Templerforum - Das Forum des Templernetzwerkes
Templerfakten => Historische Templer => Thema gestartet von: Michael am 21. Juni 2007, 08:38:12
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Wie angekündigt, hier also die nächste Diskussion zum Thema Kopfbedeckungen...
Bislang ist es ja so, das meißt Bundhauben getragen werden...wenn ich mich recht erinnere, steht irgendwo in der Regel aber was von einer Kappe oder Kappa...nur was ist das genau?
Ich persönlich trage zum großen Teil Bundhauben...gelegentlich auch mal Turban, wobei es dazu ja bereits eine Diskussion gab.
Aber, den Turban mal ganz aussen vorgelassen...was ist mit der "normalen" Kopfbedeckung? (Turban können wir später noch diskutieren)
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Filzkappen hab ich schon oft gelesen. so auch hier:
Kitguide 1200 (http://www.goedendag.de/Kitguide1200.pdf)
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ja, Filzkappen habe ich auch schon gelesen....
Was ich bislang gesehen haqbe sind o.g. Filzkappen, also eine halbrunde, eng anliegende Kappe, Strohhüte, Bundhauben und Gugeln...
Filzkappen...damit macht man sicher nix falsch
Strohhüte...auch keine Frage, ist für viele Epochen belegt...aber wohl eher für Bauern und Knechte sinnvoll, um sich z.B. bei der Feldarbeit gegen Sonne zu schützen
Bundhauben...verbreitet, aber die Meinungen gehen davon aus, das diese ebenso erst ab ca. 1200 verbreitet waren
Gugeln....ohne langen Zipfel über viele Jahrhunderte verbreitet
Aber mal Grundsätzlich zur Kopfbedeckung...in bestimmten Zeiten des Mittelalters war es außer für Bauern wohl nicht üblich Kopfbedeckungen zu tragen...dieser Trend, das es als unschicklich galt, ohne Kopfbedeckung rumzulaufen kam wohl auch erst ab ca. 1200 auf...vorher war es wohl so, das es verbreitet aber nicht vogeschrieben war...Achtung, alle Infos ohne Beleg!!
Was mir dazu jedoch auffällt, das die Haartracht in der Templerregel ausdrücklich erwähnt wird...das hat doch sicher einen Grund...vielleicht weil es nicht üblich war Kopfbedeckungen zu tragen und somit das Haar ordentlich war? Warum ist dann aber an anderer Stell ausdrücklich eine Kappe erwähnt?
Bzw. in welcher Version der Regel taucht diese Kappe und die Erwähnung der Haartracht zum ersten Mal auf? Ist das in der Ursprungsregel auch schon so?
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Weil an anderer Stelle steht, dass bei den Gottesdiensten zb eine Kopfbedeckung zu tragen sei.
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Weil an anderer Stelle steht, dass bei den Gottesdiensten zb eine Kopfbedeckung zu tragen sei.
In der Ursprungsregel?
Das ist schon sehr seltsam...allein weil es heute üblich ist, bei betreten von Kirchen die Kopfbedeckung abzunehmen...aber egal...
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Widerspricht sich das oder widerspricht sich das?
425.
Allen Brüdern des Tempels sei zu wissen getan, dass wenn ein Bruder infolge seiner Sündhaftigkeit oder durch sein großes Missgeschick das Haus verlässt und weggeht, dieser Bruder sorgfältig darauf achten muss, dass er nichts anderes mitnimmt, außer was unten angegeben ist. Er kann nämlich so weggehen, wie er zur Prime ins Kloster geht, nur darf er nichts doppelt tragen, desgleichen sein Dolchmesser. Doch kann er sein Hemd, seine Hosen, sein Leibwams, seinen Rock, seinen Kittel, seinen Gürtel, seine Strümpfe und seine Schuhe tragen. Auch kann er einen Mantel oder seine kappe tragen. Doch wenn er das eine mitnimmt, soll er das andere dalassen. Wenn ihm aber der Mantel abverlangt wird, soll er ihn zurückgeben, da er ihn durchaus nicht zurückbehalten darf. Wenn er ihn die zweite nacht behielte, würde er für immer aus dem Orden gestoßen werden.
324.
Kein Bruder darf ein Käppchen auf dem Kopfe tragen. Kein Bruder darf eine Harnischkappe ohne Baumwollenen Hut 64) tragen. Kein Bruder darf seinen Mantel an Haken um sein Bett hängen; denn jeder Bruder ist verpflichtet, sein Kleid in Ehren zu halten. Kein Bruder darf ohne Erlaubnis seine Lanze bemalen, noch darf er ohne Erlaubnis sein Schwert, seinen Eisenhelm oder sein Dolchmesser polieren, ebenso wenig darf er seinen Eisenhelm bemalen 65)
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Kein Bruder darf eine Harnischkappe ohne Baumwollenen Hut 64) tragen
Das heißt dann aber nicht, das uns Kopfbedeckungen grundsätzlich verboten sind, oder?
Was ist z.B. die Harnisschkappe und der baumwollenen Hut?
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das ist ja sehr verwirrend. eine kappe ähnlich einer tonsur kann ich mir nur schwer bei kämpfenden brüdern vorstellen, aber belege habe ich keine.
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Harnischkappe wird die gepolsterte Haube sein.
Baumwollener Hut keine Ahnung!
Es kommen die Begriffe Kappe sowie auch Hut vor.
Wir brauchen dringend hist. bilder von Kopfbedeckungen aus der Zeit!
Es gibt auch noch eine Mütze:
281.
Wenn die Glocke zur Frühmesse läutet, soll jeder Bruder alsbald aufstehen, seine Schuhe anziehen, seinen Mantel umthun und ins Kloster gehen, um den Gottesdienst zu hören. Keiner darf nämlich zurückbleiben, außer wenn er vom Tage vorher noch überanstrent ist oder wenn er etwas unwohl ist; aus diesen beiden Gründen kann er im Bette bleiben. Doch auch hierfür muss er die Erlaubnis des Meisters oder seines Stellvertreters einholen. Jeder Bruder kann, wenn er zur Frühmesse kommt, bekleidet sein mit Hose, Hemd, einem kleinen Gürtel 59) und einer Mütze; an den Füßen aber soll er Strümpfe und Schuhe haben, auch soll er sein Ordenskleid anhaben, wie oben gesagt ist. Beim Anhören aller andern Horen sollen die Brüder vollständig bekleidet und beschuht sein, je nachdem di Umstände und die Jahreszeit es erfordern.
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Unbehutetes Frühmittelalter
Das Mittelalter sah die Frauen mit verhülltem Haupt. Sie trugen Tücher, Schleier und Hauben. Der Mann des 10. und 11. Jahrhunderts ging barhäuptig. Einzig in den Schlachten trug er einen Helm. Seit dem 12. Jahrhundert ist die männliche Kopfbedeckung ein Standeszeichen. Als besonders kostbar galt der Pfauenfederhut, ein mit Biberhaar belegter Filzhut mit schräg ansteigendem Kopf, mit hinten hochgeschlagenener und vorn flacher Krempe.
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Halt moment!
So mehr:
Also, hier muss man aufpassen: Körner übersetzt hier nicht konsequent. Deutlicher wird das Thema Kopfbedeckung, wenn man die englische Übersetzung von Upton-Ward heranzieht.
- Die Baumwollene Haube, welche unter der Harnischkappe getragen werden muß ist eine "cloth cap", eine Polsterhaube und damit zivil gesehen außen vor.
Dann hat jeder Bruder einen Filzhut, zu sehen ist eine Variante z.b. im "Libro de los Juegos", eine andere auf dem Steinsarg in Spanien und noch eine Variante im "Capreu d. Argles" (oder wie der heißt; vll kann Daniel das Bild aus meinem Aufsatz hier reinkopieren, ich hab leider grad keinen Zugriff drauf).
Im Capreu sieht man übrigens unter dem filzhut eine Bundhaube.
Ich vermute stark (einige Indizien sprechen dafür), dass das Verbot "ein Käppchen zu tragen" ein Gugelverbot meint.
Zum einen sind keinerlei Gugeln in der Regel erwähnt. U-W übersetzt das mit "Hood". Auf der Seite http://www.personal.utulsa.edu/~marc-carlson/cloth/bockhome.html sind einige Kopfbedeckungen gelistet, der "Hood" des Bockstenbog-mannes ist eine Gugel.
Wie Daniel schon festgestellt hat, wiedersprechen sich die üblichen Kopfbedeckungen mit diesem Artikel, weßhalb nur ein Gugelverbot übrig bleibt.
Körners "Kappe" (nicht das käppchen, das sind zwei unterschiedliche gegenstände) ist eine Cappa - ein Reisemantel mit Kaputze und Kreuz.
Fazit:
- Filzhut mit oder ohne Bundhaube
- Turban: unbekant
- Gugel: scheint verboten gewesen zu sein
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@ Daniel...wo hast du den den Text her...der hört sich vom Schreibstil nach Karfunkel oder Kinderbbuch an...nicht das ich den Text kritisieren will, aber irgendwie wirkt er wenig fundiert und glaubwürdig
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das habe ich gefunden unter:
klick mich (http://www.imareal.oeaw.ac.at/cgi-imareal/kleioc/0010/exec/searchres/cat2use/%22kat9900%22/execterm/%22pelikan%22/doexec/%22yes%22/pocketin/%221%22/pocketout/%229999%22/jvon/jvon/%221%22/jbis/%222000%22/minfo/%22full%22/dinfo/%22yes%22/ainfo/%22yes%22)
Birett
ma. Als Kopfbedeckung des katholischen Ritus kennzeichnet das B. einerseits den Träger als Angehörigen des klerikalen Standes, andererseits dient sie als liturgische Kopfbedeckung, die allerdings weder bei der Gebetsverrichtung noch bei eucharistischen Handlungen Verwendung findet. Das B., eine aus Wolle oder Seide gefertigte flach gewölbte weiche Mütze, läßt sich unter der Bezeichnung Pileus bis ins frühe 12. Jh. zurückverfolgen und dient als liturgisches Kleidungsstück dazu, die im Ma. große Tonsur zu bedecken. Im 14. Jh. wird das B. die Kopfbedeckung der dem Chordienst nachkommenden Geistlichkeit und ersetzt somit die Almucia bzw. die Kapuze der Cappa. Um das Abnehmen zu erleichtern, besitzt es auf dem Scheitel eine Quaste. Im weltlichen Bereich findet sich das B. als Charakteristikum bestimmter Amtskleidung.
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Schade, dass es so schlecht zu erkennen ist, aber von der Form sieht es ähnlich wie die Abbildungen im Libro de los Juegos aus, denke ich.
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Welches der vielen Bilder? Ich finds nicht
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von 1166 München
(http://tarvos.imareal.oeaw.ac.at/server/images/7005448.JPG)
1150 ; 1200 ; Graz ; Österreich ; Steiermark ;
(http://tarvos.imareal.oeaw.ac.at/server/images/7009747.JPG)
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was mich jetzt abschliessend interessieren würde...ab wann sind Bundhauben nun belegbar? Weil auf den beiden Abbildungen sieht man eigentlich nur die Filzkappen.
Und um es auch klarzustellen...sind wir nun eigentlich verflichtet Kopfbedeckungen zu tragen, oder nicht?
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Habe hier eine Aufsatz über die Geschichte der Kopfbedeckungen gefunden:
http://www.grin.com/de/preview/6583.html
kostet aber 6,99 € und ich weiss nicht ob sich das lohnt...
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Das wird sich doch sicher auch so herausfinden lassen.
@Daniel: Vom Libro habe ich nicht so viele Bilder drin, ich glaub nur zwei Stück. Das sind die beiden Templer in Kutte und Mantel; sitzend, einer schaut nach links, der andere nach rechts.
Aber das Bild schwirrt auch hier im forum rum....
[Edit] Das hier:
(http://img442.imageshack.us/img442/2600/caballerostemplarioslibpj6.jpg)
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Meine Recherchen über Uni-Bibliotheken, Mediavistik-Sammlungen etc. wahr leider bis jetzt erfolglos.
*sadangel* *sadangel*
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Das mit dem Thema "keine Kopfbedeckung beim Mann üblich, vor 1200" würde mich auch interessieren, ich habe das nämlich auch schon gehört...
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habe dieses Bild in einem Shop gesehen - ich glaube das kommt Kopfbedeckungen unserer Zeit sehr nahe, oder? Sprich, das könnte einer der sog. Filzhüte sein.
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Ein wenig flacher vielleicht und nicht so weit abstehend würd ich sagen und dann ist das schon sehr nahe an dem bild!
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so etwas ähnliches habe ich auch schon bei dem deutschordensritter der drachenkinder gesehen. der trägt darunter noch eine bundhaube.
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Es gibt ziemlich viele verschiedene hüte im 12. Jhd - von "der" Kopfbedeckung würde ich also nicht sprechen.
Es gibt unter anderem extrem hohe runde und extrem hohe spitze (zu sehen im "Liber ad honorem Augusti"). Es gibt breitkrempige und krempenlose Hüte.
Dann gibt es diverse Varianten von Filzmützen, mit und ohne kleine Spitze.
Ich werde mir wohl einen breitkrempigen hut ohne starke spitze basteln, weil ich dann besseren Witterungsschutz habe (kein Wasser am Hals bei Regen)
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Hab mir jetzt das Buch "Der letzte Templer" von Demurger gekauft und darin ist ein Bild von dienenden Brüdern (allerdings bei der Verhaftung 1308) die eine Gugel mit langem Zipfel tragen. Ich hatte auch ein anderes in der Hand, bei dem es um den Heiligen Gral geht, und auf einem der Bilder darin war auch ein Dienender mit Gugel und langen Zipfel (das Bild sah allerdings so aus, als ob es vom selben Maler stammte).
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Von Zeitgenössischen Abbildungen (die von dir erwähnten sind glaube ich erst später entstanden) kenne ich nur Kappenartige Kopfbedeckungen bei den Brüdern.
Um 1200 kann ich sicher sagen (hab da etwa 30 Handschriften ausgewertet), dass Kopfbedeckungen nicht üblich waren, außer bei hochgestellten Persönlichkeiten oder geistlichen. Ansonsten wurde noch bei bestimmten Berufsgruppen ein Hut getragen (z.b. Bauer bei der Feldarbeit), das war aber Witterungsschutz und keine Mode.
Auch um 1200 gab es aber schon vielfältige Formen.
Ich habe hier im Forum mal den Verdacht geäußert, dass im Orden ein Gugelverbot geherrscht haben könnte. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Gugel auf deinen Bildern mehr eine Symbolische als dokumentierende Funktion haben könnten.
Mittelalterliche Bilder sind, in der Regel, voll von solchen Symbolen. Die langen Zipfel könnten die "ketzerischen" Templer also in ein schlechtes Licht rücken, ähnlich wie es im "Liber ad honorem Augusti" mit Tankred gemacht wird (Rabe auf dem Kopf, immer im Vollprofil gezeichnet, klein und verkümmert gemalt im Vergleich zu den anderen Personen).
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Leider hab ich keine Ahnung von wann die Bilder sind. Kann schon sein, das die Brüder damit in Misskredit gebracht werden sollten, was aber wohl sehr ungelungen sein dürfte, denn wer außerhalb des Ordens wird die Ordensregeln über die Kopfbedeckung so genau gekannt haben, um den Templern daraus einen Strick zu drehen?
Meine Vermutung ist, dass der Zeichner vielleicht einfach Mönche gemalt hat und ihnen dann nen Templerkreuz verpasste, da sämtliche dienenden Brüder auch mit Tonsur und ohne Bart dargestellt waren, was dem Bild eines einfachen Mönches doch sehr nahe kommen dürfte.
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Mit öffentlich in Misskredit bringen meinte ich, dass der lange Zipfel an der Gugel so ein Symbol sein könnte.
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So, ich habe vom Gewandungsfotothread Daniels Frage hierher verschoben:
Mal ne Frage:
Wurde die Schlumpfmütze nur von höhergestellten Persöhnlichkeiten getragen? Oder war es eine Kopfbedeckung für alle Bevölkerungsschichten?
Ich habe nämlich fürs 12 Jahrhundert diverse belege dafür gefunden und frage mich nun ob man diese Kopfbedeckung als Sergeant oder überhaupt im Orden verwenden kann?
Ich möchte als Antwort gleich mit einem Verweis nach Oben auf meine Ergebnisse verweisen - ich freue mich aber natürlich sehr, wenn ihr zu anderen Ergebnissen kommt.
Zu meinen aussagen oben kann ich noch hinzufügen, dass ich mir gut vorstellen kann, dass die typische Kopfbedeckung ("Birett"), die man auf Templerabbildungen im 13. Jhd sieht, auch schon an der Wende zum 13. getragen worden sein könnten. Alternativ kann ich mir auch eine einfache Filzkappe vorstellen (ähnlich wie z.b. in "Die große Stille" bei den Kartäusern zu sehen). Die Phyrgische Kappe sehe ich im Ordenskontext eher nicht, nach den bisherigern Ergebnissen würde ich zum Birett tendieren.
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Vorstellen kann ich mir nach vieles, aber ohne Quellen werd ich es nicht tragen :)
Gruß
Daniel
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.... leicht verwirrend das alles ....
Frage : ist es nun grundsätzlich falsch ohne Kopfbedeckung zu gehen wenn man nicht gerade Kettenhaube oder Helm trägt ?
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Da ist die Frage immer wann?
Mitte- Ende 1200 Jahrhundert sieht man sehr viele ohne Kopfbedeckung. Bundhauben gar nicht (bzw nur eine einzige mir bekannte Quelle).
Ansonsten immer wieder phrygische Mützen. Die machen den Hauptteil aus mit Abstand.
Gruß
Daniel
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Die machen den Hauptteil aus mit Abstand.
Welche Quellen hast du für diese Aussage herangezogen?
Ich habe ca 30 verschiedene Handschriften aus unterschiedlichen Gebieten komplett durchgearbeitet und komme nicht zu dem Schluss, dass die Phyrgischen Mützen den Hauptteil stellen.
Der gewöhnliche Mann war nach meiner Erkenntnis im ausgehenden 12. Barhäuptig unterwegs. Es scheint mir so zu sein, dass Kopfbedeckungen vor allem Standes- und Berufsbezogen getragen wurden - das könnte aber natürlich auch der bildnerischen Darstellungsnotwendigkeit geschuldet sein, um die abgebildeten Personen zu kennzeichnen.
Das Problem speziell auf die Templer bezogen ist, dass wir keine Abbildungen von Brüdern aus dem ausgehenden 12. Jahrhundert haben, die (zivile) Kopfbedeckungen zeigen. Hier müssen wir diese Wissenslücke durch Spekulation schließen.
Naheliegender ist es doch, hier innerhalb des Ordenskontexts 50 Jahre zurückzuschließen (von den Abbildungen aus verschiedenen Regionen und Zeiten, die trotzdem alle ziemlich ähnliche Hüte zeigen), als irgendwelche weltlichen Hüte in den Ordenskontext zu deuten. Das sollten wir nur dann tun, wenn wir wirklich nichts aus dem Ordenskontext haben.
Vielleicht sehe ich das aber einfach nur zu streng.
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Quellen siehe Anhang:
12. Jahrhundert royal portal, Chartres Cathedral
12. Jahrhundert; tomb of Geoffrey Plantagenet
1185/1191; Stammbaum der Welfen, Historia Welforum
1075 und 1110; Rolandslied
1175-1195; "Hortus Deliciarum"
Dort ist sie überall zu sehen!
Welche 30 Quellen hast du denn durchforstet, die fürs 1200 Jahrhundert passen? Die will ich alle haben!! :)
Gruß
Daniel
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Original von Benedikt von Söllbach
Die machen den Hauptteil aus mit Abstand.
Naheliegender ist es doch, hier innerhalb des Ordenskontexts 50 Jahre zurückzuschließen (von den Abbildungen aus verschiedenen Regionen und Zeiten, die trotzdem alle ziemlich ähnliche Hüte zeigen), als irgendwelche weltlichen Hüte in den Ordenskontext zu deuten. Das sollten wir nur dann tun, wenn wir wirklich nichts aus dem Ordenskontext haben.
Vielleicht sehe ich das aber einfach nur zu streng.
Ich beleihe mich aber nicht in einer anderen Zeit, sondern nehme das was ich zu meiner Zeit habe. Und Birets habe ich da bisher noch gar nicht gesehen. Erst 50 Jahre später und das ist mir meilenweit zu weit weg!!
Gruß
Daniel
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So, wie ich das anhand der vorliegenden Quellen sehe, war im ausgeheden 12. Jh. der Zwang der Kopfbedeckung nicht so gegeben, wie später im 13. Jh.
Die Quellen zeigen eindeutig, das ein Großteil der abgebildeten Personen ohne Kopfbedeckung unterwegs ist.
Wenn sie eine Kopfbedeckung tragen, dann, wie Daniel richtig geschrieben hat, größtenteils die phrygische Form.
Bundhauben kenne ich auch nur von 2 Bildern dieser Zeit (im Gegensatz dazu steht eine Vielzahl von Barhäuptigen und phrygischen Mützen)
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Von Michael hier seine Quellen.
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Meine (guten) Quellen sind, neben „Hortus Deliciarum“ und dem „Liber ad
honorem Augusti“ folgende Handschriften (PP-Morgan Library):
* Das Rolandslied, Psalter G.25 (England, ca.1225)
* G.43 (England, ca. 1180, gibt aber kaum Bilder, aber interessante Mützen, zB. auf Folio 111v)
* G.73 (Dtl. 1253)
* M.43 (Huntingfield psalter. Oxford, England, ca. 1212-1220; aber in Fol. 9r sieht man einen eigentümlichen Hut)
* M.81 (ca. 1185)
* M.153 (Paris, ca. 1228-1234)
* M.163 (1229)
* M.280 (Augsburg, ca. 1235-1250)
* M.281 (Dtl. vor 1228 )
* M.283 (1228-1247)
* M.299 (schon das Deckblatt ist sehr interessant: ein „neumodischer“ Hut und eine Feldflasche! 1220-1230. Ist vll auch für Stephan interessant!)
* M.313 (1220-1230)
* M.429 (Spanien, 1220)
* M.645 (Dtl. 1175-1199)
* M.673 (England, ca. 1130)
* M.737 (Florenz, 116-1170)
* M.739 (Bamberg, 1204-1219, viele Kegelhüte („Judenhüte“) und Spangenhelme)
* M.791 (England, 1220, viele einfache Mützen und Helme)
Die Abbildungen sind zum großen Teil online einsehbar:
http://utu.morganlibrary.org/medren/ListOfMssWithImages.cfm
Das ist die Auflistung in meinem Büchlein; dort sind aber nur die guten umfangreicheren Handschriften eingegangen. Es fehlen noch viele weitere, die teils nur recht kleine Abbildungen z.b. in Buchstaben-Malereien (ihr kennt diese Hervorhebung des ersten Buchstabens sicherlich, mir fällt nur der Fachbegriff grade nicht ein)
[edit] Erwähnensert ist noch die Chronik des Otto von Freising (vor 1177), der Eneasroman (1210-1220) und der Münchner Codex (um 1200).
Wie gesagt, mein Standpunkt ist der, dass es wohl signifikanter ist, 50 Jahre zu überspringen und dafür im Ordenskontext zu bleiben, als völlig aus dem Kontext gerissen Belege zu nutzen. Meine Filzhaube ist genau diesem Umstand geschuldet, das Birett lässt sich nicht belegen, einfache Filzhauben sind aber Regelkonform (Prunk- und Zierverbot), Nachweisbar und obendrein auch im Ordenskontext. Und trotzdem noch schwammig genug... Ich denke, mit einem Birett fährt man 1190 am nächsten an der Geschichte.
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nochmals für die Begriffstutzigen (so wie mich ) : Um 1200 keine Kopfbedeckung ist u.U. auch ok ?
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Original von Lancelot vom See
nochmals für die Begriffstutzigen (so wie mich ) : Um 1200 keine Kopfbedeckung ist u.U. auch ok ?
Ja ;) Aber nicht das gewollte Ideal *smoky*
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Nochmal als Anhang zu meinen Quellen eine Seite davor...
mir ist noch eine Templerquelle eingefallen, die hier auch schon besprochen wurde (Thread "Birett als Templer")
Wilhem v. Tyrus hat in seinem Werk "Geschichte der Kreuzfahrerstaaten" (Bild im Thread ist aus einer Kopie aus dem 13. Jhd) Templer, die einfache Kappen, wie ich sie trage, haben.
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Danke Xia *alleswirdguut* !!!
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Original von Benedikt von Söllbach
...@Daniel: Vom Libro habe ich nicht so viele Bilder drin, ich glaub nur zwei Stück. Das sind die beiden Templer in Kutte und Mantel; sitzend, einer schaut nach links, der andere nach rechts.
Aber das Bild schwirrt auch hier im forum rum....
Hallo ihr Lieben,
das "Libro de los Juegos" stammt aus dem Jahre 1283
Weshalb das Foto hier im Forum "rumschwirrt" weiß ich auch nicht... *smoky*
Hier ein Foto eines Herrn, der (fast) ausschließlich mit Hut unterwegs ist...
(http://img178.imageshack.us/img178/6627/htchenspielzi3.jpg)
Allerdings wurde diese Figur erst um 1350/60 gebastelt (sagen die, die es wissen sollten).
Saludos
Martí
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Wir haben per Pn noch weiter diskutiert und können mittlerweile zumindest eine Kopfbedeckung für Templer komplett ausschließen:
derTurban.
In den Statuten wird als erlaubte Kopfbedeckung die Polsterhaube erwähnt (Kappe) und die Filzmütze (hierbei ist nicht klar was damit genau gemeint ist siehe oben).
Ein Turban oder ein Tuch, dass zum Schutz gegen die Sonne verwendet wird, wird nicht erwähnt und ist somit für Templer nicht belegbar.
Da die Statuten für uns die oberste Maxime sein sollten, was die Ausrüstung angeht, kommen wir nicht umhin diesen Fakt zu akzeptieren.
Was jetzt jeder einzelne macht bleibt natürlich jedem selbst überalssen :)
Gruß
Daniel