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Mittelalter => Mittelalter allgemein => Thema gestartet von: Berthold von Krukow am 15. August 2007, 15:40:35
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Salve Brüder und Schwestern,
viele von Euch tragen das Schwert nicht nur als Zierrat, der einfach zu einem vollständigen Templerhabit gehört, sondern nehmen es mehr oder weniger oft in die Hand, um damit zu trainieren oder bei Schaukämpfen oder Schlachten damit auf andere Schwertträger einzuschlagen. Normalerweise geschieht dies in einer freundschaftlichen und partnerschaftlichen - sprich sportlichen Art und Weise.
Was passiert aber, wenn wirklich mal jemand ernsthaft verletzt wird.
Ich meine nicht den blaune Fleck oder eine blutige Nase.
Bei unserem letzten Auftritt zu einem Mittelalterevent in Zinnowitz (also direkt bei mir auf der Insel) bin ich mit einem meiner Männer und einigen Söldnern vom Greifenbanner gegen eine huskalerfahrene Truppe von Wikingern angetreten. Wir hatten uns im Vorfeld auf Codex Belli geeinigt. Mein Mann bekam einen Schwerthieb gegen das linke Auge. Es sah zunächst nur nach einem Kratzer aus, zumal das Auge selbst heil geblieben war.
Sicherheitshalber haben wir ihn doch in ein Krankenhaus bringen lassen und hier stellte sich eine komplizierte Trümmerfraktur der unteren Augenhöhle heraus. Er bekam in einer aufwändigen Operation zwei Titanplatten und eine Stabilisierungsfolie in die Augenhöhle implantiert. Alles was bleiben wird ist eine Narbe unterm Auge und ein Knacks in der Seele, der wahrscheinlich stärker wiegen wird.
Eine Veranstalterhaftpflicht für solche Fälle war nicht vorgesehen, die Berufsgenossenschaft greift nur ein, wenn wir den Job als Beruf mit fester Gage und entsprechender Versicherung gemacht hätten.
Die private Unfallversicherung übernimmt solche Sachen auch nicht unbedingt in jedem Fall. Es könnte also sein, daß mein Mann da auf den Kosten für Op und Krankenhaus sitzen bleibt.
Meine Unfallversicherung zahlt zwar, wenn ich mich bein Training verletze auf dem Hof, in der Sporthalle oder auch auf unserem Hügel, wo wir uns regelmäßig zum Training bei schönem Wetter treffen, aber z.B. hätte sie in diesem Fall die Kostenübernahme abgelehnt.
Wie handhabt ihr das als aktive Schwertkämpfer? Habt ihr eine zusätzliche Klausel (die dann auch zusätzlich kostet) in eurer privaten Unfallversicherung? Gibt es eine Gruppenunfallversicherung? Für meinen Schießsport hab ich sowas, weiß aber nicht, ob die auch für Verletzungen beim Fechten aufkommt.
Um Fragen vorzubeugen - der Verursacher war nicht eindeutig feststellbar, hat sich auch nicht gemeldet oder gar entschuldigt, so daß seine Haftpflicht dafür auch nicht aufkommen kann.
Gruß Berthold
P.S. Gibt es sowas wie eine Fechtergilde, der man sich anschließen kann, die dann eine Art Gruppenversicherung für solche Fälle kostengünstiger abschließen kann als der einzelne? Wenn nicht, sollte man so etwas in´s Leben rufen?
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Seit gegrüßt Bruder Berthold
Vorbeugen ist besser als heilen. Hinter her ist man immer schlauer. Gute Sprüche die jetzt nicht weiterhelfen. Die Private Haftpflichtversicherung des Verursachers wäre sicher die erste Adresse gewesen. Jetzt sollte man jedoch einen Verantwortlichen finden der die Verantwortung für diesen Schaukampf übernimmt, der jetzt Mann genug ist es seiner Versicherung zumelden. Die Kosten der Versicherung steigen ja nicht wie beim Auto so das man Schlimme Folgen erwarten müßte.
Mit welcher Begründung lehnt die Unfallvericherung eine Schadensregulierung ab?
Für die Zukunft: Haftungsausschluss schriftlich für jeden Teilnehmer vereinbaren mit Adresse. Vorlage einer gültigen Haftpflichtversicherung (Wie beim Hundeverein)
Sicher gibt es Fechtsportvereine die Versicherungen für Mitglieder und Veranstalltungen haben.
Dem Verletzten die besten seegens Wünsche
Thomas, der Verwalter
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Hallo Berthold,
erstmal gute Besserung deinem Mitstreiter. Also Alesandro hat in seiner Haftpflicht ne entsprechende Klausel drinne:
Mitversichert ist ist die gesetzliche Haftpflicht aus dem erlaubten privaten Besitz und aus dem Gebrauch von Hieb-, Stoß und Schußwaffen sowie Munition und Geschossen, nicht jedoch zu Jagdzwecken oder zu strafbaren Handlungen.
Und auch die Unfallversicherung schließt so etwas nicht aus. Haben aber bei Abschluss darauf geachtet das die Versicherungen das abdecken und zwar ohne Mehrkosten.
Und das der "Verursacher" sich nicht meldet ist echt ne schwache Leistung.
Gruß
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pax -
ich habe eine private unfallversicherung die speziell im fall von freizeit und sportlichen tätigkeiten greift - weil ja das damoklesschwert eines reitunfalles immer über mir schwebt und ich dir als arzt ja nicht erzählen muss was da alles passieren kann.
greift aber auch bei dieser art verletzungen und kostet 28.- im jahr.
also zu überlegen.....
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Guten Morgen, lieber Brüder,
ich habe mir, bevor ich zum Schwert griff, von meiner Unfallversicherung und meiner Haftpflichtversicherung schriftlich bestätigen lassen, dass diese auch beim Fechten eintreten. Die o. g. Klausel gehört wohl zu den allgemeinen Versicherungsbedingungen.
Das gilt aber nur, wenn ich als Privatmann fechte.
Sollte es sich bei Euren Gruppen jedoch um eingetragene Vereine handeln, sollte Euer Verein entsprechende Versicherungen abschließen, weil dann die Privathaftpflicht und die private Unfallversicherung ggf. nicht greift.
Ach ja, und mit dem Haftungsausschluss: Hat das schon mal jemand prüfen lassen? Krankenversicherungen gehen nicht gerade zimperlich mit einem um, wenn es darum geht Behandlungskosten in fünfstelliger Höhe erstattet zu bekommen.
Lieber einmal mehr absichern und nachfragen (schriftlich geben lassen) als hinterher in die Röhre schauen.
Ach ja, das gilt übrigens auch für das Bogenschießen.
Herzliche Grüße
Bruder Elerus
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Was mir nicht ganz klar ist...Bruder Berthold meinte, eine "Veranstalterhaftpflicht für solche Fälle war nicht vorgesehen"..
Äh, magste das mal genauer erläutern? WOFÜR ist eine Veranstalterhaftpflicht denn vorgesehen?
Ich dachte immer, jeder, der eine so riskante Veranstaltung anbietet, muss eine von diesen s...teuren Dingern abschließen??? Ich denke da an Fälle wie dem Geschilderten, oder Pferden die auf irgendwelchen Füßen rumlatschen, verirrten Pfeilen.....
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Salve Mutter Elisabeth,
eine Veranstalterhaftpflicht wäre eingesprungen, wenn z.B. eine Klinge gebrochen wäre und in´s Publikum geflogen wäre und dort Schrecken verbreitet hätte oder wenn wegen des Dauerregens ein Besucher auf dem glitschigen Untergrund ausgerutscht wäre und sein schöner neuer Armanianzug nun in die Reinigung gemußt hätte. Die Veranstalterhaftpflicht sichert also nur etwaige Regreßansprüche von Zuschauern und Gästen aber nicht die der Veranstalter und Darsteller ab. Schon gar nicht, wenn die Darsteller das nicht hauptberuflich machen, sondern in ihrer Freizeit als Hobby - oder wie man heute sagt Laienkünstler auftreten.
Gruß Berthold
P.S. Ich hab Euch schmerzlich vermißt in Tessin.
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ähhhhhh da solltet ihr euch nochmal mit den veranstalltern zusammensetzen.
bei unserem markt hatten wir nämlich eine versicherung, die für ALLES aufgekommen wäre.
die deckungssumme ging sogar sehr hoch, ohne diese versicherung hätten wir erst garkeinen markt organisiert bzw veranstalltet.
also einfach nochmal beim veranstallter nachfragen, und nicht gleich abwimmeln lassen, soweit ich weiß, darf man garkein event derart durchführen, wenn keine entsprechende versicherung vorhanden ist...
greets Carsten
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Seit gegrüßt Brüder
Da möchte ich Charsten recht geben.
Wenn sich der Veranstalter gegen eine Darstellung nicht wehrt, und eine solche nicht ausdrücklich untersagt. . Er übt das Hausrecht bei dieser Veranstaltung aus, wenn er den Zweikampf still schweigend geduldet hat kommt es zu einer stillschweigenden Übereinkunft. War es sogar ein angekündigter oder ausgerufner Beitrag kann er sich nicht herrausreden.
Nicht Wissen schützt ihn hier vor Strafe nicht.
Gott hilft allen die Hilfe bedürfen.
Thomas, der Verwalter
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Was ist eigentlich wenn Alkohol im Spiel war bei so einem Schaukampf?
Wie will man das überprüfen? Bei einem Unfall im Straßenverkehr ist das auch die erste Frage! Und dann schalten viele Versicherungen erstmal ab!
*smoky* *smoky*
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Original von Anja von Heidesee
Was ist eigentlich wenn Alkohol im Spiel war bei so einem Schaukampf?
Alkohol dürfte in der Tat ein ernstzunehmendes und gewichtiges Problem sein, dass nicht zu verachten ist!
Um etwaigen Versicherungsfragen vorzubeugen, kämpfe ich persönlich nicht, wenn ich vorher auch nur ein Glas Alkohol getrunken habe. Denn machen wir uns nichts vor: Lange bevor jemand so besoffen ist, dass er nicht mehr kämpfen kann, ist seine Selbstwahrnehmung (eigene Schmerzen) und die Koordination und Reaktion beeinträchtigt.
Und ebenso halte ich es nach Kräften auch mit meinen Kampfpartner: Wann immer möglich kämpfe ich nur mit Leuten, die ich vor dem Kampf auch im normalen, ruhigen Gespräch kennengelernt habe. Auf diese Weise kann ich in der Regel sehr gut sondieren, ob jemand zuverlässig kämpft und ich ihm vertrauen kann oder nicht. Spätestens nach den ersten paar Bewegungen und Hiebe mit dem Schwert bin ich mittlerweile so gut, zu erkennen, ob jemand seine Waffe beherrscht oder einfach nur dicke Eier hat (haben möchte) und sich oder anderen Personen irgendwie die geglaubte Höhe seines Testosteron-Spiegels beweisen möchte/muss.
Das Problem bei Kämpfen unter Alkohol: Wenn etwas passiert, weil der Kampfpartner alkoholisiert ist, zahlen die Versicherungen in der Regel, nehmen aber den alkohlisierten Kampfpartner in Regress. Das kann dann mitunter sehr teuer werden.
Im Duell mag es vielleicht noch gehen. In einer Freischlacht hingegen wird es noch schwieriger, an den Verursacher heranzukommen, wenn dieser nicht genug Arsch in der Hose hat, um auf den von ihm Verwundeten zuzutreten.
Aus diesem Grund plädiere ich persönlich dafür, niemanden mit einer Schaukampfwaffe in einen Kampf ziehen zu lassen, egal ob Zweikampf oder Schlacht, der nicht mindestens 18 ist und dessen Waffe nicht dem Codex Belli entspricht.
Und die Regeln des Codex Belli sollten vor jedem Kampf auch noch mal angesprochen und erläutert werden. Idealerweise gibt es auch noch einen Schiedsrichter, der steuernd eingreift, noch ehe es zu wild und hektisch wird.
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Also unter Alkohol zu Kämpfen halte ich sowieso für dermasen neben der kappe. Das muss nicht sein. Man sollte sich bewusst sein das dies Waffen sind mit denen man in dem moment hantiert und diese auch zum töten gemacht wurden.
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Original von Gebuin
Also unter Alkohol zu Kämpfen halte ich sowieso für dermasen neben der kappe. Das muss nicht sein. Man sollte sich bewusst sein das dies Waffen sind mit denen man in dem moment hantiert und diese auch zum töten gemacht wurden.
Richtig. Das sehe ich genauso. Aber es gibt gerade auf Mittelaltermärkten dann doch immer wieder genügend Männer mit "zu dicken Eiern" oder solche, die sie gerne hätten und sich und anderen damit etwas zu beweisen glauben.
Erst in diesem Jahr habe ich auf einem örtlichen kleinen Mittelaltermarkt einen entfernten Bekannten beim Sani gesehen, weil der nen Schwert ins Gesicht bekommen hat. In diesem Fall war zu der Zeit sicherlich noch kein Alkohol im Spiel, sondern nur die klassische männliche Selbstüberschätzung. Diese ist unter Alkoholeinfluss natürlich bei vielen leider noch viel größer. Alkohol enthemmt und führt zu einer höheren Risiobereitschaft, die auch das Eingehen unnötiger Risiken umfasst.
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Bei meiner Truppe gilt generell das Gebot:
Don´t mix arms and whisky!
wobei whisky nicht nur für das schottische Nationalgetränk steht, sondern jegliche Form von Alkohol meint, egal ob Bier, Wein oder Met.
Leider sprechen die Freunde der Wikingerszene grad letzterem sehr gern und dann auch sehr heftig zu. Inwieweit das bei dem Unfall in Zinnowitz jetzt eine Rolle spielte, kann ich nicht mehr sagen und will auch keine Vermutungen anstellen. Jedenfalls waren hinterher alle sehr ernüchtert - in des Wortes doppelter Bedeutung.
Warten wir´s ab, was am Ende bei raus kommt.
Gruß und Dank allen, die sich zu Wort gemeldet haben.
Berthold
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alos zum thema alkohol hatten wer es so geregelt:
absolutes alk verbot für kämpfer vor einem kampf... da wir 2 -3 kämpfe am tag haten, haben wir dem chef der truppe das gesagt, und der hat das auch durchgesetzt. die waffenkontrolle haben auch die templer lühnen vorgenommen, da wir (leider) noch keine ahnung davon haben...
alles in allem hats bei uns keine verletzten gegeben, schade war nur, das die headsets für den moderator nit gefunzt haben..
vor 2 jahren bei den wikis und den homies gabs die ein oder andere unstimmigkeit, was getroffen oder nit getroffen betrifft.da kamen dann so sprüche wie, durch die rüstung kommst du so net da musst du schon härter zuschlagen... :( (wie albern)
aber alkoholisiert hat keiner gekämpft, selbst die wikis waren trocken....
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Seit gegrüßt Brüder
Zum Thema Alkohol möchte ich dann doch noch etwas sagen.
Es reicht nicht wenn einer an dem Veranstaltungstag nicht getrunken hat. Alkohol bleibt je nach Menge des Konsums am Vortag genügend im Blut um am nächsten Tag noch Fahr bzw.kampfuntüchtig zusein.
Bsp. : Kämpfer trinkt am Abend davor eine größere Menge Alkohol so 10 -15 Bier es war ja ein anstrengender Tag , Anreise, Aufbau, Bekannte begrüßen. Er geht so um 1.00h ins Bett. Er hat jetzt fast 2 Promille. Um 7.00h steht er auf um 10.00h ist der Schaukampf. Der Kämpfer wirkt fit. Tatsächlich hat er noch mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut.
Gott mit uns
Thomas, der Verwalter
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@Carsten, so albern ist dass mit dem härter zuschlagen nicht. Denn wenn du mit Kette und Gambeson gerüstet bist merkst du nicht jeden Treffen wenn dein Gegenüber sein Schwert immer nur abklappen lässt und dich übertrieben gesagt nur damit streichelt. Jedenfalls wenn ich in der Linie gestanden habe ist mir dass schon öfter passiert dass ich nicht mitgekommen habe dass mich jemand an der Seite getroffen hat da ich mich gerade auf das Geschehen direkt vor mir konzentriert habe.
Ich denke mal niemand meint mit härter zuschlagen dass man dem anderen gleich irgendwas bricht wenn man ihn trifft aber man sollte meiner Meinung nach die Schläge nicht aus dem Handgelenk führen, sondern doch schon etwas ausholen.
gruß Neithan
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Seit gegrüßt Brüder
In dem Fernsehbeitrag: Ritter im Kampf - Mittelalter Live wurde ja gezeigt. Welche Auswirkung ein Lanzenstoss mit echtem Holz und Krone auf die Rüstung hat. Beide Galobieren auf einander zu, Lanze bricht. Rüstung ist ok. Die Ritter lachten keine Blesuren. Kann man das nicht übertragen?
Gott zum Gruß
Thomas, der Verwalter
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Ich kenne da andere Experimente, bei denen eine (leere) Rüstung von der Lanze zwar nicht durchbohrt, aber dennoch so eingedellt wurde, dass tödliche Verletzungen unvermeidbar gewesen wären. Dazu gesagt werden muss, dass die Rüstung nicht die Trägheit eines Kämpfers hatte, also sogar leichter ausweichen konnte.
Wichtig ist aber, dass ein Kettenhemd eine andere Physik hat als eine Plattenrüstung, also nicht vergleichbar ist. Ich denke also nicht, dass sich hier etwas übertragen lässt.
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Salve Thomas,
Lanzen, egal ob zum Turnier oder zum Kampf, hatten schon immer Sollbruchstellen. Das hatte mehrere praktische Gründe.
Auf den kampf mit Hieb oder Stichwaffen läßt sich da nicht übertragen.
Eine Vollplattenrüstung, wie sie im Turnier verwendet wird, bietet in der Tat einen guten Rundumschutz gegen vielerlei Verletzungen. Solcherart Schutz kam allerdings erst im Spätmittelalter auf, als die Blütezeit des Rittertums schon überschritten war und ist daher für unsere Darstellung nicht relevant.
Ausnahme sei hier der Panzerhandschuh, der zwar auch nicht zeitgemäß ist aber einen hervorragenden Schutz darstellt und im Schaukampf etwas autentischer Aussieht als z.B. Eishockeyhandschuhe.
Gruß Berthold
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Ich benutze Schaffellhandschuhe, die mit Kettengeflecht überzogen sind. Schützt prima, Schläge bekomme ich nicht durch.
Das Nähen hat mich pro Handschuh einen Abendgekostet, genauso wie das Kettengeflecht.
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Seit gegrüßt Brüder
@Berthold, was ist denn aus diesem Vorfall geworden?
Hat man das klären können?
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Hallo Thomas,
die Sache hat einen gutes Ende genommen. Der Junge hat eine schwierige Op hinter sich, die gut verlief, trägt jetzt 2 Titanplatten unterm Auge, die in einem halben Jahr wieder raus kommen. Alle Kosten wurden von seiner Unfallversicherung (die er eigentlich schon lange hatte kündigen wollen) übernommen.
Das einzig Traurige daran ist nur, daß er erst mal kein Schwert mehr anfaßt.
Danke für Deine Nachfrage.
Gruß Berthold
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Salve
schön das alles so verlaufen ist
trotzdem noch ein Frage,
hätte nicht die Haftpflichtversicherung des Gegners alle Kosten, wie Krankenhaus / OP / Genesung, Arbeitsausfall bezahlen können / müssen ??
das ist wahrscheinlich alles eine Frage der Darstellung des Unfalls im Krankenhaus und bei der Ausfüllung des Nachfragebogens der Krankenkasse
denn die will auf jedenfall ihre Ausgaben wieder haben
die Veranstalterhaftpflicht wird nicht greifen, da sie nur Schäden gegenüber dritten, die nicht am Markt / Veranstaltung beteiligt sind
wenn beide Parteien (Vereine) eine Vereinhaftpflicht haben, dann müsste so ein Schaden auch von Vereinhaftpflicht abgegolten werden
ich denke hier besteht noch Diskussionsbedarf, kennt nicht jemand einen Rechtsverdreher, der sich mit so was auskennt
Pax tecum
Odo
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Salve Odo,
leider hat sich der Verursacher nicht zu erkennen gegeben und keiner der übrigen Beteiligten hat ihn erkannt. Nicht mal der Bruder, der getroffen wurde, hat sagen können, von wem der Schlag gekommen war.
Ob der Verein eine Vereinshaftpflicht hat, weiß ich nicht. Da wir kein Verein sondern nur eine nicht eingetragene IG sind, haben wir auch keine solche. Ich habe nur meine private Haftpflicht, die in solchen Fällen greifen würde, aber auch nur, weil ich Sportschütze bin, da ist das Pflicht und weil ich drei sehr lebhafte Kinder habe, die u.a. Fußball spielen.
Aber erfahrungsgemäß wird auf diese Versicherung aus Geldgründen am häufigsten verzichtet und die KFZ-Haftpflicht deckt solche Fälle natürlich nicht ab.
Vielleicht sollte man da tatsächlich mal jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt.
Gruß Berthold
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Hallo!
Ich wünsche erst auch mal gute Besserung!
Ich finde es gut, daß das Thema Versicherung für solche Fälle angesprochen wird, da ich das Thema ebenfalls bei meiner Haftpflichtversicherung angesprochen habe.
Zum Kämpfen selbst kann ich nur meine Meinug sagen. Ich kämpfe nur mit guten Freunden. Bei freien Feldschlachten möchte ich mal teilnehmen, habe es aber noch nicht und dazu deshalb noch keine Meinung.
Grundsätzlich denke ich: Lieber langsam und sauber kämpfen und damit sicher, als schnell, vermeintlich spektakulär und unsicher. Vor allem muß man das als Regel für den Partner ansprechen und diesem das klarmachen.
Das sollen jetzt keine klugen Sprüche sein, sondern nur mein Vorgehen beschreiben.
Wir haben bei uns auch so "Kämpfer" die es am liebsten "krachen" lassen. Und man trifft auch immer mehr Vereine die ein möglichst "krachendes" und realistisches Kämpfen anbieten. Da ich mich aber nie mit meinen Schwert verteidigen werde ist mir ein sicherer Schaukampf lieber.
Alkoholisiert darf gar nicht sein.
Euer Verletzer hat sicher nichts falsh gemacht sondern ich finde es viel schlimmer, daß der andere sich überschätzt hat und dann nicht dazu steht. Zumal er dem anderen damit auch das Hobby versaut hat.
Ich werde für den Verletzten beten und hoffe er wird wieder ganz gesund, in jeder Hinsicht. Zum Glück geht es ihm ja schon besser!
Marco
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Salve Marco,
Du sprichst mir aus der Seele. Ich habe auch schon oft überlegt, wie man sicherer werden kann. Eine sinnvolle Möglichkeit ist an solchen Schlachten nicht teilzunehmen. Allerdings muß ich sagen, das dieses Jahr auf der Wasserburg ein paar Durchgänge sogar mit Kopf als Trefferzone waren. Diese Kämpfe waren aus meiner (subjektiven) Sicht sicherer als viel "Codex Belli" kämpfe. Will sagen es liegt an den Leuten. Ein Problem ist Unsicherheit und Erfahrungsmangel, ein zweites, viel schlimmeres aus meiner Sicht weil eigentlich vermeidbar ist riskantes kämpfen über Kopf. Du wirst gegen solche Kämpfer in der Regel auch verlieren, da sie mehr wagen und damit auch mehr Chancen haben. Trotz hoem Erfahrungsschatz und unbestreitbarem Können ist das aus meiner Sicht ein falsches Verhalten.
Ich für meinen Teil habe seit langem schon für mich beschlossen eher zu verlieren als über meine Grenzen zu gehen. Es gelingt mir zwar nicht immer, manchmal geht halt der Siegeswille etwas zu weit, aber doch fast immer.
Natürlich bleibt dann auch noch eine ordentliche Schutzausrüstung anzumerken und einzufordern.
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Vielen Dank für die Genesungswünsche und das Gebet, Marco,
Ich werde es meinem Bruder ausrichten. Er selbst kann dies hier nicht lesen, da er sich zu Enthaltsamkeit verpflichtet hat und das fängt bei ihm damit an, daß er immer noch kein Internet hat.
Ansonsten wurde hier schon vieles gesagt, was wahr und gut ist. Training und nochmals Training und wenn dann noch Zeit ist wieder Training, sind einfach wichtig. Ich merke, wie ich dies in letzter Zeit auch etwas vernachlässigt habe - hatte auch gute Gründe: Krankheit, Arbeit, Familie. Aber letztendlich hilft es schon, wenn man seine Waffe einmal am Tag zur Hand nimmt und ein paar Trockenübungen macht, damit man nicht völlig aus der Übung kommt. Das kann zwar das Partnertraining nicht ersetzen - sagte ich schon, wie wichtig ich Training finde? - aber es gibt doch eine gewisse Sicherheit.
Die richtige Schutzausrüstung ist ganz wichtig und daran mangelt es bei mir teilweise noch, wie ich hin und wieder schmerzlich feststellen mußte.
Aber trotz eines guten Trainings und einer ausgezeichneten Schutzausrüstung, ist es ein Kampf mit echten Waffen. Sie sind stumpf und abgerundet, aber auch mit einem Runden Knüppel kann man jemanden erschlagen und es kann also immer einmal etwas passieren.
Dafür sollte sich jeder persönlich absichern und die entsprechenden Haftpflichtversicherungen und auch eine Unfallversicherung abschließen.
Das bedeutet zwar nicht, daß nichts mehr passieren kann aber immerhin hat man dann neben der körperlichen Folgen, die erheblich sein können, dann nicht auch noch die finanziellen Folgen, die auch erheblich sein können, zu tragen.
Gruß Berthold
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Ich glaube, unser Verein hat für so etwas eine Versicherung...muss mal nachfragen.
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Ja Training ist mehr als wichtig! Ich sehe viel zu oft, wie man der "Action" wegen von sauber und konzentriert zu schnell und risikoreich übergeht!
Ich kann schon verstehen, daß man in einen Siegwillen hineinkommt, nur nutzt mir das nichts wenn jemand verletzt wird.
Und es ist ja auch so, daß es sich nicht um echte Siege handelt von denen keine Schicksale abhängen wie früher. Deshalb riskiere ich auch nicht zuviel.
Ich kann nur immer wieder sagen lieber sauber und langsamer und einmal mehr trainiert als später verletzt!
Denn trotz aller Lebensphilosophie, die es für viele wie mich auch ist, es bleibt auch ein Hobby!
Marco
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So langsam bin ich ziemlich verwirrt, nachdem ich lange gesucht habe:
1. Bei einer IG braucht man keine Versicherung, da hier die eigene Unfallversicherung und Haftpflicht greift.
2. Bei einen (nicht) eingetragenen Verein braucht man eine Extra- Unfall-/ Haftpflichtversicherung.
Solche und ähnlich oder auch ganz anders lautende Aussagen bekam ich von allen möglichen Seiten zu hören, die einen sagen "Stimmt!", die anderen sagen "Stimmt nicht!". Selbst Versichertungsvertreter können keine klaren Auskünfte erteilen *bahnhof*
Kennt hier jemand eine kompetente Auskunft?