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Mittelalter => Mittelalter allgemein => Thema gestartet von: Siegfrud von Burgund am 02. Februar 2008, 12:38:12

Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Siegfrud von Burgund am 02. Februar 2008, 12:38:12
An alle Marktteilnehmer deutschlandweit,

ist irgendjemandem ein Unfall beim Schaukampf mit Todesfolge in Deutschland bekannt?  Es geistern seit knapp einem Jahr Gerüchte herum, das es bei einem Schaukampf einer Gruppe einen tödlichen Schlag oder Stich o.ä. gegeben haben soll. Die Zuschauer sollen freudig applaudiert haben, weil es so echt aussah. Danach soll der Schaukämpfer auf dem Weg in die Notaufnahme gestorben sein.
Für mich ist es, auch in Bezug auf die Versicherung unserer Bruderschaft auf Veranstaltungen, wichtig zu wissen. Der Verband der Versicherer und mein Versicherungsfritze konnten mir keine Auskunft dazu geben.

Es grüßt Euch
Siegfrud
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Lancelot Graf von Rothenfels am 02. Februar 2008, 13:02:53
Ich habe es mal gegooglet und nichts gefunden - denke mal falls es einen solchen Fall wirklich gegben hätte, hätte sich die Presse daruf gstürzt und in der Szene würde es sich auch sogleich herumgesprochen haben.
Sieht nach einem Latrinengerücht aus !
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Sven von Freyberg am 02. Februar 2008, 13:33:39
Pax

mir ist auch nichts bekannt
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Siegfrud von Burgund am 03. Februar 2008, 12:43:49
Latrinengerücht? Ja das habe ich nach dem ersten und dem zweiten  Mal auch gedacht. Trotzdem kommt es immer wieder aus verschiedenen Richtungen durch und jedesmal die gleiche Variante. Das ist, was mich stutzig macht.
Danke Euch trotzdem bislang für die Antworten.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Katharina v. Breitenbache am 03. Februar 2008, 14:12:34
Direkt habe ich nichts davon gehört... Aber dass was passieren KANN, ist wohl jedem klar. Und Todesfolge: Naja, wenn´s blöd läuft man kann auch an eine Blutvergiftung sterben, an Wundstarrkrampf ebenso...
Letztes Jahr waren wir auf einer Veranstaltung, wo bei einer Freischlacht einer am Unterarm verletzt wurde. Er wurde mit einem Heli abgeholt...
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 03. Februar 2008, 14:16:47
Anzumerken ist noch, dass der Verursacher in Poing offenbar "zu sicher" kämpfen wollte, er hat seinen Spieß ungedreht und mit dem Holzende gekämpft. Dass das eine Gefahr für seine Eigenen Leute darstellt, hat er offenbar nicht bedacht.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Xia am 03. Februar 2008, 14:33:10
Ich kenne keinen Todesfall, allerdings schwerere Verletzungen. Da ist vom Verlust eines Auges bis zu einem Knöchelbruch, weil man beim Angriff umgeknickt ist, alles dabei.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Alesandro von Hainichen am 03. Februar 2008, 15:24:43
Zum Thema Verletzungsrisiko: Habe selber letztes Jahr zwei Schläge ins Gesicht abbekommen, das Fazit für mich lautet halt nur noch mit Gesichtschutz kämpfen. Ob das jetzt mit Latz oder Gesichtsplatte ist werde ich noch austesten.

Gruß
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Thomas aus Hindenburg am 04. Februar 2008, 00:11:28
In Deutschland ist mir so ein Fall auch nicht bekannt, aber in Litauen gab es so ein Fall. Dort wird allerdings anders gekämpft (ohne jegliche Hemmung) und teilweise auch völlig ohne Schutz.

Gruss
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Mutter Elisabeth am 04. Februar 2008, 01:11:53
okay...einen hieb kann man das nicht nennen, aber ein schlag war's ja auch, oder?:
http://www.n-tv.de/692478.html
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Midan von Malterstorp am 06. Februar 2008, 05:10:02
bitter, aber ich hoffe der Kampfpartner kriegt in diesem Fall nicht die Schuld.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Domenikus am 13. April 2008, 20:33:33
Seid mir gegrüßt!

Ich hole den Thread mal aus der Versenkung, da ich was konkreteres in der Richtung gehört habe.

Mir hat jemand auf einem Markt vorletztes Jahr erzählt, dass angeblich in Kaltenberg einer der Stuntmen ums Leben gekommen sein soll. Da soll es bei einem Schaukampf zum Klingenbruch gekommen sein und die abgebrochene Klinge soll den Hals des Stuntman getroffen und die Schlagader verletzt haben.

Wundere mich aber auch in Nachhinein dass sowas nicht durch die Medien gegangen ist.

Das mit dem Darsteller in Schweden ging ja durch die Medien.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 14. April 2008, 09:01:07
Also wenn das der gleiche Fall war, von dem ich gehört habe dann lebt der Reiter noch.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Parzival am 14. April 2008, 13:14:45
In Wolin (Polen) beim größten Wikinger Festival und Schaukampf in Europa,
sogar größer als Hastings, ist vor 1 oder 2 Jahren auch jemand seinen Verletzungen erlegen.
Man muss aber dazu sagen das die Akteure in Wolin wahrlich nicht zimperlich sind.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Niclais van Poele am 14. April 2008, 19:49:36
jaja immer diese Latrinenparolen... vor Jahren wurde ich mal von einem gepolsterten Wallarbrustbolzen am Oberschenkel getroffen und bin durch die Wucht umgefallen.  Am anderen Tag bekam ich Anrufe ob man mir meine edelsten Teile *g* wieder hat annähen können und wieso ih net im Krankenhaus liege...... Nur soviel zu dem Thema Gerüchteund verbreifte Wahrheiten aus 3. Hand :-)
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Domenikus am 15. April 2008, 17:39:22
So sehe ich das auch. Gerade weil der angebliche Vorfall in Kaltenberg nicht in den Medien war. Ich glaube bei solchen Sachen meist eh nur die, die ich selbst erlebt habe.
Wenn es so einen Vorfall gegeben hätte, ich glaube wir dürften nur noch mit Latexwaffen zu den Veranstaltungen. :D
Da sind die Behörden ja immer schnell...
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Ulfgard am 15. Mai 2008, 01:10:16
Ich wollte mich nur kurz melden, da wir wohl alle wissen, wie das mit dem "Stille Post"-Prinzip teils ausufern kann und ich Informationen aus erster Hand (jap, definitiv erster Hand, nämlich vom Geschädigten selbst, mit dem ich zusammen im gleichen Verein bin) zu dem Vorfall in Poing habe. In Persona war ich nicht anwesend, da ich selbst zu dem Zeitpunkt aufgrund eines Trainingsunfalls in ärztlicher Behandlung war, aber ich habe mit dem Geschädigten mehr als nur eine Nachtwache nach dem Vorfall verbracht und mir von ihm alles in Einzelheiten schildern lassen.

Teilnehmer von zwei Sippen sollten mit Stangenwaffen (soweit vorhanden) für die berittenen Darsteller eine Gasse durch die Menge freihalten. U.a. eben auch unsere Leute. Wegen Verzögerungen standen also die Gewandeten herum, aber die Reiter kamen nicht und die Zuschauer fragten sich, was das Ganze mit der Gasse sollte. Der Veranstalter fragte dann spontan ob nicht kleinere "Gerangel" möglich wäre, um das Bild etwas aufzulockern. Weder die andere Sippe (mit der wir seitdem übrigens gut befreundet sind) noch unsere war auf eine Show eingestellt, daher waren nur ein wenig Zähnefletschen und "Waffe an Waffe halten" möglich.

Leifs Speer hatte eine angeschärfte Spitze, was ihm auch vollkommen bewusst war, deswegen drehte er den Speer um, so daß die Spitze nach oben wies und benutzte das stumpfe Ende, um in Bodennähe(!) mit einem unserer Speerträger einfach ein wenig Stecken an Stecken zu drücken. Das sah einer unserer Fürsten und schätzte die Situation falsch ein. Er sprang von hinten(!) mit ausgebreiteten Armen an Leif heran, just als dieser seinen Speer hob, um das "Gerangel" aufzuheben. Daher stürzte er mit dem rechten Unterarm in den Speer. Die Speerspitze durchbohrte den Arm, verletzte glücklicherweise jedoch "nur" die Haut und die Fascien der Unterarmmuskeln. Das sah sehr brutal aus, da der Unterarm komplett durchbohrt war, aber dauerhafter Schaden ist nicht entstanden und es war real das, was man unter einer Fleischwunde versteht.
Der Rettungshelikopter wurde vom Veranstalter sicherheitshalber gerufen (neben Feuerwehr und Polizei). Bis heute geht bei uns das Scherzwort, unser Fürst habe sich nur deswegen in den Speer gestürzt, um unseren Lageraufbau aus der Luft betrachten zu können. Der Speer wurde abgesägt und die Speerspitze in München im Krankenhaus aus dem Unterarm entfernt. Unser Fürst war bereits am Abend wieder im Lager.
(siehe auch http://www.gaudium-equites.de/img/presse/2007/2007_06_10_sueddeutsche_teitung_ebersberger_neueste_nachrichten.pdf)

Es war also keineswegs und mitnichten eine Verletzung bei einem richtigen Schaukampf sondern ein astreiner Unfall.

Das erzähle ich hier deswegen in solcher Breite, da auf dem Markt selbst sofort die Gerüchteküche hochbrodelte und Leif (dem Speerträger der anderen Sippe) Mutwilligkeit unterstellt wurde. Das ging soweit, dass Teilnehmer anderer Lager Leif für den Angriff verprügeln wollten und er von seinen eigenen Leuten geschützt werden musste. Um allen zu zeigen, dass die Geschichte von dem mutwilligen Angriff nur Scheißhausparolen waren, wurde am nächsten Tag der Ablauf der Feldschlacht geändert. Leifs Sippe und die unsere kämpften Seite an Seite gegen den gesamten Rest des Poinger Marktes, um zu demonstrieren, dass in keinster Weise böses Blut herrschte und wir etwas gegen die Unterstellungen gegen Leif hatten.

Von Todesfällen bei Schaukämpfen habe ich noch nichts gehört, halte sie jedoch keineswegs für unmöglich, vor allem nicht, wenn z.B. Huscarl statt Codex Belli gekämpft wird. Ich selbst habe schon einige Situationen gehabt, in denen der kleinste Ausrutscher zu extrem schweren Verletzungen hätte führen können. Das mutwillige Totschlagen des Gegenübers halte ich für eine urban legend, aber jeder, der eine Waffe mit sich führt, sollte wissen, daß Unfälle passieren können und auch passieren. Wenn mein Gegenüber mit mangelhafter Rüstung blindlings gegen mich stürmt und ich nach Huscarl kämpfe, dann ist nicht ausgeschlossen, dass er sich schwere Treffer gegen Kopf, evtl. sogar Gesicht oder Stiche einfängt. Und ein Kopftreffer ohne Helm (ein klassischer Fall von selber schuld, imho) hat dann auch die entsprechenden Auswirkungen, das habe ich auch schon am eigenen Leib erfahren.

Aber nochmal: Das hat mit Feldschlachten nd Schaukämpfen im klassischen Sinne nichts zu tun.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Alesandro von Hainichen am 15. Mai 2008, 05:48:58
Sorry wenns jetzt hart klingt,

aber dein Kumpel ist ein Idiot und ich hätte ihm auch eine verpasst. Scharfe oder angeschärfte Waffen haben in einer Schlacht oder ähnlichem nichts zu suchen. Auch nicht umgedreht !!
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Ulfgard am 15. Mai 2008, 11:14:01
Er hat genug Ärger bekommen, so ist es nicht. Ich wollte nur herausstreichen, dass es keine mutwillige Verletzung war, bevor wieder irgendwelche Gerüchte im Umlauf sind.
 *alleswirdguut*

Ansonsten habe ich in eurem Board sowieso nicht wirklich was verloren, weil ihr erst ein paar hundert Jahre nach mir ward. ;)
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Katharina v. Breitenbache am 06. Juni 2008, 14:44:17
Schwerverletzter bei Burgerstürmung (http://www.huscarl.at/breakingnews02.php)
gestorben ist er zum glück nicht, aber wer weiß, was sonst noch hätte kommen können!!!!
(diesen link habe ich in einem anderen forum gefunden)
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Dietrich zu Veynau am 06. Juni 2008, 16:13:20
Wie kann man so Hirnverbrannt sein und solche Pfeile benutzen.
Dazu in direkt Beschuss ,welcher vernünftige Mensch macht so etwas mit ?
Tut mir Leid für mich sind das ein Haufen Trottel die Angreifer genauso wie die Bogenschützen und der Veranstalter gehört vor Gericht.
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Nicolas von Holzhuuse am 06. Juni 2008, 23:20:44
zur Bergstürmung: Brandpfeile? Wollte der Organisator echt Brandpfeile einsetzen? Gut, ich bin jetzt Neuling, aber gibt´s (gab´s) sowas bei Feldschlachten?
Warum nicht gleich kochendes Öl?
Titel: Tod beim Schaukampf
Beitrag von: Domenikus am 07. Juni 2008, 10:45:56
Ich konnte es auch kaum glauben als ich das gelesen habe. Ich hoffe das hat nur szeneintern Auswirkung, nicht dass es von Seiten der Politik "Hetzkampagnen" gibt wie zum Beispiel bei den "Killerspielen" oder Kampfhunden.

Die Sicherheitsüberschreitungen bei dieser Veranstaltung sind wirklich unglaublich vielfältig, alleine das auf dem gesamten Veranstaltungsgelände nicht ein Sani anwesend war. Selbst bei einem kleinen Markt wo ich im Mai war sind zwei Sanis rumgelaufen, auch weil es Freikampfvorführungen gab.

Ich persönlich würde unter diesen Umständen nie zur Schlacht antreten, selbst mit angebrachter Schutzausrüstung, oder frühzeitig abbrechen sobald die Bogenschützen direkt und nicht ballistisch schießen und ein Pfeil in meinem Schild stecken bleibt...

Bei der Aussage mit den Brandpfeilen konnte ich auch nur den Kopf schütteln...