Templerforum - Das Forum des Templernetzwerkes
Mittelalter => Mittelalter allgemein => Thema gestartet von: Daniel am 03. Juli 2006, 11:27:28
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Hallo,
kann sein, dass ich jetzt eine Frage stelle, die hier schon behandelt wurde, aber ich bin nicht fündig geworden bisher:
Ab wann kam der Brauch auf sich zu bekreuzigen? Bisher habe ich es von keinem Darsteller gesehen und hab mich gefragt warum nicht?
Gruß,
Daniel
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Hi Daniel,
also das Kreuzzeichen selbst geht meines Wissens auf das Urchristentum zurück. Es gibt schon Belege aus dem 2. Jahrhundert. Seinerzeit wurde das Kreuzzeichen nur mir einem Finger, mit dem Daumen oder dem Zeigefinger, gemacht. Dabei wurde das Kreuzzeichen zunächst nur auf die Stirn gemacht, später über das ganze Gesicht (von der Stirn über die Nase zum Mund und beiden Augen).
Später (8. Jh-9 Jh.) hat man sich mit zwei Fingern, Zeige- und Mittelfinger bekreuzigt. Das Kreuzzeichen wurde dann von der Stirn bis zur Brust gemacht. Die Verwendung von zwei Fingern steht möglicherweise für die göttliche und menschliche Natur Jesu Christi.
Parallel dazu entwickelte sich die Form des Kreuzzeichens mit drei Fingern, Daumen, Zeige- und Mittelfinger, als Symbol für die Dreifaltigkeit. Seit dem 13. Jahrhundert ist dies die vorherrschende Form des Kreuzzeichens in der Ostkirche. In der Westkirche der Vollzug mit ausgestreckten Fingern vorherrschend, was als Symbol für die fünf Wundmale Christi gedeutet wird.
Das Kreuzzeichen gilt z.B. auch als Schutz vor bösen Geistern und Dämonen. Es wird also nicht nur bei der Eröffnung eines Gebetes gemacht.
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Das ist ja wirklich mal interessant und sollte unbedingt in die Darstellung mit aufgenommen werden bei uns!
Hast du dazu einen Literaturtip?
VIELEN DANK,
Daniel
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Ich selbst habe es auch schon bei Darstellern unserer Zeit gesehen. Als Quelle empfiehlt sich das Lexikon für Theologie und Kirche (LTHK).
In der Volksfrömmigkeit wurde und wird das Kreuzzeichen ja heute noch verwendet um z.B. Glück zu erflehen oder nach einer brenzligen Situation Gott zu danken. Fußballer aus südamerikanischen Ländern tun dies besonders gern. Hast Du bestimmt schon gesehen.
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Wenn ihr grad beim Thema seid: in welcher Reihenfolge wird sich "korrekt" bekreuzigt ?
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Original von Alexander von Reutlingen
Wenn ihr grad beim Thema seid: in welcher Reihenfolge wird sich "korrekt" bekreuzigt ?
Auf die Gefahr hin, daß mich hier wieder einige als Dogmatiker bezeichnen: Habt ihr es nie gelernt, nie benutzt, schon wieder vergessen oder braucht ihr es niemals?
Wollt ihr das Kreuzzeichen nur für Darstellungen verwenden, sozusagen als folkloristische Darstellung einer untergegangenen Zivilisation?
Was macht ihr beim betreten eines Gottehauses ?
Wie werdet ihr es euren Kindern weitergeben?????
Die sachliche Frage von Daniel halte ich für Interessant und korrekt. Die Frage von Alexander scheint mir bedenklich. Oder spiegelt sie bloß den Zeitgeist wieder?
*headbangl*
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Nicht alle Menschen, die Templer darstellen, sind auch Christen...
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Ich glaube dass sie sehr schön die aktuelle Situation christilicher Sozialisation in Deutschland zeigt. Da ist nicht mehr viel vorhanden in bezug auf Wissen um christl. Symbole, Riten, Handlungen, Feiertage usw. Soll auch kein Vorwuf sein. Die Leute lernen es halt einfach nicht mehr.
Daniels Frage ging aber mehr in Richting Darstellung als Templer. Und ich sehe nichts verwerfliches darin, ein Kreuzzeichen zu machen, nur weil es als Templer sozusagen dazugehört wie das rote Kreuz auf der Brust.
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Das einzige was ich bedenklich finde, ist wie du hier mit den Leuten umspringst Volfing!
Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nciht bekreuzigt! Aber in der Darstellung werde ich es machen, wenn es zu einem historischen Templer dazugehört. Genauso wie ich mir eine Bruche anziehe und keine Kartoffeln esse...Und jetzt mach bitte nich diesen bisher schönen Thread kaputt. Das hier ist immernoch ein Forum für Reenactement!!! Bald traut sich hier niemand mehr was zu schreiben, wenn das so weiter geht!!!
Gruß,
Daniel
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wenn man schon christlichen orden darstellt oder darstellen will, sollte man sich zumindest damit befassen oder gar identifizieren. denn das betten gehörte/gehört zum orden wie das schwert schwingen *pope*
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Lieber Daniel!
1.) Eigentlich habe ich festgestellt, daß das von dir begonnene Thema interessant ist. Das ist meines Erachtens nichts negatives. Deshalb irritiert mich deine Reaktion.
2.) Habe ich sachliche Fragen gestellt und meine Verwunderung zum Ausdruck gebracht.
3.) Springe ich mit niemandem um.
4.) Wieso sollte sich niemand trauen, etwas zu schreiben, nur weil ich Fragen stelle?
5.) Liegt mir die christliche Religion eben so am Herzen, daß ich christliche Symbolik nicht nur so nebenbei benutzen würde.
Das war mein Standpunkt, nicht böse gemeint und nicht als Abschreckung gedacht.
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editiert: aus Friedliebigkeit gelöscht
@Volfing: dann habe ich vielleicht in deine Posts etwas hineininterpretiert was nicht da war.
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Jetzt sind wir wieder bei der Frage angelangt ob es möglich ist einen Ordensritter darzustellen ohne sich mit dem Glauben zu identifizieren. Ich glaube diese Diskussion habe ich in meiner mittlerweile 8 jährigen Zugehörigkeit schon sehr oft geführt. Bin mal gespannt ob es diesmal neue Erkenntnisse gibt. *jokely*
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Ich schlage vor wir kehren zum Thema zurück. Ich bin kein Mensch der Streit sucht.:
'bekreuzigen'
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Guter Punkt. Also, wie bereits erwähnt denke ich, dass es zur Darstellung dazugehört. Ich kann mich an ein Ordensrittertreffen in Offenbach erinnern (2001 glaube ich), da haben wir gemeinsam gebetet und auch eine Prozession gemacht. Und vor den Gebeten haben wir uns auch bekreuzigt.
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Neiiiiiiiin, bitte nicht schon wieder die Frage nach dem Templerdarsteller=Christ!
Allerdings würde mich auch die korrekte Form des Bekreuzigens interessieren, weil nämlich wir lieben Protestanten sowas nich machen tun, zumindest wäre mir das neu (siehst DU lieber Volfing, das hat nichts mit Sittenverfall zu tun)! Da aber Templer katholisch waren würde mich das auch mal interessieren!
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Dabei hat schon der alte Luther das Kreuzzeichen empfohlen:
Des Morgens, so du aus dem Bette fährest, magst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sollst sagen: „Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.“
Des Abends, wenn du zu Bette gehst, magst du dich segnen mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sollst sagen: „Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.“
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Nochmal zu der Reihenfolge zurück:
1. wie sieht sie aus? (erst zum Kopf, dann zur Brust...)
2. hat sich das auch historisch verändert? Das mit den Fingern war ja hochinteressant! Hat sich die Bewegung/Reihenfolge ebenfalls verändert? (bis auf das was du schon geschrieben hast.)
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In der katholischen Kirche wird zum Kreuzzeichen Im Namen das Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. (Matthäus 28,20) gesprochen. Das Kreuzzeichen wird wie folgt gemacht:
Vorerst vereine man beide Hände vor der Brust, lege dann die linke Hand flach vor die Brust ( ungefähr in der Gegend des Herzens) und suche die Form eines Kreuzes möglichst genau (nicht in kreisförmiger Bewegung) nachzubilden, d.h. man erhebe die rechte Hand mit ausgestreckten und aneinandergeschlossenen Fingern bis zur Stirn, wobei die innere Handfläche dem Körper bzw. der Stirn ganz zugekehrt sein muß, berührt danach wirklich (nicht scheinbar) mit den Spitzen der drei ersten Finger unter den Worten In nomine Patris die Stirn, ohne das Haupt dabei zu neigen, lasse dann in der geraden Linie die Hand bis zur Brust hinab, berühre diese und spreche et Filii, hierauf führe man die Hand zur linken Schulter, berühre sie und spreche et Spiritus, nun bringe man die etwas gekrümmte Hand (in gerader Linie) zur rechten Schulter und berühre sie und spreche sancti und vereine bei Amen die Hände wieder vor der Brust.
Darüber hinaus kennt die katholische Kirche noch eine andere Form des Kreuzzeichens, bei der mit geschlossener Hand und abgespreiztem Daumen der Daumen in Form eines kleinen Kreuzes bewegt wird. In der Liturgie vor dem Evangelium wird so ein Kreuz auf Stirn, Mund und Brust gezeichnet als Ausdruck dafür, dass der Gläubige das Wort Gottes verstehen, verkündigen und verinnerlichen will.
Mit dem Kreuzzeichen segnen Katholiken sich selbst oder andere Personen, aber auch Gegenstände, indem sie entweder mit der Hand ein Kreuz in die Luft oder bei einer Person der betreffenden Person auf die Stirn zeichnen. Auch Mahlzeiten werden mit dem Kreuz symbolisch gesegnet falls auf das Tischgebet verzichtet wird. Dabei richtet der Segnende die Messerspitze auf die Speisen und zeichnet ein Kreuz, meist begleitet von der Formel: Unser tägliches Brot gib uns heute. Vor allem vor dem Anschneiden eines Brotes wird zunächst das Brot auf diese Art gesegnet.
Quelle: LTHK
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In nomine Patris- die Stirn berühren
et filii- die Brust berühren
et Spiritus- berühren der linken Schulter
sancti- berühren der rechten Schulter.
Das wäre die Reihenfolge des großen Bekreuzigens. In wie fern sich das verändert hat bzw. im Mittelalter war kann ich nicht sagen.
Gruß,
Fabianus
EDIT: Mist, zu langsam *pfeifl*
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He danke!
Da fällt mir ein der Pfarrer der Lutheraner macht das Kreuzeszeichen noch beim Segnen von Personen oder beim Abendmahl, aber der normale Kirchgänger glaube ich nicht. Bei uns Methos ist die Sache ganz weggefallen.
Kirchengeschichte kann echt unglaublich interessant sein!
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@ Volfing:
Ich bin protestantisch getauft und auch konfirmiert, habe weder im Konfirmationsunterricht noch im Schulunterricht JEMALS gelernt wie man sich bekreuzigt - eben aufgrund des Umstands, dass es bei den Protestanten (zumindest bei den Gottesdienstteilnehmern) nicht allgemein üblich ist.
Ich hoffe, mir wird meine protestantische Zugehörigkeit nicht ebenfalls als "bedenklich" eingestuft für die Darstellung eines Ordensritters.
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ich glaube das Problem liegt hier eher in der teritorialen Herkunft. Ich weiß nicht wie das in Östereich so mit den Protestanten ausschaut. Hier in Bayern ist es schon recht schwierig. Es gibt hier halt mehr Katholiken und es scheint denen auch selbstverständlich, dass man seinen Kindern beibringt wie man sich bekreutzigt. Ich denke, Volfing meint es net böse, er hat vielleicht eine andere Sichtweise auf diese Dinge.
Ich fühle mich als Christ und versuche z.B. durch meine Lebensweise meinem Kind etwas davon zu vermitteln. Aber ich bin der Meinung meine Tochter soll selbst den Weg zum Glauben finden, oder auch nicht. Wenn sie mich etwas fragt, so werde ich ihr antworten. Wenn sie irgenddwann wissen möchte wie man sich bekreutzigt kann ich es ihr, dank diesem Thread, jetzt vernünftig erklären.
@ Volfing, wenn jemand meint er müsse sich bekreutzigen weil es seiner Rollendarstellung dient, naja warum nicht. Ich denke, Gott wird es mit einem wissenden Lächeln quitieren.
André de Dujardin
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Lieber Daniel!
Ich habe dich bei meiner ersten Stellungnahme zu diesem Thema nicht angegriffen. Im Gegenteil. Ich habe gesagt, daß ich das Thema für interessant halte.
Warum hast du etwas gelöscht? Ich glaube, ich hätte deine Antwort schon ertragen.
Ich habe vielleicht auf die Frage, wie man sich richtig bekreuzigt, etwas zu scharf reagiert. Es schien mir aber absolut unverständlich, wie man so eine Frage überhaupt formulieren kann. Ich bin Katholik.
Ihr habt eigentlich alle recht. Böse habe ich es nicht gemeint. Ob Protestanten das Kreuzzeichen verwenden, entzieht sich meiner Kenntnis. In Österreich sind von den Menschen, die einer Konfession angehören, ca. 80 % katholisch (auf dem Papier). Das ist aus der Geschichte unseres Landes so entstanden. Die Protestanten sind mittlerweile weniger als die muslimische Glaubensgemeinschaft. Wenn du dann noch die Entwicklung unserer Gesellschaft verfolgst, wie sich immer mehr Menschen zurückziehen und nur noch für sich selbst leben, dann werden dir manche meiner Reaktionen verständlich.
Natürlich hat die Religion nicht wirklich irgendetwas mit der Darstellung zu tun. Warum reagieren manche aber so beleidigt? Fehlt es hier an Diskussionsfähigkeit? Oder wird hier klar, daß in unserer Zeit irgendetwas verloren gegangen ist?
Vielleicht bin ich aber auch durch meinen Beruf so hart geworden. Wenn man seinen Standpunkt zu vertreten hat, den auch noch juristisch/technisch absichern sollte, beginnt man vielleicht in manchen Punkten zu überreagieren.
Seid also versichert, daß ich es schätze, Diskussionen mit euch zu führen und niemanden zu beleidigen. Nehmt es also wie Männer und Ritter, zieht euch nicht zurück und bleibt sachlich.
Sollte ich mich jetzt längere Zeit nicht melden, so liegt es am wohlverdienten Urlaub, den ich bis Ende Juli genießen werde.
Alles Liebe aus Österreich
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@ Volfing,
einen schönen Urlaub und erhol Dich gut. Ich freue mich, wenn Du wieder an Board bist. Ich denke die Reaktion von einigen, einschließlich meiner Wenigkeit, auf Religionsspezifische Fragen liegt tatsächlich in der unbewußten Erkenntniss Etwas verloren zu haben. Und dabei geht es nicht so sehr um die Religion sebst, sondern vielmehr um das Untereinander und Miteinander.
Diskussionen haben etwas mit Kultur und Ästhetik zu tun. Dabei darf schon mal das ein oder andere scharfe Wort gewählt werden.
Letztendlich kommt es auch immer auf den Inhalt an und Deine Meinungen fand ich meist recht interessant.
Also bis dann
André de Dujardin
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@ Ortwin:
Das Kreuzzeichen beim Segen ist etwas anderes als das Sich bekreuzigen um zum Beispiel Unheil abzuwenden oder Gott zu danken. Und das sich Bekreuzigen wird von Protestanten nicht praktiziert.
Gruß,
Fabianus *smoky*
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Hallo,
ich habe meinen Text gelöscht, weil es nur vom Thema abgelenkt hätte und ich in der Vergangenheit gelernt habe, dass endlose Diskusionen oftmals hier im Forum zu Streit führen. Seither weiche ich aus, wenn sich anbahnt dass ich oder mein Gegenüber etwas persöhnlich nimmt. Ich kläre das dann lieber privat per PN oder telefonisch.
Meine Reaktion lag nicht daran, dass du mir etwas bewusst gemacht hast wa cih verloren habe, sondern weil du abermals meinem Bruder über den Mund gefahren bist. Ich bin immer noch der Meinung "dumme Fragen" gibt es nicht! Besonders religiöse Fragen sollten mit Bedacht beantwortet werden. ´Wenn man eine Frage für dumm hält, dann muss man sie ja nicht beantworten und kann jemand anderen den Vortritt geben. Es gibt nunmal Menschen die zuvor noch nie mit Religion in Berührung gekommen sind und sich nun dafür interessieren. Bei mir ist es nicht anders. Also freut euch lieber, dass es Menschin gibt die Interesse zeigen und kommt ihnen ein wenig entgegen statt mit dem Finger zu zeigen, denn darauf reagiert jeder beleidigt.
Ich glaub dir, dass du das nicht böse gemeint hast. Und damit sollten wir die Sache auch begraben und uns weiterhin der Frage widmen wie man sich "bekreuzigt" hat.
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Salve Schwestern und Brüder!
Ich glaube hier handelte es sich um ein typisches Missverständnis, schön daß es so schnell und in gutem Einvernehmen geklärt wurde. Na also es geht doch! *jump1*
@Fabianus: Du hast recht, mich erinnerte die Beschreibung des Bekreuzigen an dieses Segnen, weil es in der Ausführung das gleiche ist nur halt auf andere Personen.
@Volfing: Wünsche Dir auch einen schönen und erholsamen Urlaub! Möge Gott Deine Schritte wieder sicher in die Heimat lenken!
Ortwin