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Templerfakten => Templermystik => Thema gestartet von: Peter von Augsburg am 28. Januar 2007, 10:38:11

Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Peter von Augsburg am 28. Januar 2007, 10:38:11
Hallo all ihr Tempelherren,

dies ist mein erster Beitrag in eurer Runde. Auf euer Forum bin ich gestossen, als ich im Web nach altem Wissen vom Templerorden gesucht habe. Im speziellen geht es mir dabei um alte geometrische Gesetze und Zusammenhänge, die von den Templern im Kirchenbau angewendet wurden, um dadurch künstliche "Orte der Kraft" zu schaffen.Z.B. Chartres. In diesem Zusammenhang ist die allgemeine Behauptung, daß Kirchen nur auf vorhandenen Kraftplätzen gebaut wurden falsch. Mit dem richtigen Wissen, und das hatten die Templer kann man so einen Kraftort sozusagen auf jeder grünen Wiese schaffen.
Überrascht war ich, daß in diesem Forum dieses Thema so gut wie gar nicht angesprochen wurde. Gibt es da wirklich nichts zu sagen oder liegt dieses Thema nicht in eurer Interessensrichtung?
Vielleicht findet sich jemand, der sich dafür interessiert, ich denke auch einiges durchwegs Unbekanntes über dieses Thema zu wissen.
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Bruder_Henrie am 28. Januar 2007, 12:17:55
Die heilige Geometrie gab es nicht nur bei den Templern... z. B. wurde der aachener Dom auf einem Kknotenpunkt der Erdströme erbaut... und das zu Kaiser Karls Zeiten!

Gruß

Fra Henrie
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Martí am 29. Januar 2007, 01:17:52
>>...In diesem Zusammenhang ist die allgemeine Behauptung, daß Kirchen nur auf vorhandenen Kraftplätzen gebaut wurden falsch...<<

Das wird wohl so sein ;-)

Die Zisterzienser überließen in Altenberg - und auch in Heisterbach - die Standortbestimmung für die neuen Klöster (der Legende nach) jeweils einem Esel...
In Doberan überließ man die Ortsbestimmung einem Hirsch und einem Schwan...

;-)

Martí
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Berthold von Krukow am 29. Januar 2007, 11:52:09
Zitat
Original von Martí
In Doberan überließ man die Ortsbestimmung einem Hirsch und einem Schwan...

Wobei Hirsch und Schwan schon wieder alte mythische Wesen sind, die kennzeichnend für Kraftplätze sind.

Wie das mit dem Esel ist, müßt ich erst noch mal nachlesen, jedenfalls galt er in der Überlieferung auch nicht für so dumm und störrisch, wie man ihn heute darstellt.

Einen interessanten Artikel zum Kirchenbau der Templer hab ich mal unter "Geomantie" gefunden.
Hier ging es speziell um die Templerkirche in Berlin-Tempelhof. Muß ihn noch mal raussuchen.
Aber, und das muß ich hier leider wieder sagen, werter Bruder Peter von Augsburg, hier im Forum interessiert man sich nur insofern für Mythen und Geheimwissen der Templer, als das man sie negieren, ignorieren und widerlegen möchte - zu 90% zumindest.

Es gibt da andere Foren, die dem wesentlich offener gegenüber sind.

Gruß Berthold
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: biedermann am 29. Januar 2007, 12:23:19
Zitat
Original von Peter von Augsburg
.... geht es mir dabei um alte geometrische Gesetze und Zusammenhänge, die von den Templern im Kirchenbau angewendet wurden, um dadurch künstliche "Orte der Kraft" zu schaffen....

Wie von Louis Charpentier für Chartres nachgewiesen (siehe auchTitus von Burckhardt, "Chartres und die Geburt der Kathedrale" sowie Hans Sedlmayr "Dies Geburt der Kathedrale"), hatten die gotischen Bauhütten Winkel, Zirkel, Lot und zwölfteilige Schnur für die Konstruktionen zur Verfügung und konnten damit alle Pässe und Harmonien erreichen.

Soweit ist uns das bekannt- Dass es sich um besondere Kraftorte handelt, wenn die Verhältnismäßigkeit von Material, Form und Ziel gegeben ist, dürfte auch nicht erst seit dem FengShui-Boom bekannt sein- insofern ist auch das kein Geheimwissen sondern Erkenntnisbasis von Eleganzrechnern von Praziteles bis Steiner.

Die Quellen liegen ziemlich reichhaltig vor und sind offen zugänglich
Ihr Studium ist zwar zeitaufwändig aber grundsätzlich nicht verboten.
Worüber genau möchtest du in diesem Forum diskutieren?

biedermann
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Lena von Schönau am 30. Januar 2007, 15:38:34
Peter, vielleicht möchtest du zu diesem Thema den ROMAN "Die Pforten der Templer" von Javier Sierra lesen???
 
Da geht es genau um dieses Thema:
Michel Témoin fertigt routinemäßig Satellitenaufnahmen von bestimmten Regionen Frankreichs an. Doch dann stellt er zu seinem Entsetzen fest, dass einige Bilder aus der Champagne aus unerklärlichen Gründen beschädigt sind. Ein technischer Defekt? Aber warum befinden sich ausgerechnet an den Stellen Flecken, wo gotische Kathedralen stehen? Michel leitet eine Untersuchung ein - und wird kurze Zeit später vom Dienst suspendiert. Aber er lässt sich nicht beirren und begibt sich auf die Spurensuche nach einem Rätsel, das in Wahrheit neun Jahrhunderte alt ist und zum größten Geheimnis des mächtigen Ordens der Templer führt.

Ich hab mir das mal als Hörbuch angeschafft, man kann ja nicht immer nur Zahlen und Fakten verarbeiten! Ab und an ein wenig Templer-Unterhaltung darf schon sein, oder? Leider habe ich es  noch nicht zuendegehört und weiß somit nicht ob darin erklärt wird wie die Templer "auf grüner Wiese Kraftorte" erschufen... ;)
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: biedermann am 31. Januar 2007, 09:42:51
Ist das nun Fact oder Fiction? Dokumentation oder der kranke Ausfluß eines geldgierig an seinen welken Fingern saugenden Neo-Templariers????
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Bruder_Henrie am 31. Januar 2007, 18:42:50
Die Templer haben einige (nicht allen) Kapellen und Kirchen auf Orten errichtet, die vom Volk als "verflucht" bezeichnet wurden. Den Landesherren sagten sie, sie wollten mit der Ortswahl nur das Gerede über Verfluchungen und dem Unglauben der Bevölkerung entgegentreten wollen. Natürlich verstummten die Gerüchte nicht, im Gegenteil... die Orte wurden fürh die Bevölkerung noch interessanter.
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: biedermann am 01. Februar 2007, 07:53:57
Zitat
Original von Bruder_Henrie
Die Templer haben einige (nicht allen) Kapellen und Kirchen auf Orten errichtet, die vom Volk als "verflucht" bezeichnet wurden. Den Landesherren sagten sie, sie wollten mit der Ortswahl nur das Gerede über Verfluchungen und dem Unglauben der Bevölkerung entgegentreten wollen. Natürlich verstummten die Gerüchte nicht, im Gegenteil... die Orte wurden fürh die Bevölkerung noch interessanter.


...  sagt wer?
...  und in welchem Zusammenhang?
Und um welche Orte geht es bei deiner Aussage konkret, welche Landesherren namentlich wurden solcherart angeschwindelt?
Und von welcher Zeit sprichst du?

biedermann
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Berthold von Krukow am 01. Februar 2007, 09:01:39
Zitat
Original von biedermann
Ist das nun Fact oder Fiction? Dokumentation oder der kranke Ausfluß eines geldgierig an seinen welken Fingern saugenden Neo-Templariers????

Salve Biedermann,

auch wenn ich kein Neotempler bin, weiß ich doch, daß einige unter uns sind. Bitte die Etikette wahren.

Gruß Berthold
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: biedermann am 01. Februar 2007, 09:38:22
@bernhard
Fern se es mir, ehrbare Männer irgendwelcher Machenschaften zu beschuldigen-
Ich hoffe, du hattest es auch schon vorher gemerkt: Ich pflege gerne der pointierten Ausdrucksweise und hab deswegen auch nicht "Templer" sondern die verballhornte Kombinations-Form aus "Templer" - und "Arier" verwendet, um gerade eine Verwechslung mit Neo-Templern auszuschließen.
Sorry, wenn diese Feinheiten nicht verstanden wurden.

Ich will nur um Himmels Willen endlich erreichen, dass auf historische Fragen irgendwelche fictionesken Romanplots als Antwort gegeben werden. Ich bin ja gern bereit über Literatur zu diskutieren.
Aber gern am angemessenen Ort.

HIER möchte ich ernstnehmende und ernstzunehmende Antworten, mindestens aber halbwegs belegbare Thesen.

Die Frage war an Lena: Fact oder Fiction?
Die Frage an Fra Henrie: Wer, was, wo, wann?  Oder auch nur Fiction... ?

biedermann
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Bruder_Henrie am 01. Februar 2007, 11:33:51
z. B. Blankenheim in der Eifel... dort haben die Brüder die erste!!! Blankenheimer Burg besiedelt. Diese steht heute nicht mehr. Dort gibt es auch eine Legende die von den Templern spricht und noch mehr über den Berg, auf dem die Brurg steht, die noch vor den Templern entstanden.
Ich muß allerdings dazu sagen, dass die Existenz der Templer mangels Uhrkunden nicht belegt werden kann. Dennoch befindet sich ein Tatzenkreuz über dem Portal der Dorfkirche, die aus dem 12 Jhd. stammt.
Da wäre dann noch Lanleff in der Bretagne. Dort, wo die Rundkirche der Templer stand (heute nur noch Ruine), kahm, so will es die Sage, einst der Teufel an die Oberfläche, um die Menschen zu verführen. Auch hierbei handelt es sich wohl um einen alten, keltischen Kultplatz, der dann nach der Christianisierung zum "bösen Ort" wurde und dann von den Templern in Besitz genommen wurde. Genau wie bei St. Bartholomäus in Spanien. Hier sollen Templer sogar Satanskulte betrieben haben... die Templerkirche steht auf den Ruinen einer ehem. römischen Stadt. Es ist allerdings, wie gesagt, nicht verwunderlich, da die Christen gerne ihre Kirchen auf alten Kultplätzen errichtet haben, um den Sieg des Christentums über den alten Glauben zu symbolisieren. Also haben nicht nur die Templer, sondern auch andere Orden ihre Kirchen an solchen Plätzen errichtet und die galten nunmal meist als verfluchte Orte.
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: biedermann am 01. Februar 2007, 12:43:55
@Fra Henrie

Kenn mich aus. Ich würde vorziehen , die Quellen -auch wenns nur Sagen und mündliche Überlieferungen sind, zu nennen, wenn man was berichtet.

Und ich halte Sagen für legitime - kritisch zu bewertenden - Quellen.

Was war das noch mit den unscharfen Bildern?

biedermann
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Bruder_Henrie am 01. Februar 2007, 13:56:51
Das Buch, mit den Infos zu Blankenheim heißt "Sagen und Legenden der Eifel" . Ist im regionalen Buchhandel erhältlich. St. Bartholomäus wird in einer alten Terra X Docu erwähnt. Woher die ihre Infos dazu haben, weiß ich jedoch nicht.
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Christian Schulze am 01. Februar 2007, 15:22:43
@ Berthold

  Danke das Du immer die ,,Friedliche Koexistenz'' im Auge behältst!
 *alleswirdguut*
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Heinrich von Hohenfels am 01. Februar 2007, 16:21:16
Zu St. Bartholomae:

In dem Bericht wird allerdings nicht behauptet, dass die Templer dort Satan vererhrt hätten. Da man in der Fensterrose ein Pentagramm erkennen kann, stellt der Erzähler nur die Frage ob sie es vieleicht getan haben, um ein wenig Mystik in den Bericht zu bringen.

Bei Legenden muss man vorsichtig sein. Gerade in Deutschland ist die Urkundenlage recht gut und fast alle ehemaligen Templerkomtureien gingen in den Besitz der Johanniter über. Wenn es da keine Hinweise gibt, wäre ich vorsichtig. Und zum x-ten mal zum Tatzenkreuz: ES WAR KEIN TRADEMARK DER TEMPLER.

Zu diesen Kraftlinien:
Erklärt mir das mal bitte, gibt es Kraftlinien und die Knotenpunkte sind heilige Orte oder entstehen die Kraftlinien durch die heiligen Orte ?

Denn man darf heir nicht vergessen, dass die Templer sich nicht die Ländereien ausgesucht haben, sie wurden ihnen ja geschenkt.

Ist ein Knotenpunkt von Kraftlinien eigentlich auch unter dem Camp der Bundeswehr in Afghanistan ?  *smoky*

Gruß Heinrich
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Lena von Schönau am 01. Februar 2007, 20:49:30
Hallo biedermann,

der o.g. ROMAN ist wohl eher der

Zitat
Original von biedermann
kranke Ausfluß eines geldgierig an seinen welken Fingern saugenden Neo-Templariers????

Wobei ich dem Autor jetzt keine Gesinnung zuschreiben möchte die er vielleicht nicht hat...
Aber ist das micht kennzeichnend für das Genre des ROMANS, daß darin eben nicht allzuviele Fakten vorkommen?

Ich denke mal, da ich grundsätzlich höchst skeptisch bin, was solche Kraftlinien, -knotenpunkte und andere Mysthizismen angeht, fällt für mich das ganze Thema in die Fiction-Schiene... ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!

Zumindest wollte ich dir in keinster Weise zu nahe treten....
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Bruder_Henrie am 02. Februar 2007, 12:56:19
Natürlich ist das Tatzenkreuz kein Beweis für die Anwesenheit des Ordens.. es war nue das einzige, was annähernd einen Bezug zum Orden geben könnte. Ansonsten gibt es zum Thema Templer in Blankenheim nur die Legende. Allerdings werden in einem ähnlichen Buch auch die Templer von Vianden erwähnt und deren Existenz in Vianden ist belegt... schwieriges Thema!
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: biedermann am 22. Februar 2007, 13:03:50
Zitat
Original von Lena von Schönau
... Zumindest wollte ich dir in keinster Weise zu nahe treten....

Verbindlichsten Dank!
;-)
 *alleswirdguut*
Eigentlich aber dann auch schaaade: Tritt mir ruhig reichlich näher! Willkommen!
 *djpartypeople*
biedermann
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Berthold von Krukow am 22. Februar 2007, 16:21:56
Zitat
Original von Lena von Schönau
Ich denke mal, da ich grundsätzlich höchst skeptisch bin, was solche Kraftlinien, -knotenpunkte und andere Mysthizismen angeht, fällt für mich das ganze Thema in die Fiction-Schiene... ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!....

Hallo Lena,
schau doch mal bei Tante Google unter dem Oberbegriff Geomantie nach.
Da gibt es einige gute Seiten zu dem Thema.
U.a. wird da auch die Templerkirche in Berlin Tempelhof untersucht. Den genauen Link hab ich jetzt grad nicht zur Hand.
Spannend ist es schon, wenn auch gewöhungsbedürftig.

Gruß Berthold
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Arn de sweden am 06. Juni 2008, 00:08:10
Zitat
Original von Martí
>>...In diesem Zusammenhang ist die allgemeine Behauptung, daß Kirchen nur auf vorhandenen Kraftplätzen gebaut wurden falsch...<<

Das wird wohl so sein ;-)

Die Zisterzienser überließen in Altenberg - und auch in Heisterbach - die Standortbestimmung für die neuen Klöster (der Legende nach) jeweils einem Esel...
In Doberan überließ man die Ortsbestimmung einem Hirsch und einem Schwan...

;-)

Martí

Hola

Da kann ich nur zustimmen. Der Erste Kreuzzug wurde ja auch von einer Ganz angeführt. Du kennst die Geschichte?

Gruß Arn
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Sareth am 07. Januar 2009, 12:55:59
sorry, daß ich den thread wieder ausgrabe.... ich muss einfach meine 5cent dazu werfen:

Warum wird jegliche "Zahlenmystik" und "Geometrische Mystik" immer nur mit der Kabbala, der buddhistischen Lehre und weiß nicht was für einer Häresie in Verbindung gebracht?

Zahlenmystik und Geometrie waren seit der Antike über das Frühmittelalter bis ins Barock absolut katholisch und mit keinerlei seltsamen Aspekt behaftet. Kirchenväter wie Isidor von Sevilla oder Augustinus haben lange Traktate darüber geschrieben wie Gott die Welt nach 'Maß und Zahl' geordnet hat (wobei dieses bereits in der Bibel so steht). Für die Gelehrten des Mittelalters wie etwa Rabanus Maurus und die vielen Kommentatoren antiker mathematisch-naturwissenschaftlicher Werke war es klar, daß Gott die Welt geometrisch-mathematisch aufgebaut habe, damit der Mensch sie so erkenne, UND daß dieses nicht im Widerspruch mit der christlichen Lehre steht!

Grundlagen dieser Meinungen bildeten wie gesagt die antiken Gelehrten, z.B. Plato mit seinem "Timaios".

* Die antiken Naturwissenschaftler und Philosophen wurden zur Erklärung der Bibel, besonders des Schöpfungsberichtes, herangezogen. Gott der Schöpfer hat die Welt nach mathematischen und geometrischen Prinzipien 'erbaut', deshalb wird er oft mit einem Zirkel in der Hand dargestellt. Und deshalb ist es dem Menschen möglich über die Mathematik und die Geometrie der Weisheit Gottes in der Schöpfung auf die Spur zu kommen.

* Besonders beliebt waren kreisförmige Diagramme zur Verdeutlichung der Welt, denn der Kreis war Zeichen für göttliche Vollkommenheit und gleichzeitig für den Kreislauf der Natur.

* Der mittelalterliche Bestseller, der sich fast 1000 Jahre lang hielt zum Thema Kosmologie, Astronomie und Zeitrechnung stammte von Isidor von Sevilla aus dem 6. Jahrhundert.

* Das Universum, die Welt, war für den mittelalterlichen Menschen KREISFÖRMIG, bzw. KUGELFÖRMIG und IN BEWEGUNG. Diese Ideen stammen aus der griechischen Antike.
Natürlich wusste man, daß sich die Planeten nicht kreisförmig bewegten und man entwickelte diverse Erklärungsmodelle, um die Beobachtung mit der Überlieferung in Einklang zu bringen.

* Aufgebaut war die Welt aus den VIER ELEMENTEN. Die Theorie stammt ebenfalls aus der Antike. Dabei waren Erde, Luft, Wasser und Feuer bestimmte Eigenschaften zugeordnet:

Erde = kalt, trocken
Feuer=trocken, heiß
Luft=heiß, feucht
Wasser=feucht, kalt

oder, nach einem anderen Modell auch die Eigenschaften: beweglich, scharf, dick, dünn, unbeweglich...immer diese Gegensatzpaare. Den Elementen waren nach Plato bestimmte Zahlen zugeordnet (das ist alles sehr kompliziert), und in manchen Darstellungen und Kirchenfresken sind anstatt der Elemente nur die ihnen zugehörigen Zahlen abgebildet.

* Die Bibel war zwar die höchste Autorität im Mittelalter, das heißt aber nicht, daß sie kritiklos mit allen Widersprüchen einfach so hingenommen wurde. Im Gegenteil, man bemühte sich, die Widersprüche im Text mit Logik und den naturwissenschaftlichen Kenntnissen zu erklären, zum Beispiel beim Schöpfungsbericht.

* Die Natur galt als "zweite Offenbarung" neben der Bibel, und ihre Erforschung sollte auch der Auslegung der Bibel und dem Leben nach Gottes Wunsch dienen.

Ganz oft sieht man in mittelalterlichen Fresken etc. Vierecke oder Rauten als Zeichen für 'die Welt'.
Nun glaubten die Leute nicht etwa, die Welt sei ein Viereck, ebensowenig, wie sie glaubten, die Welt sei eine Scheibe.

In der Bibel ist des Öfteren vom "Weltkreis" die Rede (gemeint ist der Horizont, wie auch in der griechischen Fassung steht), aber auch von den "Ecken der Erde". Ausserdem tauchte die "4" immer wieder auf: vier Elemente, vier Himmelsrichtungen, vier Evangelien...

Nun haben die Leute es nicht einfach dabei belassen, nach dem Motto "Gott ist eben unergründlich". Nein, da würde intensivst darüber nachgedacht...
Im 9. Jh. (unter anderem) hat sich ein Gelehrter Gedanken darüber gemacht, wie man diese beiden Auffassungen von Viereck und Kreis zusammenbringt. Dafür benuttze er den antiken Geometriker Euklid und ging folgendermaßen vor:

Zunächst hat man den Erdkreis (den Horizont-Kreis). In diesen eingeschrieben lassen sich vier Punkte finden: Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Nord- und Süd. Verbindet man diese an den Rändern, erhält man eine Raute = ein Viereck innerhalb des Kreises. Verbindet man diese Punkte durch das Zentrum hindurch, erhält man ein Kreuz.

Nun ist es auch völlig klar, warum Christus AM KREUZ sterben musste, um die Welt zu erlösen: Im 12. Jh. sagt ein anderer Gelehrter kurz und bündig: er starb am Kreuz, um die vier Weltecken zu verbinden und die gesamte Welt zu erlösen. Smile

Ist doch alles völlig logisch, nicht wahr?

In anderen Fällen findet man ausser dem Viereck und dem Kreuz auch noch ein Diagonalkreuz unter dem Viereck für die Welt.
Etwa in dem berühmten Book of Kells.

Das ist natürlich auch nicht zufällig und zur Deko da. NICHTS ist zufällig da, wo es ist Das Diagonalkreuiz ist die flächige Projektion der Himmelsachsen, bestehend aus Ekliptik (der scheinbaren Bahn der Sonne durch den Tierkreis) und Erdachse.

Darüber hinaus ist auch der Buchstabe "x" ja ein Diagonalkreuz. Und "x" bedeutet auf Griechisch "chi", das ist der Anfangsbuchtsabe für Christus. Das soll also nichts anderes bedeuten als die Erlösung der Welt durch Christus, die bereits in der gesamten Schöpfung der Welt vorausgedacht ist. (Das das so zu verstehen ist, sagen die damaligen Autoren oft in den Texten und man kann es aus den Beschriftungen der Miniaturen ersehen. Es ist also keine spätere Interpretation.)

Und natürlich waren auch die komplizierten aus Diagonal- und Normalkreuzen geformten Kreuzrippengewölbe über der Vierung einer gotischen Kirche, und damit über dem Altar, wo sich ja durch den Priester das Erlösungswerk nochmal vollzog, nicht zufällig dort. Guckt mal demnächst nach oben bei dem Besuch einer alten Kirche! :)

Wen das Thema interessiert, für den hätte ich ein paar Literaturangaben.


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Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Br. Achim am 05. Februar 2010, 12:52:56
Also das alte Wissen der damaligen Architekten war und ist schon beeindruckend. Man denke nur an den Kölner Dom, Chatres usw.
Die Templer waren ja in der glücklichen Lage meist die beisten Baumeister und Steinmetze usw. zu angagieren, daher galten oder gelten sie wohl als Meister der mittelalterlichen Baukunst.

Das Bauen von Kirchen auf geomantischen Knotenpunkten war jedoch in der Tat nicht nur auf die Templer beschränkt. Wie so vieles andere auch - daß Mittelalter war ja wesentlich "heidnischer" oder mystischer als man das heutzutage wahr haben will. Hm, der Bezug zu den alten Traditionen, Kulten, Religionen usw. war einfach viel Näher und weiter verbreitet (so ist u.a. auch die Marienverehrung zu erklären)

Der Autor Siegfried Grabowski schreibt dazu sehr ausführlich in seinem Buch "Die Magie der Kirche". (Nur zu empfehlen)
Die sogenannten Kraftströme/leylines können im übrigen auch umgeleitet werden. Durch Wasser (Wasser als Energieträger). Daher haben die Templer halt oft an Flüssen, Bächen, Seen o.ä. gebaut.
Natürlich nicht ausschließlich aber doch recht gerne.

Auch war man der Ansicht, daß man diese Erdenergien mit Kreuzen, Steinbildern u.ä. verändern, blockieren oder auch verstärken kann. Daher dann die typische "Acht-Eck-Bauweise" vieler Templerkapellen. Hier wollte man die Energien in der Raummitte bündeln.

Nachtrag: Für Literaturhinweise hierzu immer zu haben :D
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Benedikt von Söllbach am 06. Februar 2010, 22:18:00
Zitat
Daher haben die Templer halt oft an Flüssen, Bächen, Seen o.ä. gebaut.
Nur so als Spekulation in den Raum geworfen - vielleicht hat das damit zu tun, dass Wasserlinien (Flüße etc) in der Regel eine wichtige standortstrategische Rolle gespielt haben? (Durch Brücken kann man Zölle erheben, an Flüssen waren in der Regel Grenzen, Wasser braucht man zum Waschen, trinken und für sehr viele Handwerkserzeugnisse)...
Könnte ja sein.
Titel: Templer und "Heilige Geometrie "
Beitrag von: Wedumir am 07. Februar 2010, 01:00:25
Nee, Benedikt - das wäre ja logisch. Das ist zu einfach. Und so ... unmystisch. *smoky*