Templerforum - Das Forum des Templernetzwerkes
Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Hermann von Redentin am 26. Juni 2008, 22:20:27
-
Ich hab da mal ne Frage.
Es blieb ja nicht aus, dass die Kreuzzügler damals im Kampf, mit Blut von oben bis unten vollgeschmaddert waren. Da man ja auch nicht gleich danach die gute alte Waschmaschine anschmeißen konnte und Dr. Beckmanns Fleckensalz ja auch noch nicht zur Verfügung stand, frage ich mich, wie die Kleidung ausgesehen haben muss!? Hatten die irgendwelche speziellen Mittel dafür? Wenn ja, konnten sie diese immer relativ schnell anwenden um bleibende Flecken zu vermeiden? Oder ging es einfach mit der guten alten Sonnenbleichmethode wieder raus?
Gruß
Hermann
-
Pax
Mein Freund Marti hat hier mal erwähnt das jedes gute Team mindestens 2 Narren erträgt und deshalb antworte ich hier zu später Stund auch als Narr.
Das Reinlichkeitsbedürfnis der Kreuzfahrer war sehr groß da sie ja allesamt aus Städten und Dörfern kamen die stinkende Kloaken waren.Die Kleidung wurde selbstverständlich nach jeden Waffengang von den mitgeführten Frauen auf dem Waschbrett gewaschen und danach mit warmen Steinen gebügelt.
Man hatte selbsverständlich auf den Kreuzzügen auch Wechselkleidung dabei.
Es konnte ja auch mal vorkommen das man von einem Einheimisschen zum Tee eingeladen wurde. Da sollte gewaschene Kleidung schon vorhanden gewesen sein.Aber ich denke WIKI gibt da mal wieder exelente Auskünfte.
Vielleicht wird da auch schon Ariel de crusaders erwähnt?
Gruß Arn *smoky*
-
Die Oberbekleidung (vor allem im Orden, aber auch bei weltlichen) bestand ja zumeist aus Wolle, die gute Selbstreinigungskräfte hat, solange das Wollfett (Lanolin) noch enthalten ist.
Blut geht mit kaltem Wasser gut raus.
Man müsste das mal explizit testen, aber ich denke schon, dass die Kleidung dadurch relativ sauber war.
Die Brüder achteten jedenfalls sehr auf ihr Äußeres (lässt zumindest die Ordensregel vermuten). Nach der Schlacht wird also vermutlich erstmal geplündert, dann gewaschen worden sein.
Das mit dem Bügeln bezweifle ich jetzt mal, da man Wolle nicht Bügeln muss.
Weiß jemand, ab wann das Waschbrett erfunden wurde?
Auf der anderen Seite kann ich mir auch gut vorstellen, dass wenn man selbst total mit Blut voll ist, das in der Regel das eigene ist und demnach andere Probleme wie das sauberbekommen der Kleidung vorrang haben - oder vermutlich hatten.
Aber alles nur Spekulation.
-
>>Narr
Ich schenk dir einen neuen Avatar:
-
wenn ich folgenden Sachverhalt berücksichtige -
Wenn eine Arterie verletzt wird, wird das helle, unter hohem Druck stehende Blut sehr schnell ausgestoßen.
- glaube ich kaum, dass es zum größten Teil das eigene Blut gewesen sein wird.
p.s. da die Agypter schon mit Soda gewaschen haben, das erste überlieferte Seifenrezept von den Sumerern um 2500 v. Chr stammt, die Araber im 7.-8. Jahrhundert mit dem Seifensieden anfingen und die ersten Manufakturen zum Seifensieden (im Mittelmeerraum) im frühen Mittelalter entstanden sind, könnten sie auch eine "Art" Waschmittel gehabt haben.
und selbst in der Bibel steht es
Ijob 9,30
Wollte ich auch mit Schnee mich waschen, meine Hände mit Lauge reinigen, du würdest mich doch in die Grube Tauchen, so dass meinen Kleidern vor mir ekelt.
Jesaja 1,25
Ich will meine Hand gegen mich wenden, deine Schlacken will ich mit Lauge ausschmelzen, all dein Blei Schmelze ich aus.
Jeremia2,22
Selbst wenn du dich mit Lauge waschen und noch soviel Seife verwenden wolltest deine Schuld bleib doch ein Schmutzfleck vor meinen Augen - Spruch Gottes des Herrn.
Meliachi 3,2
Doch wer erträgt den Tag, an dem er kommt? Wer kann bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Teuer im Schmelzofen und wie die Lauge im Waschtrog.
-
Dazu würde die Legende um die Entstehung der Österreichischen Fahne im 3. Kreuzzug auch passen.
Wäre es das Blut von Leopold V von Österreich selbst gewesen hätte er sich sicher nicht mehr mit König Richard streiten können.
-
Ich denke mal, dass das Blut hauptsächlich das Blut "der anderen" war. Ich hatte auch mal kurz überlegt, mir einen entsprechenden Waffenrock zu machen (zerfetzt, verdreckt und vorallem rot gesprenkelt). Hab´s dann gelassen. Stellt Euch mal vor, sowas sieht ein Kind und fängt an Fragen zu stellen. Ich möchte meinem Sohn (4 1/2 Jahre) nicht ausführlich erklären müssen was das für rote Flecken sind.
Zum "Verdreckungsgrad" allgemein: Ich habe vor kurzem mal wieder ein Buch über das mittelalterliche Strassbourg und u.a. die dort herrschenden hygienischen Zustände gelesen. Ich bin schon froh, dass ich im Jahr 2008 lebe. Wenn die Ordensregeln sagen, dass man reinlich zu sein hat, sollte man das relativieren. Ich denke so sauber und neutral riechend, wie WIR in der Templer- Darstellung ´rumlaufen, waren die Templer damals sicher nicht.
-
Ich denke, die Eingangsfrage könnte man durch ein Experiment lösen. Nur, wer schneidet sich freiwillig, um ein weißes Wolltuch vollzubluten, das er anschließend wieder wäscht?
Das ganze am besten dann noch mehrmals?
(Meine abschließende Bemerkung mit dem vollbluten war nicht ganz ernst gemeint :)
Es ist schon klar, dass das früher nicht mit blauen Flecken und totstellen abging *G*)
-
Gehste zum Schlachter und holst die Schweineblut. Der wird zwar seltsam gucken, aber ne Möglichkeit wäre es.
Wenn man das denn überhaupt ausprobieren will :)
Gruß
Daniel
-
Original von Isobel
p.s. da die Agypter schon mit Soda gewaschen haben, das erste überlieferte Seifenrezept von den Sumerern um 2500 v. Chr stammt, die Araber im 7.-8. Jahrhundert mit dem Seifensieden anfingen und die ersten Manufakturen zum Seifensieden (im Mittelmeerraum) im frühen Mittelalter entstanden sind, könnten sie auch eine "Art" Waschmittel gehabt haben.
Nicht zu vergessen, dass gute Seife im alten Rom ein begehrter Importartikel war. Importware aus Germanien ...
Und der Spruch "Den kann ich nicht riechen!" kommt auch nicht von ungefähr.
Bei dem Experiment sollte dann aber auch sichergestellt sein, das es sich um Wolle in mittelalterlichem Zustand handelt. Also weitgehend unbehandelt. Irgendein Wolltuch vom Karstadt-Krabbeltisch könnte das Ergebnis durchaus verfälschen, denke ich.
-
Müsste man mal auf nen Versuch mit Stoffresten ankommen lassen!
Ich glaube nicht dass es jemand an seiner fertigen Gewandung testen will, oder erklärt sich hier jemand freiwillig? :D
-
Hm, vom Metzger wäre eine Idee.
Allerdings ist dieses Blut dann meistens schon etwas "abgelagert", man müsste also irgendwie an frisches drankommen. Aber jedenfalls besser, als sich schneiden :D
Man sollte das aber mit mehreren Stoffresten durchführen, bei dem eines z.b. ganz eingetaucht wird, das andere nur mit der blutigen Hand berührt wird; ein drittes, das nur besprenkelt wird etc.
Dabei schön mit Foto dokumentieren.
Das könnte durchaus wertvolle Informationen liefern.
Mit den Stoffresten ist das wirklich ein Problem, man sollte schon so gut es geht, natürliche Stoffe nutzen. Vielleicht kann man einen Teil (viel braucht man ja nicht) von einem Händler erhalten, den man im Gegenzug dann bei der Vorstellung der Ergebnisse (ein PDF?) erwähnt. Z.b. bei Villicus, könnte mir gut vorstellen, dass die das machen würden und die Qualität liefern könnten.
-
Gott zum Gruße,
o.k. dann kann ich es ja auch zugeben: Habe auch schon mal überlegt, mir eine Gewandung zuzulegen, der man die Schlachtspuren ansieht. Aus den bereits genannten Gründen habe ich mich aber auch dagegen entschieden. Es reicht schon aus, einfach die Spuren verschiedener Events in der Gewandung zu belassen (habe meine jedenfalls noch nie gereinigt)! Da sind z.B. Bratwurstflecken von Burg Satzvey, Rotweinflecken vom Nordfalkenmarkt und viel viel Dreckflecken! Erkennen kann man die weiße Farbe aber trotzdem noch *smoky*!
Sich nicht (viel) zu waschen, war ja zu Templerzeiten besonders "heilig"! Schreibt die Ordensregel nicht auch vor, den Großmeister um Erlaubnis zu bitten, wenn man baden wollte (zweimal im Jahr erlaubt...)?!
Ekkehard
-
Der Chronist Wilhelm von Tyrus soll ja kein besonderer Freund der Templer gewesen sein. Aber immerhin hat er sich dahingehend lobend über sie geäußert: "Sie waschen sich selten..."
Waschen galt als äußerst unschicklich, wegen der Berührung bestimmter Körperregionen mit den Händen.
Außerdem galt es als Verweichlichung und "Arabisierung", wenn man der Reinlichkeit zu sehr fröhnte.
Ich könnte mir jedoch vorstellen, daß eine zerschundene und befleckte Ordensgewandung vom Drapier einfach ausgetauscht wurde und gut. Steht es nicht irgendwo in den Ordensregeln, daß es die Aufgabe des Drapiers war dafür zu sorgen, daß die Brüder immer gut gekleidet waren und daß alte und zerschlissene Gewandungen als milde Gabe an Bedürtige gingen?
Gruß Berthold
-
Zwar etwas offtopic, aber zum waschen haben wir folgendes herausgefunden:
Handtuch
In Artikel 140 wird darüber hinaus ein Handtuch gestattet:
„[...] und ein anderes Tuch, um den Kopf zu waschen [...]“
Es wird allerdings leider genauso wie beim Tischtuch nicht erwähnt, wie
dieses Tuch beschaffen sein soll. Pratkisch wäre hier wohl ein Leinentuch,
weil es die Feuchtigkeit besser als Wolle aufsaugt.
Anzumerken ist noch, dass den Brüdern in Artikel 144 verboten wird, ohne
Erlaubnis zu baden. Es ist recht wahrscheinlich, dass die Templer über
Bernhard von Clairvaux die Baderegeln der Zisterzienser übernommen
haben:
„Den ganzen Körper wäscht man nur am Samstagabend, um
sich würdig für den Sonntag vorzubereiten; dann werden auch
die Kleider gewechselt. Das Bad wird nach Möglichkeit
vermieden. In einer Klosterordnung der Zisterzienser heißt es:
"Sonst pflegen sich die Menschen, wenn sie rasiert sind, zu
baden. Die Mönche aber sollen es nur zweimal jährlich tun, zu
Weihnachten und zu Ostern. Da kann jeder baden, der will.
Sonst darf es nur mit Erlaubnis des Abtes geschehen, wenn es
die Gesundheit erfordert."
Die Fußwaschung war eine religiöse Übung der Demut und
kann nicht zu den hygienischen Maßnahmen gezählt
werden.“ [306]
Fußnoten:
306 http://www.amuseum.de/medizin/CibaZeitung/jun37.htm und
http://ssl.skyforcesystems.de/~gebuin/wbb2/thread.php?postid=35240
Um zum thema zurückzukehren; der Bluttest wäre trotzdem interessant. Blutverschmierte Gewandung auf einem Markt aber dann vielleicht doch deplaziert. Da gebe ich meinen Vorrednern recht.
Was ich mir auch schon mal überlegt hatte, einen etwas zerfransteren/geflickten Waffenrock anzufertigen.
-
ich habe noch einen riesen Sack Rohwolle zu Hause. Davon kann ich wohl etwas nehmen - fettet also noch.
Neber der Fa. in der ich arbeite ist ein Schlachthof. Mal fragen ob ich dort etwas bekommen kann, sonst kaufe ich ein Stück Leber, die ist immer blutig.
-
da lob ich mir meinen schwarzen waffenrock :))
-
Ich kann mir nicht vorstellen , daß die blutbefleckte Kleidung nicht gewaschen wurde denn Blut hat - speziell in dieser Menge und diesem Klima - die Eigenschaft fürchterlich zu stinken zu beginnen ....abgesehen von den Fliegen die vom Blutgeruch angezogen wurden.
In der Darstellung halte ich es mit den Brüdern, die den Wappenrock noch nie gewaschen haben - so haftet genug "A" an ihm *headbangl*
-
Hallo Miteinander
Wir sollten eines nicht vergessen. Das Wasser, Verfügbarkeit und benötigte Menge zum waschen.
Was ist wichtiger, den Durst zu stillen oder reinlich, gut riechend durch die Gegend zu laufen/reiten. Dazu kommt, ich arbeite in einem Bereich wo ich mit menschlichen Blut in Kontakt komme. Das reinigen in der Waschmaschiene zu Hause reicht bei weitem nicht um meine Dienstkleidung vernüftig sauber zu bekommen.
Bis dann, euer Jerome
-
Danke erstmal für die Antworten. Wie ich sehe, gibts da noch Klärungsbedarf.
Und was sagt ihr zu der Methode Sonnenbleiche? Würde das was bringen? Hatte hier irgendwann mal was darüber gelesen. Aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit Blut!
-
Pax
Ich hab mich ja gleich zum Anfangs etwas scherzhaft geäussert.
Andere haben angesprochen das Wasser zum trinken wichtig war und nicht zum reinigen der Klamotten.Berthold hat noch was anderes angeschnitten was stimmt.Das reinigen der Kleidung und Körperpflege war den Arabern und Byzantinischen Christen vorbehalten.Was die Menschen generell im Europäischen Raum betrifft. Die nahmens mit der Pflege von Kleidung und Körper nicht so genau.Ich hab da mal scherzhaft die Wechselkleidung angesprochen.Die gut betuchten mögen über soetwas verfügt haben aber nicht der Gemeine.Das wohl das Groh der Kreuzfahrer betraf.Wenn überhaupt die Kleidung gewaschen wurde ist das sicher mit Seife und Wasser passiert wenn vorhanden.Was die Sonnenbleiche betrifft? Damit kann ich garnichts anfangen.Ich denke mal das die Leute ganz andere Probleme hatten als ihre Klamotten zu waschen.
Gruß Arn
-
....wie auch immer ..... ich finde jedenfalls, daß wir in unsere heutige Darstellung keine extra Schüttorgien a lá Hermann Nitsch veranstalten sollten sondern es einfach bei den "norlal" schmutzigen Wappenröcken belassen sollten.
Zu viel Blut sieht dann einfach nach Effekten bettelnd und billig aus. *clsd*
-
Also um es klarzustellen, es geht mir ja nicht darum mit Blutflecken auf der Gewandung rumzulaufen. Ging mir ja nur darum zu wissen, wie es damals war!
Aber dazu gibts keine genauen Aussagen, also könnte man es ja nur mal so ausprobieren. Wenn jemand mal was neues darüber weiß, ich bin wissbegierig! *smoky*
Gruß
Hermann
-
Ich habe mich mal ein bisschen im Internet umgeschaut und einen immer wiederkehrenden Tip gegen Blutflecken in Wolle gefunden:
Mache eine Pampe aus Wasser und Weizenmehl (Stärke eben). Schmiere den Blutfleck damit ein, warte bis es getrocknet ist und dann bürste die Stärke mitsamt dem Blut aus.
Klingt so, als könnten sie das damals schon gemacht haben.
-
Pax Hermann
Learning by doing.
Also schwing dich auf und probiers selbst was geht und was nicht.
Dann kannste uns auch berichten wies damals war.
Gruß Arn
-
Erstes Zwischenergebnis:
Rohwolle - frisches Blut - kaltes Wasser - ganz leicht bräunlicher Schimmer.
Bilder folgen.
Rohwolle - getrocknetes Blut - folgt.
-
Was ich vielleicht noch zu bedenken geben möchte: selbst im Heiligen Land dürfte der durchschnittliche Templer nicht allzuoft in Schlachten verwickelt gewesen sein. Da der Orden selbst ja ziemlich reich war und in der Schlacht in erster Linie ja der eher einfach gehaltene Waffenrock in Mittleidenschaft gezogen wurde (nicht nur Verschmutzung sondern auch Risse etc.): kann es nicht sein, dass der einfach bei nächster Gelegenheit nach einer Schlacht komplett ersetzt wurde?
-
Original von Nicolas
kann es nicht sein, dass der einfach bei nächster Gelegenheit nach einer Schlacht komplett ersetzt wurde?
Das nehme ich auch an, mich als Frau interessiert es nu aber schon, wie man die Waffenröcke wieder blutfrei bekommt, ohne Waschmaschine etc.
-
Die Frage AN SICH finde ich auch hoch interessant ;-)
-
keine Ahnung was Hermann von Redentin vor hat *smoky*
-
Experimental-Archäologie?
-
Wartet mal bis ein Foto von mir in der BILD auftaucht! *ballern1*
Nein, kleiner Scherz! *smoky*
Die Frage kam mir irgendwie mal in den Sinn, nachdem ich ner Mücke den Gar ausgemacht hatte! Das Blut ging natürlich mit der Chemiekeule gut raus! Aber das hatte man ja damals nicht! *jokely*
-
Bei dieser Fragestellung fällt mir natürlich sofort der lang erwartete und dann viel gescholtene Film "Soldiers of God" (Die Kreuzritter 2) ein, wo der Templer mit total blutverkrusteter Gewandung in das Lager der einsamen Wüstenschönheit gebracht wird und sie seine Sachen wäscht und flickt und die dann wieder fast blütenweiß sind.
Vielleicht half damals ja auch das wirksamste aller Waschmittel - Zeit. Mit der Zeit gehen alle Flecken rausund Wolle hat ohnehin den Effekt Flecken nur bedingt anzunehmen. Das ist auch das Problem beim Färben von Wolle, daß die Farbe nur schwer angenommen wird.
Ich bin trotzdem der Meinung, daß die alte zerschundene Gewandung einfach gegen neue getauscht wurde und gut - wenn denn jemand da war, der sie tauschen konnte. Wenn nicht, dann war es auch nicht mehr so wichtig, wie man nun aussah, weil dann die Karten sowieso ganz dumm lagen.
Aber bitte postet weiter hier Eure Ergebnisse aus der Experimental-Archäologie.
Gruß Berthold
-
Original von Heinrich von Grubenhagen
>>Narr
Ich schenk dir einen neuen Avatar:
Schade eigentlich...
2 Narren sollte jedes gute Forum ertragen können (mindestens) -
(http://img3.imagebanana.com/img/lzmj0n02/SGMM24816.jpg)...>
Martí
-
Original von Berthold von Krukow
Vielleicht half damals ja auch das wirksamste aller Waschmittel - Zeit. ...Aber bitte postet weiter hier Eure Ergebnisse aus der Experimental-Archäologie...Gruß Berthold
Eher nicht, nach 300 Jahren Zeit sind die Blutspuren noch vorhanden lieber Berthold...
(http://img169.imageshack.us/img169/5442/handschuhemarschalltallmr0.jpg)
Martí
-
Lübster Marti,
diese Blutspuren wurden aber sicher auch gut "gepflegt", denn sonderlich benutzt sehen die Handschuhe auch nicht aus. Klar, der rote Blutfarbstoff enthält Eisen, rein chemisch gesehen ist das also Rost.
Übrigens Flecken: Fettflecke werden wie neu, wenn man sie regelmäßig mit Butter bestreicht. *jokely*
Gruß Berthold
-
Ich hab in Glasgow einen Polsterrock (aus dem 18.) gesehen, der hatte ein hbsches, etwa Daumennagelgroßes kreisrundes Loch in der nähe des Herzens. drunter hats dann ganz schön rausgesifft. Ist echt irgendwie beklemmend, soetwas zu sehen...
-
Original von Berthold von Krukow
Lübster Marti,
diese Blutspuren wurden aber sicher auch gut "gepflegt", denn sonderlich benutzt sehen die Handschuhe auch nicht aus. Klar, der rote Blutfarbstoff enthält Eisen, rein chemisch gesehen ist das also Rost.
Übrigens Flecken: Fettflecke werden wie neu, wenn man sie regelmäßig mit Butter bestreicht. *jokely*
Gruß Berthold
@Berthold:
ich denke, authentischer geht es nicht -
Das ist "A" in Realität -
Wirklich "A" finde ich persönlich gar nicht soooo sehr erstrebenswert *jokely*
Hier die Beschreibung zu den Handschuhen:
(http://img77.imageshack.us/img77/8868/handschuhemarschalltalltz7.jpg)
@Benedikt:
Eigentlich wollte ich das folgende Bild gar nicht bringen -
Jedoch, vielleicht ist es sogar richtig einmal das beklemmende "A" zu zeigen...
(http://img186.imageshack.us/img186/8332/unterbeinkleidprinzluisdo7.jpg)
(http://img167.imageshack.us/img167/7149/unterbeinkleidbeschreibmv3.jpg)
Zu sehen sind die Objekte im Schloss Friedrichstein in Bad Wildungen.
Martí
-
....ich will ja niemandem zu nahe treten aber ist einem Reenactor oder eben nur MA-Fan denn nicht klar, daß das MA eine sehr grausame und blutige Epoche war ?
Oder warum wirkt ein Stich in einem Gambi mit Blut drann beklemmend ?
Einem WK 2 - Reenactor muss ja auch klar sein wie elend die "Helden" des Krieges in den Schützengräben, Panzern und Flugzeugen verreckt ( nicht gestorben ) sind.
Grausamkeiten und das Leben in Schmutz und Unrat waren an der Tagesordnung so wie es sich keiner heute mehr in seinen kühnsten Träumen vorstellen kann.
Reenactment so "A" wie möglich ist ja schön und gut aber um jeden Preis ?
Sicher nicht , denn kein Reeactor verrichtet in einem Lager seine Notdurft in ein Loch im Boden und wischt sich die Hände dann an einem Blatt ab.....oder ?
Also bleibt doch alle mal auf dem Boden der Tatsachen !
Keiner ist 1000 % A oder kann das in der heutigen Zeit leben. Wir alle sind nichts anderes als Abziehbilder realer Ritter ( egal welcher Konfession oder welches Jahrhunderts ) - eben weil wir 2008 leben und nicht 1200 !
Genießt doch unser schönes Hobby im Wissen im Heute zu leben und ein Weekend eine schöne Zeit haben zu können - sozusagen "Mittelalter light" ohne Blut ,Dreck, Seuchen und ohne ins Gebüsch ........... zu müssen ! *pope*
-
@Lancelot: AMEN! That´s it!
Ich habe vor kurzem mal wieder einen Roman mit einer kurzen Schilderung über die Zustände in Strassbourg (meiner Nachbarstadt) im Mittelalter gelesen.
Würde man einen von uns per Zeitreise dorthin schicken würde man wohl erst mal drei Tage lang permanent kot*en (Stichwort "mittelalterliche Trippen" unter den Schuhen), bei der ersten öffentlichen Hinrichtung ein PTSD ausbilden und spätestens am vierten Tag an einer längst ausgerotteten Krankheit krepieren.
-
Damit keine Missverständnisse aufkommen...
Bei den Flecken in dem Unterbeinkleid handelt es sich um Blut.
Martí
-
@Lancelot: Klar ist das klar, zumindest wenn man sich damit ernsthaft auseinandersetzt.
Trotzdem finde ich, dass eine andere Stimmung aufkommt, wenn man so etwas unmittelbar (und nicht nur von Bildern) sehen kann. "Live" ist eben doch was anderes. Andere mag das komplett kalt lassen, ich habe da aber ein Gefühl von Ehrfurcht/Beklommenheit. Vielleicht ist das das falsche Wort, aber zumindest werde ich ruhig und denke drüber nach, was derjenige da erlebt hat.
Ach ja, es war ein Polsterrock, kein Gambi - und das Loch stammt von einer Musketenkugel (Schlacht von Culloden 1746)
@Nicolas: was ist ein PTSD?
-
PTSD Posttraumatische Belastungsstörung
-
@Beni
Sorry - ich wollte dich nicht falsch zitieren *smoky* und das du dir Gedanken machst ist mir auch klar - gerade das schätze ich so an dir und deinen Posts ( ohne Bauchpinselei ) !
Wir verkörpern nunmal keine Schlümpfe sondern eine ziemlich brutale Kaste von Menschen die in einer ziemlich harten Realität gelebt haben ... und das sollte jedem Darsteller ( neben all dem Spass ) auch bewußt sein !
-
Achso, dann ahbe ich dich wohl falsch interpretiert :D
Trotzdem kitzelt der Pinsel auf dem Bauch ;) (ist da Honig dran? sollte doch der Pinsel eher an meinen Bart gehen?)
-
@ Marti: Sehe ich das richtig das beide Kleidungsstücke aus leder sind?
Der handschuh auf jeden Fall, die Reithose unter garantie doch auch aus sämischem Hirschleder, da der gute mann ja rittmeister war.
Nun aus Leder kriegst du blut nat nie wieder raus.
-
Original von Niclais van Poele
@ Marti: Sehe ich das richtig das beide Kleidungsstücke aus leder sind?
Der handschuh auf jeden Fall, die Reithose unter garantie doch auch aus sämischem Hirschleder, da der gute mann ja rittmeister war.
Nun aus Leder kriegst du blut nat nie wieder raus.
Es handelt sich um das Unterbeinkleid (Unterhose) des Rittmeisters.
Ich denke, sie ist aus Baumwolle, jedenfalls nicht aus Leder -
(http://img387.imageshack.us/img387/2108/unterhosevermutlbaumwolen1.jpg)
Martí
-
Lancelot hat es treffend formuliert!!!
So interessant und vielschichtig unser Hobby ist, diese Argumentation sollte man nicht aus den Augen verlieren!
Ich finde es übrigens auch etwas beklemmend, solche Artefakte zu betrachten. Die Geschichte wird damit greifbarer, rückt näher.
Wenn man nur über diese Dinge liest, ist es anders, als davor zu stehen.
Geht mir auch mit berühmten Bauwerken/Landschaften/Gegenständen so.
Und dennoch finde ich diess Experiment sehr interessant!
Vielleicht macht ich auch mal einen Test, wenn ich nächstes Mal ein Huhn schlachte....
Aber (man möge mir verzeihen) nicht mit dem Sonntags-Waffenrock "meines" Ordensritters!