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Templerfakten => Historische Templer => Thema gestartet von: Charles v. säbelberg am 18. Januar 2008, 19:28:01
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Weehrte Brueder,
bei der ansicht der Bilder von der Ruestkammer des Grand Master Palast in Malta zum Thema "Schildbemalung der Johanniter"ist mir aufgefallen das viele Ruestungen ,Schilder und Schwerter reichlich verziert sind,so wie wir es von weltlichen Ritter kennen.Auch die Bilder der Grossmeister lassen einen stutzen,z.b."von Hommpesch"und "Valetta"sind in ihrer Gewandung fast dem Sonnenkönig gleichzustellen,viel Schmuck,Siegelring und alles was ein Fuerst dieser Zeit trug.Auch die Bilder der Grossmeister in Outremmer sind nicht die eines Armutsgelöbnis abgelegten Ritters.
Darueber habe ich mit einem Ordensbruder gesprochen und der wunderte sich nicht,den er war im Sommer in Riega und hat dort ein Museum ueber die Schwertbrueder(Ordensregeln wie Templer)besucht und sie da auch dort sind die Grossmeister(Ordensherrn) Bilder wie die von normalen Landesfuersten dieser Zeit.
Ob das auch so bei den Templern war weiss ich nicht.
Gott zum Grusse
Charles
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Es ist zumindest anzunehmen, meiner Meinung nach. Aber es ist ja auch der Großmeister.
Das ist aber sicherlich nicht auf den gewöhnlichen Ordensbruder zu übertragen.
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Gott zu Gruße -
also zumindest von den Ritterbrüdern des DO weiß ich , daß sie es mit dem Armutsgelöbnis nicht so genau nahmen. So waren zb. Schwerter aus Familienbesitz ( des öfteren auch reich verziert ) gestattet.
Hier vielleicht der Vergleich zum Orden der Schwertbrüder , die ja dem DO näher standen als den Templern und sich schlußendlich auch im DO aufgingen.
Das Armutsgelübte ist auch eher im 12.Jhdt. anzusiedeln - in den darauf folgenden Jahrhunderten kann man beobachten wie die Rüstungen und Bewaffnungen immer prunkvoller wurden.
Die einzigen die wirklich bis zum bitteren Ende das Armutsgelübte durchgezogen haben, waren die Tempelritter.
Aber wenn man den Chlerus allgemein betrachtet war es doch immer schon so , daß jedes Mitglied in unteren Rängen arm sein musste und je höher der Kirchenfürst aufstieg desto protziger und verschwenderischer wurde der Lebensstil ( trotz des geleisteten Armutsgelöbnis ) .
"Papa Razzi" trägt ja auch Schuhe von Prada und mein Pfarrer aus der Gemeinde welche von Aldi...............
Mit Grüßen-
Lancelot
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Man sollte hierbei nicht vergessen, daß das Armutsgelübde für den einzelnen Ordensbruder galt - nicht aber für den Orden. Wenn also der einfache Bruder nur das nötigste besitzt und der Großmeister prunkvoll und pompös ausgestattet ist, so ist das kein Widerspruch an sich, denn beide halten sich wahrscheinlich an das Armutsgelübde. Nur der Großmeister wurde von Orden etwas anders ausgestattet als der einfache Ritterbruder. Keinem von beiden gehörte das was er trug jedoch persönlich. Es war nach wie vor Eigentum des Ordens.
Daß die Templer als einzige das Armutsgelübde bis zum Schluß durchgesetzt haben sollen, will mir nicht einleuchten.
Wenn man neue Rekruten gewinnen will, kann man denen nicht spartanisch ausgerüstete Soldaten vorführen. Und heißt es nicht auch in der Aufnahmezeremonie: .... ihr seht unsere prächtige Gewandung aber ..... .
Und was Pomp und Zierrat anbetrifft - wurde hier schon mehrfach diskutiert - ist es eine reine Definitionsfrage.
Sowas wie das, was wir heute als Schmuck bezeichnen, gab es im Mittelalter so gut wie gar nicht. Es hatte alles irgendwie immer eine religiöse oder spirituelle Beutetung - hatte Symbolcharakter und sollte so etwas nach außen versinnbildlichen.
Selbst ein Ring hatte schon immer einen Symbolcharakter und in vielen orden trug man einen solchen, um die Verbindung mit Gott zu symbolisieren, die ehern, golden oder wie auch immer geartet aber auf alle Fälle unendlich war.
Gruß Berthold
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pax - Berthold
....irgenwie könnte man hier wieder eine Grundsatzdiskussion anfangen *pope*.....
.... es ist jedoch einleuchtend , daß die Brüder - wo auch immer sie in der Hierarchie standen - vom Orden ausgestattet wurden . Und daß die Brüder, die diese Ausstattungen beschlossen ( und folglich in der Hierarchie eher im oberen Bereich angesiedelt waren ) sich selbst einen angenehmen Standard bescherten , ist ebenfalls nachzuvollziehen.
ABER - ist denn das moralisch vertretbar gewesen ?
Oder erfüllte das nicht eher einen scheinheiligen Zweck denn :" ich bin zwar edel gewandet und esse von güldenen Tellern doch gehören tut mir nichts - ist ja alles nur vom Orden zur Verfügung gestellt"!!!
Die Gewinnung von Rekruten stelle ich mir zu damaligen zeiten noch leichter vor denn ein Ordensbruder hatte seine Mahlzeiten, brauchte sich um nichts umsehen ( wurde ja alles vom Orden gestellt ) und hatte das Himmelreich in Aussicht wenn er im Kampf sein Leben gab. Gründe genug sich einschreiben zu lassen *smoky*
Es grüßt-
Lancelot
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Prächtige Gewandung kann auch die Tuchqualität beschreiben. Desweiteren wurde die Ordenskleidung vom Drapier gewartet, war also im Regelfall gut in Schuss.
Zu den Schwerten: Viele Schwerter hatten Inschriften, meist religiöser Natur. Ich glaube nicht, dass der Orden diese Schwerter verkauft hat, um einfachere zu kaufen, zumindest war das sicher nicht die Regel. Ich denke auch nicht, dass ein religiöser Spruch auf einem Schwert als zierrat angesehen wurde, denn stellt euch mal vor, was passiert wäre, wenn ein Bruder damals gesagt hätte: "verkauft das Schwert, das Maria geweiht ist, denn das ist Zierrat". Das wäre nichts geringeres als Blasphemie gewesen, etwas heiliges als Zierrat zu bezeichnen.
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So ist es weehrter Benedikt,
die Schwerter und Ruestungen haben als von mir bezeichneten Zierrat meist Christliche Symbole und Schriften.Besonders die Brustpanzer sind sehens wert.
Gott zum Grusse
Charles
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Ave allerseits!
Zur Diskussion möchte ich hinzufügen, daß bezüglich "Armutsgelübde" nicht alle Ritterorden gleich waren (bzw. gleich blieben). Das Armutsgelübde der Johanniter war nicht so eng gefaßt, wie auch schon bemerkt wurde.
Und die noch erhaltenen Rechtssprüche der Generalkapitel des Johanniterordens lassen denn auch mit schöner Regelmäßigkeit Erlasse gegen die Prunksucht an den Gewändern und an der Rüstung ab. Es scheint die gesamte Existenzzeit der Johanniter über ein Problem gewesen zu sein, was man nie in den Griff bekam, und vor dem man letztlich kapitulierte.