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Darstellung => MA Szenen Templer / Templerreenactment => Thema gestartet von: Bruder_Henrie am 13. September 2007, 10:04:40
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Pax zusammen!
Ich möchte mir einen Pater Noster basteln. Wie viele Perlen muß ein Paternoster haben und jetzt noch die dumme Frage, wie wurde er gebetet? *pfeifl*
Gruß
Bruder Henrie
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Zuerst kommt ein Kreuz, danach eine große Perle gefolgt von drei kleineren, der wiederum eine große folgt, danach kommen fünf mal zehn kleine Perlen unterbrochen von jeweils einer großen.
Das Kreuz hälst du in der Hand und betest dabei das apostolische Glaubensbekenntnis, dann vor der ersten großen Perle ein Ehre dem Vater, auf der Perle ein Vater unser, die nächsten drei kleinen Perlen sind drei Ave Maria mit Fürbitten, danach Ehre dem Vater und dann 50mal Ave Maria mit Vater Unser dazwischen. Wenn du es komplett beten willst musst du es dreimal beten.
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Hallo Bruder R,
hast Du eine Quelle für diesen Paternoster? Soviel ich weiss waren Kreuze im Hochmittelalter noch nicht gängig, genausowenig wie die geschlossene Form?
Liebe Grüsse, Sanni
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Soweit ich weiß (habe leider keine Quellen, nur Sekundärliteratur) war der Paternoster bis ins späte 14. Jhd nicht standardisiert.
Ich hab zuhause eine gute Übersichtsseite.
Die Länge des Paternosters war bei Frauen (teils über 100 Perlen) länger als bei Männern (oft nur 20-30 Perlen).
Als Materialien wurde alles Mögliche genommen, angefangen von Holz über Horn zu Knochen, Kristallen und Perlen.
Sehr oft sieht man Quasten an den Enden, aber ich glaube mich zu erinnern, dass es auch Funde mit Kreuzen und anderen Dingen (ich glaube, Münzen mit Heiligenbildchen) am Ende gibt.
Wenn man bei Google nach "paternoster mittelalter" sucht, findet man einige originale.
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Seit gegrüßt Brüder
Kann das hier weiter helfen:
Perlenschnüre zum Abzählen von Gebeten sind in allen Weltreligionen bekannt. Im Christentum hat es Gebetsschnüre ("Pater-noster-Schnüre") mindestens seit dem 12./13. Jahrhundert gegeben, wie der Berufsstand der "Pater-noster-Macher" im 13. Jahrhundert in ganz Europa beweist.
Der Rosenkranz, vom Spätmittelalter bis in unsere Zeit eine Gebetsform für einzelne und Gruppen, hat sich aus alten Mariengebeten (capelletum Mariae, psalterium - , rosarium -, sertum -) entwickelt. Die Verbindung einer Gebetsschnur mit 15 "Vater-unser", 15x10 "Ave-Maria" und 15 "Ehre sei dem Vater", womit die Betrachtung von 15 Geheimnissen ("Gesätzen") des Jesusgeschehens verbunden ist (= ganzer Rosenkranz - im Gegensatz zum Rosenkranz mit 5 Zehnern mit je 5 Geheimnissen) wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch den Kölner Dominikanerprior J. Sprenger zur Grundlage des Rosenkranzes gemacht. 1475 gründete er in Köln die erste Rosenkranzbruderschaft. Papst Sixtus IV. (1471-1484) empfahl 1478 den Rosenkranz, dessen 15 Geheimnisse (freudenreicher, schmerzhafter und glorreicher Rosenkranz) seit 1483 bis heute im wesentlichen gleichgeblieben sind.
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Pax vobiscum Thomas,
kannst du mir die Quelle bzw. das Buch verraten? Nur zum Nachlesen oder besorgen.
Soweit ich weiß waren die Paternoster eine Schnur mit Quasten am Ende. Die heutige Form hat sich erst spät entwickelt. Es handelte sich um reine Ketten zum abzählen der Gebete ohne irgendwelchen Anhang wie Kreuz etc. in der Regel. Ansonsten wäre es ja zu kostspielig gewesen. Die Bevölkerung war arm und es wäre zu dieser Zeit nicht mehr zweckdienlich gewesen.
Wie gessagt meine Meinung, ohne Belege.
Pax et Bonum
Stephan de Schieritz
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Seit gegrüßt Brüder
schau mal hier:
http://www.kath.de/
http://www.kath-kirche-kaernten.at/pages/home.asp
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Die Bevölkerung war arm
Es gab aber auch reiche Bürger und Kaufleute ;)
Speziell unter Templern würde ich schon von schöneren Paternostern ausgehen, besonders bei den Ritterbrüdern.
Allerdings fehlen (mir) sämtliche Belege im Ordenskontext.
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@Bruder R
was du aufzählst ist das Rosenkranz beten.
hier ist ein Link der sich damit befasst. http://home.arcor.de/mercator-1290/Index/Kultur/Paternoster/paternoster.html
([edit Beni] Hab den Link repariert)
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Isobel: genau das ist der Link, den ich heute nachreichen wollte :)
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@Isobel
Hast natürlich recht, hab anstatt eines Pater Nosters einen Rosenkranz beschrieben.