber Zeitnah bei der Post.

Nach aktuellem Stand sinds dann 17 Exemplare ohne die noch unbestimmte Zahl, die ich selber noch dazubestelle - das wären im Moment 21,59 pro Buch. Wie gesagt wirds aber noch günstiger, da ich ja auch noch ein paar Exemplare haben möchte (im Moment wären das 4, vll aber noch ein Paar mehr).
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Jerome am 06. August 2008, 10:35:31
Gott zum Gruße Brüder

Als hoffentlich angehender Dienender Bruder würde ich auch gerne ein Buch bestellen.

Jerome
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Bernhard am 06. August 2008, 12:35:19
Hallo Beni,
wie damals schon gesagt würde ich eine gedruckte Ausgabe auf jeden Fall bei mir auch in den Schrank stellen.
Viele Grüße
Berni
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Goeffrey am 06. August 2008, 14:02:25
Wenn der Preis stimmt würde ich mir auch diese tolle Arbeit sehr gerne als Buch kaufen!
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 11. August 2008, 11:43:51
Zitat
Das ist aber wirklich etwas undurchsichtig. Weiß jemand, wie damalige Sättel ausgesehen haben


Habe da was Geschichtliches gefunden :

Der Sattel, wie er im MA. verwendet wurde, dürfte aus dem Packsattel entstanden sein. Dessen gepolsterte Seitenbretter („Trachten“) wurden beibehalten, hinzu kam vorne und hinten je ein kurzes, hochstehendes Brett (der „Vorder-“ bzw. „Hinterzwiesel“, auch vorderer oder hinterer „Sattelbogen“ genannt); der Zwischenraum wurde durch ein eingespanntes Lederstück, dem eigentlichen Sitz, überbrückt.
Die schräg gestellten Trachten verteilten das Gewicht des Reiters unter Schonung des empfindlichen Rückgrats gleichmäßig auf den Rücken des Tieres. Die Zwiesel standen senkrecht oder waren leicht nach außen geneigt und konnten einem dazwischenliegenden Sitzpolster als Widerlager dienen.
Aus der Größe des Zwischenraums zwischen den Trachten und aus deren Winkelstellung kann darauf geschlossen werden, ob ein Sattel für den breiteren Rücken eines Pferdes oder für den schlankeren eines Maultieres gedacht war.

 Um 800 wurde der Sattel durch einen – zunächst ringförmigen – Steigbügel ergänzt, der im 9. Jh. die heute gebräuchliche Form annahm. Die Einheit aus Sattel und Steigbügel waren die Voraussetzung für die Entstehung des europäischen Rittertums.
Vom HMA. an kam als textile Unterlage die tiefherunterhängende Satteldecke (satelkleit, -tuoch) auf, die auch schmückende und heraldische Funktion annahm. Die Befestigung des Sattels bestand aus einem sehr breiten Bauchgurt aus Stoffborte und aus eienm fransenbesetzten Brustgurt.
Als Sonderform sei der deutsche Turniersattel des SMA. erwähnt; auf ihm saß der Reiter zur Verbesserung seiner Kampfaktionen in erhöhter, halbstehender Position, gleichsam auf einem Hochsitz. Bauch und Beine waren an der Vorderseite durch fest mit dem Sattel verbundene schalenförmige Metallplatten geschützt.
Damen ritten im Herrensitz; erst gegen Ende des 14. Jh. kam der Damensattel auf, ein Seitsitz, bei dem beide Beine der Reiterin an der linken Seite des Pferdes blieben.
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Sareth am 11. August 2008, 13:33:30
ich möcht natürlich auch ein Buch für mein Templer-Archiv :)
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 11. August 2008, 20:24:06
@Lancelot: Das war sehr Informativ - spricht aber doch eigentlich dafür, dass das auf was der Herr Richard sitzt, ein ziviler Sattel war. Wo war aber dann der Unterschied zum Kriegssattel aus der Ordensregel?
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 12. August 2008, 09:16:38
@Beni
Auch dazu habe ich was gefunden :

Der Sattel wird in drei Typen unterteilt:

 Reitsattel (riding saddle), Kriegssattel (military saddle) und Tragsattel (pack saddle).

Ursprünglich verwendete man für friedliche und kriegerische Zwecke ein und denselben Typ Sattel.
Er bestand aus einer Art Kissen, das auf den Rücken des Pferdes aufgelegt wurde und mittels eines Bauchgurtes (Sattelgurt) befestigt wurde.
Es waren vermutlich die Kelten, die einen bedeutsamen Schritt in der Entwicklung des Sattels machten. Es entstand der Hörnersattel, der an der vier Ecken der Sitzfläche jeweils einen gepolsterten Höcker (oder Horn) aufwies.
Diese Hörner stützten Gesäß und Oberschenkel des Reiters und gaben ihm einen sicheren Halt. Der Hörnersattel hatte noch keine Steigbügel.

Später verband man jeweils die beiden vorderen und die beiden hinteren Hörner zu Stegen; hinzu kamen die Steigbügel.

Reitsättel, die für das Reiten in steileren Gegenden und/oder für die Arbeit im Sattel (berittene Hirten) gedacht waren, erhielten wie Kriegssättel Brust- und Schweifriemen.
 
Die Entwicklung der berittenen Kriegsführung und des gepanzerten Reiters nötigen einige Anpassungen des Sattels – der Kriegssattel entstand als eigneständiger Typus. Vorder- und Hintersteg wurden ausgeprägter, um dem Reiter einen noch sicheren Sitz zu gewährleisten. Die Steigbügelriemen wurden so weit verlängert, dass der Reiter mit durchgestreckten Beinen im Sattel saß.

Das hatte vermutlich zwei Vorteile: zum einen kamen die langen Steigbügelriemen der eingeschränkten Beweglichkeit der gepanzerten Beine entgegen, da man so das Knie nicht so stark zu beugen brauchte – zum anderen war die Bewegungsfreiheit in der Hüfte größer als bei einem Reiter, der im Sattel hockt.
Hiebe nach allen Seiten waren leichter auszuführen (man kann das überprüfen, indem man die Reichweite des Armes bei Sitzen auf einem Stuhl mit der beim Stehen vergleicht).

Schließlich wurde der Vordersteg so ausgeweitet, dass er den Unterleib der Reiters (der nicht durch die Rüstung vollständig geschützt war) zu schützen. Der Hintersteg umfasste die Hüfte des Reiters, sodass dieser auch beim Aufprall während eines Lanzenangriffes nicht aus dem Sattel gestoßen wurde.

Der Sattel erhielt zudem einen Brustriemen, d.h. einen breiten Gurt, der vom Sattel aus vor der Brust des Pferdes entlang lief, wodurch verhindert wurde, dass der Sattel samt Reiter nach hinten vom Pferd rutschte. Gelegentlich kam noch ein Schweifreimen hinzu, der das Abrutschen nach vorn verhindert.

Kriegssättel sind meist auch für die Verwendung in Verbindung mit einem Rosspanzer ausgelegt.

Der typisch mittelalterliche Kriegssattel kommt mit dem Lehnstuhl-Hinterzwiesel gegen Ende des 12. Jh. auf, der den Reitern auch bei der Handhabung der Lanze im Stillstand guten Halt bot. Mitte des 14. Jh. versah man den Sattel mit Stahlplatten vor dem vorderen und hinteren Zwiesel.Auch die Pferde wurden mit einem Harnisch versehen, der zum Teil am Sattel befestigt war.



 
Tragsattel sind in der Regel stark gepolstert und haben Gestelle, an denen zu beiden Seiten Gepäck festgezurrt werden kann. Seltener sind solche Packsättel, an denen verschließbare Behälter fest angebracht sind. Diese schützen die mitgeführten Dinger zwar besser, sind aber unflexibler als die einfachen Modelle.
Tragsättel verfügen meist über Brust- und Schweifreimen.
Titel: Der Dienende Bruder 1190
Beitrag von: Lazarus v. Akkon am 12. August 2008, 11:13:35
Moin
also ich würd auch ein Exemplar nehmen .
mfg
Matthias/Lazarus