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Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Benedikt von Söllbach am 19. September 2007, 07:59:16
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Ich habe eine Frage bezüglich des Aketons.
Hat hier jemand Erfahrungen mit Hanfmatten als Steppamterial?
Meine Holde hat sich nämlich kleine Zwerghamster zugelegt, neuerdings hat sie in den Käfig Hanfmatten reingelegt.
Ich habe so eine Matte mal befingert und dachte mir, dass das gutes Material zum einsteppen abgeben würde - es ist relativ fest, polstert dabei aber. Im TV-Forum habe ich von jemandem gelesen, dass er gute Erfahrungen mit Hanf als Füllmaterial gemacht hatte, da es offenbar nicht so aufheizt wie Wolle. und vor allem bei Feuchtigkeit besser kühlt.
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Seit gegrüßt Bruder
In unserer alten Weinkelter haben wir Tücher und Seile zum Abdichten (aus Hanf). In der Kelter halten die einen Druck von über 300 Atü aus. Werden jedoch auch nass und dadurch schwer.
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Hanf wird, nach meinen Informationen, fester, wenn es nass wird, wahrscheinlich liegt es daran.
Ich verstehe aber den Zusammenhang zwischen der Verwendung von Hanfseilen und Tüchern in einem Weinkelter und der Eignung von Hanfplatten für den Rüstungsbau nicht ganz.
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Sie dichten Fugen im Kelterkorb ab und das unter starkem Druck. Zudem ist es ein Zeichen das sie Sehr reißfest sind.
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Was aber nichts über die Qualität als Füllmaterial aussagt.
Beni, kannst du vllt einen Link zu einer Online-Tierhandlung oder so einstellen? Gesehen habe ich so Teile noch nicht. Vielleicht kann ich dann meine Mutter mal bitten, wenn sie für die Meerschweine meines kleinen Bruders wieder Zeugs kauft, davon eine mitzubringen, und dann mal selbst begucken^^
Aber es wäre bestimmt eine interessante Variante... (der Oberstoff für meinen Gambi ist schon bestellt, ich brauche noch FÜllmaterial... ;) )
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Klar, Bruder Fabianus! :D
Das günstigste, das ich bisher gefunden habe:
https://www.rodipet.de/shop_de/cgi-bin/shop/front/shop_main.cgi?func=det&session=&artnr=96&rub1=Nagermatten&rub2=&wkid=35452532218475715
Ich bin aber fast sicher, dass es die Dinger auch günstiger gibt :)
Hanfmatten werden auch im Baugewerbe benutzt, ein Besuch im Baumarkt könnte vielleicht günstiger sein.
Bei den Matten, die Karin daheim hat, würde evtl eine Lage ausreichen.
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Wenn diese Hanfmatten in den Gambi eingearbeitet wurden, ist der Gambi dann aber trotzdem noch tragbar oder wird er zu steif? Kenn leider die Festigkeit des Materials nicht und auf dem Bild wirkt es so relativ fest!
Gruß
Hermann
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Also ich habe noch nicht damit experimentiert, deshalb frage ich ja hier nach Erfahrungen. Das Experimentieren kann ich mir ja sparen, wenn es von vornherein heißt "taugt nix" ;)
Aber wie es aussieht, werde ich mich da mal ranwagen.
Zur Festigkeit kann ich deshalb nichts sagen. Die Polsterrüstung wird wohl schon relativ steif werden, aber ich habe auch bei meinem jetzigen Aketon a den beweglichen Stellen Polsterung (zb Ellbogeninnenseite) Polsterung herausgenommen, das sollte sich also prinzipiell kompensieren lassen.
Generell ist die Matte schon relativ fest, dabei aber einigermaßen flexibel.
Auf http://www.hanffaser.de/ habe ich eine Trittschalldämmung aus Hanffaser entdeckt; die sieht der Matte von dicke (20mm) und Konsistenz sehr ähnlich.
Solche matten gibt es also definitiv im Baumarkt.
[edit]
Dämmfilze:
2,40EUR/qm: http://www.naturbauhof.de/lad_daemm_hanf_filz.htm (Stärken: 3, 5, 10mm)
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Ich weiß ja, dass du den Gambi noch nicht fertig hast! Deine Fragestellung war ja eindeutig! Aber du hast das Material ja schon in der Hand gehabt und wenn du auch noch sagst, es hat ne Dicke von 20mm, dann würde ich als Laie denken, man würde wie ein Michelinmännchen durch das Herrlager gehen! Und da du ja, oder auch andere hier im Forum, davon geh ich mal aus, schon einige Gambis gesehen und in der Hand hattest, hätte es ja sein können, dass irgendwem von vornherein der Gedanke kommt, das geht nicht! *smoky*
Also warte ich mal ab, wie Dein Versuch an dem Gambi verläuft! Bin gespannt! :)
Gruß
Hermann
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Naja, mein jetziger ist ja mit Polsterwatte gesteppt, was ich definitiv nie wieder machen würde. Das war mein "Anfängerfehler".
Tja.
Die Hanfplatten machen eine guten Eindruck auf mich und könnten eine Option sein. Ich hab bei obigem Hersteller (beim edit) mal angefragt, ob sie Muster versenden.
Der Preis scheint in Ordnung zu sein, hab bei ebay nur teurere gesehen. (ab 3.-/qm)
Andere Hersteller mit Preisangabe fand ich keine.
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Dann erübrigt sich meine Frage, ob die Hanffaser-Dämmwolle von dieser Firma eventuell ratsam wäre! Denn das wäre ja doch auch nicht viel besser als Polsterwatte! Denke ich jedenfalls! Oder?
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Also meiner ist mit zwei Lagen dickem Wollstoff gefüttert. Nach der Steppung ein sehr guter Schlagschutz und ausserdem weder zu dick noch zu Steif.
Gruß
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Zwei Lagen wären mir persönlich für einen GAMBESON zu wenig. Mein Kampfhandschuh besteht aus vier Lagen Wollfliz bzw. Loden, und das wäre mir für einen richtigen Gambeson ausreichend... Lieber wären mir dann 5 ;)
Für nen Aketon mags ausreichen.
Danke Bruder Benedikt :)
Das Zeug vom Naturbauhof macht einen guten Eindruck... Wäre fantastisch wenn die Proben zuschicken würden. Denn eine ganze Rolle wäre ziemlich teuer; vielleicht kann man einen Sammelbestellung machen, wenn sich noch weitere finden?
Auf jeden Fall erstmal Danke für die Infos bzw. für die Idee... ich war kurz davor mir 20 Meter Bauernleinen zu bestellen ;)
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Ist auch "nur" ein Aketon. Aber 4 Lagen Leinen und dazwischen zwei dike Lagen. Das polstert ganz gut. Mache meine Polsterhaube genauso und beim Handschuh bin ich mir noch nicht so sicher. Aber das mit dem Hanf wäre ne Idee für die Fäustlinge. Mal schauen..
Gruß
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Vielleicht wird der Hanf leichter als entsprechende Lagen Wolle, da ich gehört habe, dass Hanf relativ leicht sein soll.
Den Hauptvorteil gegenüber eine Wollstofffüllung verspreche ich mir von dem gesagten klimatischem Effekt - Hanf soll besser kühlen bzw. sich nicht so aufheizen wie Wolle. Zudem wäre Hanf deutlich günstiger als Wolle.
Interessant in dem zusammenhang ist die Polsterhaube aus der Mitte des 15. Jahrhunderts im Kelvingrove-Museum in Glasgow (habs hier im Forum wo dokumentiert) - Die Füllung erinnert mich auch an Hanf, ich war mir damals aber nicht sicher und dachte eher an tierisches Haar. Es könnte aber durchaus Hanf oder Flachs gewesen sein.
Ach ja, die Platten von Karin habe ich gestern noch gemessen, die sind 5mm (stark gepresst) - 10mm (locker gelassen) dick. ich denke, eine 10er Platte könnte schon ausreichend Schutz geben, zumindest unterm Kettenhemd.
Genaue Erkenntnisse bringt dann ein Teststück.
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Normalerweise wurden Gambesons mit Rosshaar gefüllt vieleicht deswegen :)
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Normalerweise wurden Gambesons mit Rosshaar gefüllt vieleicht deswegen
Wie kommst du darauf, und auf was nimmst du Bezug?
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So, die Hanflieferung ist gestern gekommen :)
Wenn ich Zeit habe, werde ich da teststücke draus basteln.
Die dicke Platte wirkt mir ganz gut geeignet, wenn sie auch schon echt dick ist, vielleicht reicht auch die mittlere. Die dünne ist definitiv zu dünn, da braucht man sicherlich 4- und mehr Lagen.
Je dicker das Gewerk ist, desto gröbere Fasern und desto größere Einschlüsse sind übrigends drin - von daher wäre die mittlere dicke ganz gut.
Ach ja, die mittlere dicke sieht tatsächlich den Hamsterplatten *ziemlich* ähnlich - wer also günstige Platten für seine Hamsties haben will...... :)
Ok, ich melde mich dann wieder hier, wenn ich Ergebnisse habe.
@Gebuin: was meintest du oben?
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Original von Benedikt von Söllbach
- Die Füllung erinnert mich auch an Hanf, ich war mir damals aber nicht sicher und dachte eher an tierisches Haar.
Ich glaube Gebuin bezog sich auf diese Aussage von dir.
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Achso, ja das wäre möglich. Es waren definitiv dickere Fasern, also könnte Rosshaar zutreffend sein - allerdings war die Füllung recht hell, von der Farbe in etwa so wie das Hanffließ dass ich jetzt daheim hab.
Leider gabs über die Haube nichts zu lesen :(
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*hust*
gibs dafür auch nen Beleg?
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Um es kurz zu fassen: Ich denke, deine Frage kann ich mit "Ja" beantworten :)
Einzig die verarbeitung stimmt nicht, da das Hanffließ, das ich habe, maschinell produziert wurde. Eine solche Größe ist zwar auch händtisch möglich, aber im Mittelalter wohl unpraktisch gewesen.
Wer mag, kann seine Platten natürlich auch in handliche größen zerschneiden, wenn er will :D
Es gibt für das Hochmittelalter meines Wissens keinen Beleg was Textilrüstungen anbelangt, desshalb ist das alles natürlich Spekulation.
Allerdings ist Hanf eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheit und dabei relativ anspruchslos, sie wächst auf vielen Böden, näheres unter Wikipedia.
Hanf wurde für normale Textilien benutzt. Ausserdem ist Hanf recht robust - witterungsbeständig und relativ Schnittfest. Hanf lässt sich ebenfalls zu platten filzen.
Es spricht also vieles für die Verwendung als Polstermaterial in Textilrüstungen.
Mehr als z.b. Pferdehaar, da die Verfügbarkeit von Hanf höher gewesen sein dürfte als die von Pferdehaar, das sich noch dazu schwerer verarbeiten lässt.
(es wird sicher auch Rüstungen gegeben haben, die aus solchen exotischen Materialien gefertigt waren, denke ich)
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Sooo, ich habe jetzt 4 Teststücke fertig:
A) 10mm x1
B) 5mm x1
C) 5mm x2
D) 3mm x2
Meine Favoriten sind D und A. Ein Polstertest mit Kette steht allerdings noch aus, aber D ist definitiv am flexibelsten, bietet dabei aber auch akzeptable Polsterwirkung.
C polstert auch recht gut, ist aber schon relativ steif, steifer als A. Dafür hat es auch eine bessere Polsterwirkung als A.
Vermutlich sollte man kombinieren und für gerade Teile (vor allem die Arme) dickere Varianten benutzen, während man die Gelenke flexibel hält.
Ich lasse nochmal von mir hören, wenn ich mehr weiß.
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Ich habe jetzt mal ausführliche Tests mit den einzelnen Typen gemacht.
Am flexibelsten ist D, mir scheint, dass im Verlgeich durch die dünneren, aber zahlreicheren Lagen auch die Schutzwirkung im Vergleich zum Gewicht am besten ist.
An weichen Stellen reichen mir zwei Lagen, wie das Teststück gezeigt hat. es dürfte auch Knochenbrüche und starke Prellungen an den Armen verhindern, angenehm ist es jedoch dann nicht.
Es emfpielt sich also, dort noch nach Bedarf und eigenem Schmerzempfinden nachzufüttern, sprich, vielleicht 3 oder sogar 4 Lage in Erwägung zu ziehen.
ich werde mir wohl demnächst eine Ladung bestellen, davor rechne ich noch den groben Bedarf aus.
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Original von Benedikt von Söllbach
Naja, mein jetziger ist ja mit Polsterwatte gesteppt, was ich definitiv nie wieder machen würde. Das war mein "Anfängerfehler".
Tja.
Kannst Du mir sagen, welche Probleme Du mit Polsterwatte hattest? Außer das Dir vielleicht etwas warm geworden ist? Warm wird es ja beim Kämpfen immer, wenn man Gewicht mit sich rumträgt, gepolstert und lang angezogen ist und sich oft in schneller Geschwindigkeit bei hohen Temperaturen übers Schlachtfeld bewegt. Aber besser schwitzen als Verletzungen.:-)) Meinst Du mit Polsterwatte Sattlerwolle? Oder ist Polsterwatte etwas anderes? Gebrauchte Sattlerwolle ist übrigens umsonst und sehr viel leichter vom Gewicht, als Stoffreste.
Roßhaar soll durch seine Starrheit bei bestimmten Stoffen durch die Nähte kommen. (Hab ich selbst daher nie versucht, ist aber natürlich authentisch :-)).
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Kannst Du mir sagen, welche Probleme Du mit Polsterwatte hattest?
Ja gerne, das Problem ist, dass nach nun zwei Saisonen die Polsterwirkung nahezu auf null gesunken ist. Die Polsterwatte ist extrem zusammengefallen.
Mit Polsterwatte meine ich übrigends Polsterfließ, das in der Möbelindustrie verwendet wird - ich weiß nicht, ob es das gleiche ist, wie Sattlerwolle. Es handelt sich um luftiges weißes Polyesterzeug, das anfangs einen sehr vielversprechenden Eindruck gemacht hat.
Schade eigentlich, denn vom aussehen ist der Aketon eigentlich ganz nett.
Vom Hanf erhoffe ich mir eine bessere Klimatisierung als bei der Polsterwatte, aber das sehe ich eher als Nebeneffekt. Ich halte Flachs oder Hanf als Füllung wesentlich Wahrscheinlicher als Roßhaar oder Wollstoff.
(Hab ich selbst daher nie versucht, ist aber natürlich authentisch
Ich kenne keinen Fund, der Roßhaar belegen würde. Abgesehen davon kenne ich gar keinen Fund, jede Füllung ist also Spekulativ. Es gibt nur wahrscheinlichere und unwahrscheinlichere ;)
Wollstoff ist sehr unwahrscheinlich, da das Herstellen des Stoffes viel zu kostspielig war, als ihn dann als Füllung zu verwenden. Wahrscheinlicher ist dagegen Wollfilz - oder eben Hanffilz, mit dem ich jetzt experimentiere.
Mittlerweile nähe ich übrigens die Vorderseite des neuen Aketons. Das Hanffließ lässt sich hervorragend verarbeiten, es ist bei weitem nicht so störrisch und verzugsanfällig wie die Polsterwatte. Das liegt zum großen Teil daran, dass das Hanf im Gegensatz zur Polsterwatte nahezu kein Volumen (wenige Millimeter, wenn überhaupt) beim Absteppen verliert.
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Ok, ich vermute, dass Polsterflies evtl. doch was anderes ist. Unter Sattlerwolle werden bei den Sattlern meines Vertrauens unterschiedliche Stoffe verstanden. Dabei bezieht sich die Verwendung meiner Sattler rein auf Reitsättel. Zum einen kenne ich daher Polyesterwolle (synthetische Wolle, die kein Problem mit Wasser hat und wie Watte aussieht), Hanffasern und Kokosfasern. Diese drei werden wohl als Sattlerwolle tituliert. :-) Wobei ja Hanffasern für Dich evtl. interessant wären?*g Ich weiß aber nicht, wie sich Hanffasern bzgl. des Stopfens und zum Stoff verhalten, hab ich auch noch nicht in der Hand gehabt.
Ich selbst stopfe gerade meinen Gambi mit Polyesterwolle und werde wohl selbst die Erfahrung machen, wie diese in 2-3 Jahren aussieht, beim stopfen ist sie auf jeden Fall prall und polstert sehr gut. Ein Freund von mir hat seinen Gambi so seit 2 Jahren und bisher kein sichtbaren Verlust an Füllmaterial zu vermerken. Sattlerwolle steppen anstatt stopfen - da kann ich mir Probleme gut vorstellen :-). Ansonsten müssen Sättel nach einigen Jahren Polyesterwolle aufgearbeitet werden, da die Polsterung abnimmt. Die sitzen aber auch täglich auf dem Ledersattel. Da heutzutage das Füllmaterial der Sättel von Sattlerwolle auf GelPads umgestellt wird, haben Sattler oft Mengen an gebrauchter Sattlerwolle, die sie selbst nur wegwerfen und ich daher umsonst bekomme.
Polyesterwolle ist zwar nicht authentisch, ich mach aber mal meine Erfahrung mit. Schade, dass es keine Funde gibt. Tierhaare oder Naturstoffe (solange sie in der jeweiligen Region existierten) sind gewiß wahrscheinlicher. Gab es dann Hanf als Pflanze im Hochmittelalter schon bei uns??
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Hanf ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit und wurde schon in der Jungsteinzeit verwendet.
Ich habe gelesen, dass du Stopfst - darüber wird ja vortrefflich gestritten.
Ich persönlich halte Absteppen für wahrscheinlicher, da so Schwachstellen an den Nähten vermiede werden und insgesamt Stoff gespart werden kann - beim Stopfen braucht man breitere Bahnen, da sich der Stoff mehr verzieht. Beim Steppen wirds außerdem alles nicht so steif.
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Interessant - das mit dem Hanf als ältester Kulturpflanze !
Da es ja keine Fundstücke gibt, kann da gern weiter vortrefflich drüber gestritten werden, ob steppen oder stopfen. :-) Ich hab nur ein paar cm mehr Zugabe Stoff beim Stopfen, mein Oberstoff ist sehr robustes Rohleinen - die Nähte haben keinerlei spürbare Belastung seit 5 Jahren. :-) Ich überarbeite meinen Gambi grad zum 2.Mal, habe also schon 2 Mal aufgetrennt und wieder zugenäht. Ich persönlich empfinde eine bessere Polsterung beim Stopfen, als beim Steppen, wenn ich mit vollem Körpereinsatz in einen Schildwall renne *g. Als zu steif empfinde ich es gar nicht, ich kann alles damit machen. Steif ist eher ein Lederlamello oder Metallamello drüber :-).
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Ich weiß jetzt nicht mehr wo (denke aber im Tempus-Vivit!), aber ich habe gelesen, dass anzunehmen ist, dass die Polsterröcke (vor allem die unterhalb von Rüstung) nicht so dick gepolstert waren, wie wir sie heute rekonstruieren.
Was als Argumente herangezogen wurde, weiß ich leider nicht mehr, aber sie hörten sich plausibel an.
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Die dort genannten Argumente sind gewiß sehr einleuchtend im Hinblick auf die damalige Zeit. Schade, dass Du nicht mehr weißt, wo Du es gelesen hast. Die heutzutage oftmals im Büro hockenden, sich auf Schlachtfeldern rumtreibenden Kämpfer sind vielleicht etwas empfindlicher als damals bzw. überleben die Schlachten immer :-). Früher wurde entweder gestorben oder gut gekämpft. Bei den stumpfen Waffen und den 200 maligen Wiederholungen von stumpfen Prellungen auf immer denselben Stellen und unter der oberen Hautschicht geplatzten kleinsten Äderchen bis hin zu Hämatomen bin ich über etwas dickere (als früher) gestopfte Gambis sehr froh. Solange es keine berüchtigtes Michelin-Reenactment ist *g ... passe ich meinen Gambi lieber meinen Bedürfnissen an. Das haben die früher bestimmt auch gemacht.
Stell doch mal ein Bild hier ein, wenn Du mit Deinem Gambi fertig bist. Bzgl. des Hanffilzes bin ich sehr gespannt. Vielleicht wird die nächste Füllung bei mir ja auch Hanffaser. :-)
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Also den Fortschritt dokumentiere ich so gut es geht (wie es meine Zeit zulässt) im Internet:
http://beni.skyforcesystems.de/mittelaltertagebuch/
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Fürs Archiv: Der Aketon ist mittlerweile fertig und getestet. Anfangs war er noch recht Steif, aber nach zwei Tagen Schlacht und Wache stehen ist er völlig OK und es gibt kaum mehr Widerstand beim armabknicken.
Die Polsterwirkung ist bei den drei Schichten (3mm, insgesamt also etwa 1cm) mehr als ausreichend.
Ansonsten habe ich grade durch Zufall eine sehr interessante Seite entdeckt:
http://www.people.cornell.edu/pages/ms154/ArmingCoat/history.htm
Interessant ist vor allem der Teil, der vom Wams von Eduard Plantagenet ("schwarzer Prinz") spricht; hier wird beschreiben, dass die Deckschicht aus Seide bestand, vertikal abgesteppt wurde und eine Wollfüllung hat. Dabei handelt es sich um den frühesten Fund eines Polsterwamses, den ich kenne.
Figure 2: The Arming Coat of the Black Prince (b. 1330 – d. 1376) Again the parallel lines of the quilting are obvious. And hey, their lines aren’t laser straight either!! It made me feel better when I realized that. There is damage to the neckline in the original. The sleeve is cut in a shorter squarer shape. And the armsyce is not the extended version seen on the Count of Blois pourpoint. The garment is made of velvet and some of the wool batting is visible. Also, there is a seam in the back. There has to be, because the coat is parti-coloured. Can’t tell where or how it opens.
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Ich hätte auch ein paar Erfahrungswerte zum Thema einzubringen:
Mein erster Gambi war einer nach Bauplan von Beni, Leinen mit Hanf gefüttert (2 Lagen). Ein Praxistest ergab gute Trageeigenschaften, allerdings war mir das Teil allgemein etwas zu dick geraten, ich fühlte mich in der Bewegung eingeschränkt (besonders dann mit Kettenhemd dazu). Außerdem war es doch recht warm da drinnen...
Momentan mache ich gerade ein neues Exemplar. Dieses Mal habe ich zwischen die beiden Lagen Leinen nur eine Lage Wollstoff eingebaut. Der Rest des Aufbaues war wie gewohnt, absteppen, zusammennähen.
Soweit ich das bisher überblicken kann (noch ist nicht alles komplett fertig) ist dieser Polsterrock weitaus flexibeler, die Beweglichkeit ist besser und dennoch polstert er recht gut.
Wenn man nicht mit vollem Körpereinsatz kämpfen will, könnte das eine echte Alternative zu den dicken Gambis sein.
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Also so dick ist meiner auch nicht.
An den stellen, wo man sich nicht bewegt, kann er auch ruhig steif bleiben, an den anderen Stellen ist er inzwischen ausreichend weich; auch mit Kette drüber.
Gut, das ist aber alles subjektiv, ich bin gespannt auf deinen neuen!
Wie dick waren deine Hanflagen?
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Ich hatte gewöhnlich 2 Lagen Hanf (2-3 mm dicke Matten), nur an den "verdeckten" Stellen wie Innenseite der Arme, Ellenbeuge u. ä. hatte ich nur eine Lage.
Wie schon gesagt, der Tragekomfort ist recht gut, aber da man ja meistens im Sommer unterwegs ist, war er mir, zu der Steifigkeit, einfach auch zu warm.
Aber sonst ist dieses Hanf-Zeug klasse! Ich hatte schon überlegt, einen mit einer Lage Hanf zu machen, habe mich aber dann für den experimentellen Weg entschieden. *smoky*
Wir sind eine reiche Komturei, wir haben Sommer- und Winter-Kollektionen bei den Gambis! *jokely*
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Dann ist deiner dünner als meiner, ich habe 3 Lagen je 3mm dicke Platten genommen und finde ihn eigentlich nicht zu warm.
Ich bin jedenfalls gespannt auf deinen Wollversuch, temperaturmäßig, denn Wollfasern sind hohl und isolieren deswegen besser.
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Mein neuer Gambi aus Leinen-Wolle-Leinen hat seinen ersten Einsatz hinter sich und hat sich voll bewährt!
Das Ding trägt sich sehr gut, polstert auch anständig.
Nachts hält er warm (es war schweinemäßig kalt im Zelt...) und tagsüber ist er auch angenehm zu tragen.
Alles in Allem eine gute Investition!
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ich habe mir ja auch nach bennis vorbild einen gambi aus leinen und hanffilz genäht, allerdings ist der etwas dicker als die hier beschriebenen. darüber trage ich zumeist einen ringelpanzer. die polsterwirkungt ist echt unglaublich gut
am torso besteht er aus 4 lagen 3mm hanffilz die jeweils in von 2 lagen leinen umhüllt sind und an den armen aus 3 lagen auch von jeweils 2 lagen umhüllt. von der polsterwirkung ist das ding echt gut geworden. vor allem die Schultern und der Hals sind durch den seperaten Kragen optimal weil doppelt geschützt. selbst sehr harte schläge kommen da in verbindung mit der kette kaum durch. naja ausser an den knochenvorsprüngen merkt mans natürlich. ich sag nur ellenbogen ;) durch den kleinen schwenker den man an der naht am ellenbogen sieht, kann man ihn noch recht bequem selbst ausziehen, da man den ellenbogen im ärmel etwas anwinkeln kann.
unter der kette sieht man von diesem bogen nichts mehr
ich kann mich zwar gut bücken in dem aketon und die arme sind gut anwinkelbar, allerdings ein geschwindigkeitsbonus kann man nicht erwarten. nugut das kann man verschmerzen, denn mit knapp 37 kilo gesamtgerödel kann man sich eh nicht mehr so flott bewegen
ich habe die arme leider im 45 grad winkel angenäht, so das ich die oberarme nicht weiter als knapp über die schulter heben kann... naja beim nächsten mach ichs besser und nehme direkt den 90 grad winkel ;)
Irgendwann werd ich mir zwar mal einen neuen nähen, aber vom material her bin ich voll überzeugt
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Hallo Thomas! Hab dich erst jetzt mit "dem Thomas aus den Mails" verknüpfen können ;)
Schön, dich hier zu lesen; stell dich doch noch im Torhaus (http://forum.templernetzwerk.de/board.php?boardid=49) vor!
Die Textilrüstung gefällt mir recht gut, das Collier ist toll!
Auf dem Bild sehe ich seitlich keine Keile; sehe ich die nur nicht, oder hast du einfach zwei gerade Stücke ohne Keile? Wie ist da die Bewegungsfreiheit und der Schutz in Gefechtsstellung ("gespreizte Beine")?
In der Dicke geht das übrigens schon als Primärrüstung durch ;) Meiner ist ja etliches schwächer (nur zwei Lagen Leinen (eine innen und eine ausßen), sowie nur 3x3mm Filz).
Meine Ärmel gehen konisch zusammen, haben aber bis zum Ellbogen einen geraden Teil. Nach einer Saison tragen habe ich mit der Beweglichkeit überhaupt keine Probleme mehr, ich kann mich inzwischen alleine an- und ausziehen. Anfangs wars doch sehr starr, aber mittlerweile ist die Füllung an den Knickkanten gut beweglich und polstert trotzdem. Vom Material bin ich auch begeistert.
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Ich habe in der tat nur 2 gerade stücke ohne keile für den torso verwendet.
ich habe beim kampf keine Problem mit der beinbeweglichkeit. dadurch das der reiterschlitz vorne und hinten bis knapp über der hüfte ein gutes stückvor dem bauchnabel ist ist die bewegungsfreiheit der beine topp.
meiner meinung und erfahrung nach sind Keile an den seiten garnicht notwendig.
wenn der gambi noch trocken ist und nicht durchgeschitzt, dann kann ich ihn selber gut ausziehen, allerdings wenn er nass ist brauch ich hilfe für den ersten ruck. das leinen klebt dann zusehr an der durchgeschwitzten haut. wenn der erste ellenbogen frei ist, gehts dann alleine :)
damals wird es ja nicht anders gewsene sein. wozu hatte man denn knechte und knappen, die einen auf und abrüsteten.
eigentlich sollten die ärmel auch auch konisch sein, hab mich aber irgendwie veschnitten... stoff wegnehmen kann ich da nichtmehr, da er dann zu eng wird, und hinzufügen klappt auch nicht mehr ohne den ganzen gambi zu verschandeln.
übrigens das collier war das einfachste an dem ganzen. quasi ein rechteck mit abgerundeten seiten und nen kleinen stück als kragen angesetzt.
von hinten auf dem bild nicht sichtbar ist ein schlitz der durch den kragen bis ca zur mitte des "rechteckes". so kann man den kopf noch hindurchstecken und mit einem lederriemen kreuzweise wird es dann festgezogen. so sitzt der kragen eng um den hals, kann aber bequem an und ausgezogen werden.
achso auf dem foto liegt das collier auf dem gambi. in wirklichkeit wird nur der kragen durch den halsausschnitt gezogen und das rechteck des colliers st unter den schultern des gambis verborgen.